Wien-Favoriten
Praktischer Arzt dringend gesucht

Das Gespräch mit dem Hausarzt (Symbolfoto) ist für den Patienten wichtig und braucht seine Zeit.
  • Das Gespräch mit dem Hausarzt (Symbolfoto) ist für den Patienten wichtig und braucht seine Zeit.
  • Foto: MEV Verlag GmbH
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Lange Wartezeiten und volle Ordinationen: Wie die Lage der praktischen Ärzte in Favoriten wirklich aussieht.

FAVORITEN. Den richtigen Hausarzt zu finden, ist eine Herausforderung. Immerhin gibt es 731 Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag in Wien. 69 davon ordinieren in Favoriten. Das ergibt bei 198.083 Bezirksbewohnern, dass im Durchschnitt jeder Mediziner rund 2.870 Patienten betreut.

Bei einem Rundruf der bz zeigt sich, dass die Ordinationen sehr stark ausgelastet sind. Eine Stichprobe von 32 Ärzten zeigt, dass acht keine neuen Patienten aufnehmen und vier weitere nur, wenn sie im Grätzel wohnen. Im Krankheitsfall werden die Menschen zwar versorgt, aber in die eigene Kartei können keine weiteren Kunden mehr aufgenommen werden.

Lange Wartezeiten

Die Wartezeiten sind bei fast allen kontaktierten Ordinationen recht hoch. Bis zu zwei Stunden muss man zum Teil rechnen. Dabei lohnt es sich, nach einem Termin zu fragen.

"Wir brauchen mindestens drei bis fünf praktische Ärzte im Bezirk", weiß Bezirksvize Josef Kaindl (SPÖ). Er arbeitet auch daran, dass jemand ins Sonnwendviertel zieht. "Eine Gruppenpraxis wäre eine ideale Lösung", so der Politiker. Er ist auch schon im Gespräch mit einem interessierten Mediziner, der von der Landstraße über die Bezirksgrenze ziehen möchte. Noch läuft die Suche nach einem geeigneten und leistbaren Raum im Zehnten.

Zukunft Gruppenpraxen

"Um Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung zu verhindern, gibt es bei Allgemeinmedizinern und der Kinderheilkunde Ausnahmen von der gesetzlichen Altersgrenze", weiß Silvia Jirsa von der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK). Das bedeutet: Hier müssen Ärzte nicht mit spätestens 70 Jahren ihre Praxis und ihren Vertrag abgeben. Sie dürfen auch länger ordinieren.

Die WGKK versucht nun vermehrt, die Gründung von Gruppenpraxen zu forcieren, um einige aktuell nicht besetzte Stellen für Ärzte attraktiver zu machen. Auch für Patienten verspricht das Verbesserungen: Längere Öffnungszeiten, durchgehende Öffnung das ganze Jahr über und Teamarbeit bringen Vorteile.

Derzeit sind außerdem zwei Primärversorgungszentren in Mariahilf und der Donaustadt als Pilotprojekte in Betrieb. Dort arbeiten Ärzte mit Pflegekräften und anderen Gesundheitsberufen zusammen. Bis 2020 sollen 16 solcher Zentren öffnen.

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