Schaukraftwerk
EFG Turbinenbau setzt Meilenstein direkt vor der eigenen Haustür
- Die Kaplanturbine wurde bei EFG Turbinenbau in Feldkirchen gefertigt. Das Foto wurde von dem Einbau im Werk gemacht.
- Foto: EFG Turbinenbau
- hochgeladen von Isabella Frießnegg
Ein historischer Moment für die Firma EFG Turbinenbau, ein Feldkirchner Traditionsunternehmen.
FELDKIRCHEN. "Erstmals in der mehr als 40-jährigen Firmengeschichte haben wir eine neue EFG Kaplanturbine direkt in das neu errichtete Schaukraftwerk KW Graier 2 an der Tiebel geliefert", sagt EFG-Prokurist und Geschäftsleiter Martin Goldberger. "Das Schaukraftwerk liegt nur rund 350 Meter vom Firmengelände entfernt mitten in der Tiebelstadt, was es zu einem ganz besonderen Projekt für uns macht."
Aus Feldkirchen und für Feldkirchen
Von der Entwicklung und Konstruktion, über die hochpräzise Fertigung und mechanische Bearbeitung bis hin zur finalen Montage entsteht bei EFG nahezu alles aus einer Hand. "Eine Turbine zu fertigen, ist absolute Präzisionsarbeit. Dass wir durch unsere hohe Fertigungstiefe nahezu jeden Schritt selbst im Haus umsetzen können, garantiert nicht nur höchste Qualität, sondern macht jedes Projekt zu einer Teamleistung unserer Mannschaft", so Goldberger. "Wenn dieses Herzensprojekt der Energiegewinnung praktisch vor unserer Haustür in Betrieb geht, erfüllt uns das mit riesigem Stolz." Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war die Auslieferung vor zwei Wochen deshalb auch keine Routineaufgabe, sondern ein Gemeinschaftsevent: Nahezu das gesamte Team begleitete die im eigenen Werk entwickelte und hergestellte Kaplanturbine auf ihrem kurzen Weg zum Standort, an welchem über viele Jahrzehnte Strom aus Wasserkraft erzeugt werden wird. Interessierte können dort künftig modernste Wasserkrafttechnik erleben. "Mit der verbauten Kaplanturbine setzen wir ein Zeichen für regionale Wertschöpfung, nachhaltige Energiegewinnung und Kärntner Maschinenbau-Exzellenz."
Herausforderungen gemeistert
Die Herstellung der spiralförmigen Turbinenkammer mit ansteigender Rampe stellte aufgrund des geringen Platzangebotes große Herausforderungen an den Betonbau. "Die außergewöhnlichen Arbeiten wurden vom Team der Firma WL Bau rund um Christian Wuggenig – primär von Polier Patrick Schmiedler – passgenau für den Einbau der Turbine hergestellt", ergänzt Bauherr und Kraftwerksbetreiber Herbert Graier. "Bei einer Kaplanturbine sorgt die Turbinenkammer dafür, dass das Wasser gleichmäßig zum Leitapparat Strömt, bevor das Laufrad die hydraulische Energie abbaut. Das trichterförmige Saugrohr verzögert die Strömung und wandelt sie in statischen Druck um. Dadurch kann die Turbine ohne Fallhöhenverlust oberhalb des Unterwasserspiegels eingebaut werden, was den Wirkungsgrad erhöht."
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