"Der Facharbeiter schärft den Blick auf das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur"

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BURGKIRCHEN (ebba). Den meisten Braunauern ist Gerald Weilbuchner durch seine Tätigkeit als Bezirksobmann der Jungen ÖVP und seine politischen Ambitionen bekannt. Der "Wirtsbub" ist aber auch Produktmanager im WIFI der WKÖ und außerdem bald ausgebildeter landwirtschaftlicher Facharbeiter. Dem vielseitig interessierten Burgkirchner ist es ein Anliegen, diese Ausbildung, die in Burgkirchen angeboten wird, bekannter zu machen. Wir haben mit ihm über die Facharbeiter-Ausbildung gesprochen und was sich damit anfangen lässt.

Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?
Weilbuchner: Mein Vater hat früher neben unserem Gasthaus auch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Ich wollte mehr erfahren, da ich es wichtig finde, dass politische Entscheidungsträger über möglichst viele Bereiche Bescheid wissen. Weiterbildung ist für mich immer ein Thema. Im letzten Jahr habe ich zum Beispiel eine Trainerausbildung gemacht und die Oö. Journalistenakademie absolviert.

Wie lange dauert die Facharbeiterausbildung?
Von September 2016 bis Ende Juni 2017 haben wir insgesamt 500 Stunden Theorie- und Praxis-Unterricht.

Was sind die Ausbildungsschwerpunkte?
Die Hauptteile sind Landtechnik, Tierhaltung, Pflanzenbau und Betriebswirtschaft. Weiters haben wir uns mit Obstbau, Waldwirtschaft und verschiedenen Wahlfächern wie Milch- und Fleischverarbeitung, Biolandbau und Schweißen beschäftigt. In der Abendschule lernt man somit die Grundzüge der Landwirtschaft für alle, die einen Hof übernehmen wollen, im Agrarbereich tätig sind oder einfach Interesse haben.

Was lässt sich nach erfolgreichem Abschluss mit dem Facharbeiterbrief anfangen, in welchen Bereichen kann man tätig werden?
Der Facharbeiter berechtigt zum Führen eines landwirtschaftlichen Betriebs. Man ist fachkundig im Pflanzenschutz und kann zum Beispiel landwirtschaftlichen Nutzgrund erwerben. Generell schärft er den Blick auf das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur.

Was wirst du mit dem Facharbeiter anfangen?
Mir ist der Bezug zur Natur extrem wichtig. Nur wenn wir auf unsere Böden schauen, können zukünftige Generationen gut weiterarbeiten und unsere Lebensqualität sichern. Die Ausbildung räumt auch Vorurteile aus, was besonders wichtig ist, da viele Menschen keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft haben und der globale Wettbewerb immer härter wird.

Was gefällt dir persönlich besonders an der Ausbildung und wie praxisbezogen ist sie?
Für mich war es nicht leicht, da ich mehrmals wöchentlich von meiner Arbeit in der Wirtschaftskammer Österreich heim pendeln musste. Dank unserer sehr guten Klassengemeinschaft konnte ich immer alles nachholen. Auch meine Mitschüler imponieren mir, da sie alle neben ihrem Berufs- und Familienleben noch mehr herausholen wollen. Die Ausbildung ist sehr praxisbezogen. Vor allem an Samstagen waren wir im Wald, auf Feldern oder in der Werkstatt tätig.

Machen den Facharbeiter auch viele Frauen oder sind vorwiegend Männer daran interessiert?
Wir sind insgesamt 23 Leute und ich musste ein Jahr warten, um beginnen zu können, weil der Facharbeiter sehr gut angenommen wird. Ein Drittel sind Frauen und generell sind die Schüler zwischen 20 und 40 Jahre alt. Sie kommen aus total verschiedenen Berufen und machen die Ausbildung aus unterschiedlichen Gründen.

Wie schließt man die Ausbildung ab?
Die Prüfung wird mit einem Basis-Wissenstest am Computer starten, bei dem man 80 Prozent positiv bearbeiten muss. Im Praxisteil stehen verschiedene Aufgaben wie Traktorwartung, das Erkennen von Gräsern oder die Abdrehprobe der Sämaschine auf dem Programm. Die Prüfung findet am 28. Juni 2017 statt und ich wünsche all meinen Kollegen das Allerbeste! Ein großer Dank gilt unseren kompetenten Lehrern und auch dem Land Oberösterreich, denn die Abendschule kann kostenlos besucht werden.

Fotos: privat/Weilbuchner

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