26.01.2012, 06:00 Uhr

Fünf Wettlokale in Grieskirchen, eines in Eferding

Über Wettbüro-Ghettos wird in größeren Städten, wie etwa in Linz, geklagt. Dort dominieren in manchen Straßen Wettbüros, Handyshops und leer stehende Geschäftslokale das Bild. In den Bezirken Grieskirchen und Eferding gibt es nur wenige gewerberechtlich ausgewiesene Spiellokale.

BEZIRK (bea). „Uns sind derzeit im Bezirk Grieskirchen fünf Spiellokale gemeldet. Sie befinden sich alle in der Bezirkshauptstadt“, berichtet Bezirkspolizeikommandant Franz Seebacher. Zusätzlich gibt es in vielen Bistros, Cafés und Tankstellen einzelne Spielautomaten. „Das Hauptgewerbegebiet dieser Lokale ist allerdings in der Regel die Gastronomie. Sie gelten daher nicht als Spiellokale“, erklärt Seebacher.
Probleme in Bezug auf Kriminalität gibt es in den Grieskirchner Spiellokalen nur gelegentlich. „Ab und zu werden Einbrüche gemeldet. Es kommt vor, dass Spielautomaten aufgebrochen werden. Schwerere Kriminalität, wie Überfälle und Raub, ist bei uns bisher nicht vorgekommen. Ich weiß aber, dass die Kollegen im Zentralraum damit öfter zu tun haben“, erklärt Seebacher.
Geführt werden die teils sehr stark frequentierten Grieskirchner Spiellokale hauptsächlich von Bürgern mit Migrationshintergrund. „Einmal wurde uns eine Sachbeschädigung gemeldet. Ein Kunde hatte aus Wut einen Automaten beschädigt, bei dem er innerhalb weniger Tage 15.000 Euro verspielt hatte. An einem solchen Fall wird deutlich, um wieviel Geld es da gehen kann“, sagt der Bezirkspolizeikommandant. Die Polizei kontrolliere gemeinsam mit Experten der Bezirkshauptmannschaft die Wettbüros in regelmäßigen Abständen: „Wir bemühen uns, sicherzustellen, dass diese Lokale gewerblich, finanzrechtlich und in Bezug auf Sicherheit saubere Zonen bleiben.“ Besonders werde auch auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes geachtet. Jugendlichen bis 18 Jahren ist es verboten, um Geld zu spielen, und sie dürfen sich nicht in Lokalen aufhalten, die als Spiellokale ausgewiesen sind.
Der Grieskirchner Bürgermeisterin Maria Pachner sind keine Beschwerden in Bezug auf Wettlokale bekannt. Nach ihrer Erfahrung werden Wettbüros vor allem in jenen Häusern angesiedelt, deren Zustand nicht mehr besonders attraktiv ist und die daher von vielen Wirtschaftstreibenden gemieden werden: „Es ist also wichtig, dass die Hausbesitzer auf ihre Gebäude schauen. Nur so können wir interessante Firmen anlocken“, meint Pachner.
Im Bezirk Eferding gibt es derzeit nur ein ausgewiesenes Wettlokal in der Ledererstraße in der Bezirkshauptstadt. Ein zweites Lokal befand sich in Fraham, dieses wurde allerdings wieder geschlossen. „Dort wurde einmal eingebrochen. Im Eferdinger Wettbüro gab es im Zuge von Raufereien zwei Körperverletzungen“, berichtet der Eferdinger Bezirkspolizeikommandant Gerald Eichinger. Nicht nur das Wettbüro, sondern auch die unzähligen Automaten, die sich an rund 30 Orten im Bezirk Eferding befinden, werden laufend kontrolliert. „Ein spezielles Problem sind manipulierte Automaten. Das ist aber für uns eine sehr komplizierte Materie“, sagt Eichinger.
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