28.11.2017, 15:59 Uhr

Wozabal: Erste Sanierungsverfahren scheiterten

(Foto: Fotokerschi/Bernadette Kerschbaummayr)

Der KSV1870 informiert über die aktuelle Entwicklung in den Insolvenzverfahren der sechs Unternehmen der Textilservice-Gruppe Wozabal.

ENNS. Für zwei der insgesamt sechs Insolvenzverfahren der Wozabalgruppe fanden heute am Landesgericht Linz die Sanierungsplantagsatzungen statt. Die nächsten drei Verhandlungen sind für kommenden Donnerstag am Landesgericht Wels angesetzt. Die sechste und letzte Verhandlung ist am Landesgericht Linz für Jänner kommenden Jahres ausgeschrieben.

Heute besprach man die Sanierungspläne von Wozabal Textilservice GmbH & Co KG sowie von Wozabal MPZ Medizinproduktezentrum GmbH & Co KG besprochen. Verhandelt wurde der zwanzigprozentige Sanierungsplan, der binnen zwei Jahren erfüllt werden soll. Wozabal hatte diesen den Gläubigern angeboten. In beiden Verfahren geht es um anerkannte Gläubigerforderungen von zusammen 78,2 Millionen Euro, wovon rund 53 Millionen Euro eigene Verbindlichkeiten der beiden Firmen sind, der Rest sind eingegangene Haftungen für andere Konzerngesellschaften.

Erhöhung der Quote auf 30 Prozent

Die Insolvenzverwalter haben schon im Vorfeld dieser Verhandlungen eine zwanzigprozentige Quote als nicht angemessen beurteilt. Denn: Ein Verkauf der Unternehmensgruppe würde wegen der vorhandenen Interessenten nicht nur dessen Bestand und die Arbeitsplätze sichern, sondern auch einen höheren Erlös für die Gläubiger erwarten lassen. Wozabal reagierte heute darauf und bot an, die Quote auf 30 Prozent zu erhöhen, unter der Bedingung, dass die Sanierungspläne auch in allen sechs Verfahren von den Gläubigern angenommen werden. Wozabal präsentierte dazu auch ein Finanzierungsmodell, das im Wesentlichen auf einem ausländischen Finanzinvestor aufbaut, jedoch als zu wenig verbindlich eingeschätzt wurde.

Sanierungsplan zurückgezogen

Schon im ersten Verfahren am heutigen Tag, der Wozabal Textilservice GmbH & Co KG, ging die Abstimmung durch die Gläubiger mehrheitlich gegen den Sanierungsplan aus. Damit war das Ziel, bei allen sechs Sanierungsverfahren die Sanierungspläne bei den Gläubigern durchzubringen, bereits gescheitert. Im zweiten Verfahren der Wozabal MPZ Medizinproduktezentrum GmbH & Co KG, wurde dann seitens Wozabal auf die Abstimmung verzichtet und der Sanierungsplan zurückgezogen. Auch bei den vier weiteren Verfahren wird an einen Sanierungsplan nicht mehr geglaubt.

Die Fortführung der Unternehmensgruppe durch die Insolvenzverwalter ist durch das Scheitern der Sanierungspläne nicht gefährdet. Ziel ist jetzt der Abschluss von Verkaufsverhandlungen mit den vorhandenen Interessenten, die zügig in Angriff genommen werden können.

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