Kirchliche Berufe: Wenn der Chef im Himmel wohnt

Amtseinführung des Franziskaners Markus Schlichthärle am 10. September 2017 in Enns-St.Marien
  • Amtseinführung des Franziskaners Markus Schlichthärle am 10. September 2017 in Enns-St.Marien
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  • hochgeladen von Bianca Karr-Sajtarevic

REGION ENNS (bks). Markus Schlichthärle arbeitete einst in einer Bank. Nun ist er ein Bruder des Franziskanerordens und Pfarrer der Kirche Enns-St. Marien. Wie es dazu gekommen ist? „Mein Job in der Bank hat mir Spaß gemacht, aber mir fehlte das Soziale und Karitative." Gott habe jedem Menschen bestimmte Fähigkeiten geschenkt. „Die einen sind Tischler, andere Künstler, und mich hat Gott in den Beruf des Priesters gerufen." Der Schritt in dieses neue Leben war nicht leicht. „Die Zukunft war ungewiss, das war schon beunruhigend."

Berufsalltag eines Pfarrers

Das Besondere am Beruf eines Priesters sei für den Franziskaner, dass man ganz nahe bei den Menschen ist. „Bei Taufgesprächen sieht man beispielsweise das Wunder des Lebens." Bevor er 2017 nach Enns gekommen ist, war er als Krankenhausseelsorger tätig. „Es ist berührend, wenn man Menschen in schwierigen Situationen helfen kann", so der Priester. Der Beruf eines Pfarrers ist aber noch viel mehr als Messen zu halten und die Sakramente zu spenden. „60 bis 70 Prozent meiner Arbeit sind administrative Tätigkeiten", so Schlichthärle. Damit gehe eine große Verantwortung einher. „Ich habe eine Fülle an Entscheidungen zu treffen, zum Beispiel was den Kindergarten der Pfarre betrifft." Die Bandbreite der Themen, mit denen er sich in seinem Job befassen muss, sei zugleich die größte Herausforderung.

„Bei uns kann man von keinem Priestermangel sprechen"

Anders als in diözesianen Kirchen, wird der Pfarrer in Enns-St. Marien durch den Franziskanerorden besetzt. „Einen Priestermangel gibt es daher nicht", so Schlichthärle. Dennoch nehme die Anzahl der Priester und Theologiestudenten ab. „Agieren, nicht reagieren", dafür plädiert der Ordensbruder. „Mein Wunsch wäre, dass man zum Beispiel den Zivildienst oder ein Praktikum in einer Pfarre abhalten könnte." So hätten junge Menschen die Möglichkeit, in einen kirchlichen Beruf hineinzuschnuppern. „Außerdem wäre der Schritt nicht so groß und beängstigend."

Diakon Manuel Sattelberger teilt Erfahrungen in einem Blog

Den Wunsch, einen kirchlichen Beruf zu ergreifen, hegte auch Manuel Sattelberger. Er ist Diakon und Religionslehrer in St. Valentin. „Religion ist Lebenshilfe, bereichert unser Menschsein, gibt uns Hoffnung und ein Ziel. Was gibt es Schöneres zu unterrichten?", sagt Sattelberger. Nachdem er zehn Jahre als Pastoralassistent im Dienst gewesen war, war der nächste Schritt die Weihe zum Diakon vor mittlerweile fünf Jahren. Die Ausbildung dafür dauerte vier Jahre. Doch, worin liegt der Unterschied zur Arbeit eines Pfarres? „Ein Pfarrer ist ein Priester, der eine Pfarrgemeinde leitet", so Sattelberger. Die Kirche kenne drei Weihestufen: Diakon, Priester und Bischof. „Ein Diakon tauft Kinder, traut Ehepaare, hält Wortgottesfeiern und darf in der Seelsorge mitarbeiten." Der Diakon sei sozusagen ein „kleiner Pfarrer." An seinem Job liebe Sattelberger die Begegnung mit den unterschiedlichsten Menschen.

Herausforderungen sieht Sattelberger natürlich auch: „Die Sorge um die Zukunft der Seelsorge. Wie wird es der Kirche gelingen, die Nähe zu den Menschen nicht zu verlieren?" Ein Weg ist mit Sicherheit Sattelbergers Blog. Unter blog.kj-valentin.at bekommt man einen Einblick in den Alltag des Diakons und Religionslehrers.

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