16.11.2017, 02:00 Uhr

Einbrecher lieben die Dämmerung

In der Nacht auf Freitag stiegen Einbrecher in eine Firma in Vitis ein. (Foto: Burserstraat38/panthermedia.net)

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit hat auch der "Dämmerungseinbrecher" wieder Saison.

BEZIRKE (fui). Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Damit hat auch die Zeit der Dämmerungseinbrecher begonnen, die speziell von September bis Jänner Hochsaison haben. Seit September wurden in den Bezirken Grieskirchen und Eferding insgesamt vier Einbrüche verzeichnet, die in diese Rubrik fallen. "Damit ist die Zahl relativ niedrig, auch im Vergleich zu anderen ländlichen Bezirken. In den Ballungszentren wie in Linz oder Wels werden weitaus mehr Dämmerungseinbrüche verzeichnet", erklärt Christian Stemmer, Bezirkspolizeikommandant in Grieskirchen und Eferding.
"Erfahrungsgemäß sind auch die Einbrüche in Wohnhäuser wesentlich häufiger als Einbrüche in Wohnungen", so Stemmer weiter. Bevorzugte Beute der Einbrecher ist dabei wertvoller Schmuck, erklärt Stemmer: "Meistens werden die Häuser von oben bis unten durchsucht. Nur wenige haben wirklich große Bargeldmengen zu Hause, aber bei Schmuck sieht die Sache anders aus. Hier gehen die Schäden schnell in die Tausende Euro. Wer also Schmuck, Uhren und dergleichen besitzt, sollte auch in einen Tresor investieren."
Die Aufklärungsrate dieser Einbrüche ist eher niedrig: "Zwar werden bei jedem Einbruch die Spuren der Täter, wie Fingerabdrücke oder DNA-Spuren, gesichert. Vielfach sind aber reisende Täterschaften für diese Einbrüche verantwortlich, was auch die Aufklärung schwierig macht", erläutert Stemmer.

Gedanken zum Eigenschutz

Aus diesem Grund sollte man sich auch Gedanken zur Vorsorge und zum Schutz des Eigenheimes machen, erklärt der Polizeikommandant: "Eine häufige Schwachstelle sind Fenster und Terrassentüren. Diese können mit einbruchsicheren Beschlägen ausgestattet werden. Ein gekipptes Fenster wird von einem Einbrecher sowieso in Sekunden geöffnet." Hecken oder Mauern schützen nicht nur die Hausbesitzer vor fremden Blicken, sie stellen für potenzielle Einbrecher auch einen Sichtschutz für ungestörtes "Arbeiten" dar. Zu diesem Thema bietet jede Polizeistelle Beratungen. Dabei kommen Beamte und untersuchen das Objekt auf sicherheitsrelevante Schwachstellen, wie etwa schlecht einsehbare Bereiche.
Zusätzlichen Schutz bietet auch eine gute und aufmerksame Nachbarschaft, die fremde oder verdächtige Momente wahrnimmt. "Ein fremdes Fahrzeug oder Personen fallen dann schneller auf", erklärt Stemmer: "Grundsätzlich sollte jede verdächtige Wahrnehmung sofort an die nächste Polizeidienststelle gemeldet werden. Bei Fahrzeugen können die Beamten über Marke, Farbe und Kennzeichen eine Überprüfung vornehmen. Auch für eine spätere Aufklärung sind solche Informationen extrem wichtig."

Ratschlag vom Experten:

• Licht im Innen- und Außenbereich schreckt ab – draußen am besten mit einem Bewegungsmelder.
• Gartenmöbel, Leitern oder Werkzeuge, die draußen herumliegen, können auch von Einbrechern genutzt werden.
• Auch bei kurzer Abwesenheit alle Fenster schließen. Trotz Verriegelung sind auch gekippte Fenster leicht zu öffnen. Bei längerer Abwesenheit sollte eine Vertrauensperson den Briefkasten leeren.
• Keine Schlüssel unter Türmatten oder in Blumentöpfen verstecken.
• Gute Nachbarschaft ist die beste Prävention: Regelmäßiger Kontakt mit den Nachbarn und das Austauschen der Telefonnummern sind im Anlassfall von Vorteil.
• Verdächtige Wahrnehmungen, wie fremde Fahrzeuge, sofort der Polizei melden. Das Bezirkspolizeikommando Grieskirchen-Eferding ist unter Tel. 059133/4230 erreichbar.

Ein verlorenes Sicherheitsgefühl

ein Kommentar von Florian Uibner.
Die wenigsten von uns horten größere Geldbeträge, Unmengen an Gold und Schmuck oder andere wertvolle Dinge bei sich zu Hause. Daher haben auch viele die Einstellung: "Was will ein Einbrecher bei mir, da gibt's eh nichts zu holen." Das ist aber falsch gedacht. Es gibt Fälle von Einbrüchen, bei denen Laptops, Fernseher und Handys liegen gelassen wurden, die Wäsche aus den Kleiderschränken aber gestohlen wurde. Egal ob ein Einbrecher Uhren, Schmuck und Bargeld – oder nur die alten Socken – mitgehen lässt: Das Sicherheitsgefühl im eigenen Zuhause ist auf jeden Fall weg. Dieses verlorene Sicherheitsgefühl und Vertrauen ist weitaus schwieriger zu bewältigen als der Verlust materieller Dinge. Deshalb sollte man ein Mindestmaß an Vorsorge treffen und es einem potenziellen Einbrecher zumindest nicht leicht machen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.