28.06.2017, 12:04 Uhr

Totalsperre 2018: Die besten Ideen wurden gekürt

Die Donaubrücke Mauthausen wird 2018 für mehrere Monate gesperrt. Wie lange die Brücke saniert wird, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. (Foto: BRS/Köck)

Um das drohende Verkehrschaos zu verhindern, suchte die BezirksRundschau nach Lösungen für die Zeit der mehrmonatigen Sperre der Donaubrücke Mauthausen.

MAUTHAUSEN, ST. PANTALEON-ERLA. "Linz muss mit einem Kollaps rechnen. Da brauche ich gar kein Hellseher zu sein", sagt Josef Scheuchenegger, Betriebsratschef der Firma Engel, Schwertberg. Hintergrund: Im Sommer 2018 wird die Donaubrücke Mauthausen wegen Sanierungsmaßnahmen mehrere Monate gesperrt. Die Übergänge in Linz und Grein müssen dann als Ausweichrouten herhalten. Aus diesem Grund rief die BezirksRundschau gemeinsam mit den Wirtschaftskammern Amstetten, Linz-Land und Perg sowie dem ÖAMTC einen Ideenwettbewerb ins Leben. Dabei wurden die besten fünf Einfälle gesucht und die Gewinner im Rahmen einer Abschlussveranstaltung geehrt. Die Ideen werden in den nächsten Wochen den zuständigen Landesräten in Ober- und Niederösterreich übergeben.

Brückensanierung auf Wintermonate verschieben

Leonhard Schützeneder überzeugte die Jury mit seiner Idee. Er will die Kraftwerke Asten/Abwinden und Wallsee/Mitterkirchen in je eine Fahrtrichtung öffnen. Zusätzlich soll die Donaubrücke für Fußgänger und Radfahrer zugänglich gemacht werden.

Gregor Fehringer schlug vor, zumindest die Hälfte der Arbeiten in den Wintermonaten durchzuführen. Auch könnten die Querträger bereits vorab lackiert werden, damit sie vor Ort nur noch montiert werden müssten. Jürgen Zika hatte die Idee, die Baustellenzeit durch Schichtarbeit zu verkürzen und den Informationsfluss an die Pendler zu erhöhen. Pendler könnten zudem Fahrgemeinschaften forcieren. "Ich denke, die eine große Lösung wird es nicht geben. Aber mit vielen Einzelmaßnahmen kann das vorausgesagte Chaos verhindert werden."

Gleise als Ersatzstraße?

Der Vorschlag von Raphael Schiller fand besonderen Anklang. "Ähnlich wie bei der alten Eisenbahnbrücke in Linz würde ich auf dem Gleis einen befahrbahren Bodenbelag installieren. Damit ist die Nutzung für Bahn und Straßenverkehr gleichermaßen gegeben." Um diesen Vorschlag realisieren zu können, müsste man vor und nach der Eisenbahnbrücke eine Rampe von der Straße aufs Gleis legen. "Der Straßenverkehr könnte durch Ampelregelung zwischen den Fahrintervallen der Bahn einspurig weitergeführt werden."

Auch Heinz Steininger machte sich über die anstehende Totalsperre Gedanken. Seine Idee: Einen Pendlerzug von Pyburg nach Mauthausen einzurichten. "Dieser könnte im 15-Minuten-Takt pendeln." Arbeitnehmer, die in der Nähe Mauthausens beschäftigt sind, könnten anschließend mit Fahrrädern zur Arbeit weiterfahren. "In diesem Fall würde man auf beiden Seiten zusätzliche Parkflächen benötigen."

ÖBB richtet Pendlerzüge ein

"St. Pantaleon-Erla ist eine der beiden Standortgemeinden", sagte Bürgermeister Rudolf Divinzenz. Überall wo er derzeit hinkomme, werde er wegen der Donaubrücke angesprochen. "Dass die Sanierung nächstes Jahr kommt, ist eine Tatsache. Das Gute ist, dass zumindest die Bahn weiterhin über die Brücke kommt." Aus diesem Grund wolle er gemeinsam mit der Firma Engel Parkflächen nahe des Bahnhofes schaffen.

"Wir haben in St. Valentin ungefähr 3.000 Auspendler", erklärte Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr bei der Abschlussveranstaltung. Umgekehrt gibt es auch 3.000 Einpendler. "Ein Großteil davon fährt ins Mühlviertel oder kommt von dort." Die Brücke ist deshalb ein wesentlicher Verkehrsknotenpunkt. Vor Ort könne man in Hinblick auf die Sperre leider sehr wenig machen. Dennoch nahm Suchan-Mayr mit den ÖBB Kontakt auf, damit die 2018 verstärkt Pendlerzüge einsetzen. "Mittlerweile habe ich die Rückmeldung, dass vermehrt Züge angeboten werden. Auch die Suche nach Park-and-Ride-Parkplätzen ist in vollem Gange", so Suchan-Mayr.

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