16.11.2016, 09:42 Uhr

Salzburger Museum der Moderne baut Hightech-Depot

Spatenstich Kunstdepot Foto: Neumayr/MMV 15.11.2016 Arch Eric Auffahrt, Landesrat Heinrich Schellhorn, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Sabine Breitwieser, Christian Prucher und Erik Eybl

Acht Millionen Euro teures Lager mit 4.600 Quadratmetern auf einer Wiese in Stadtrandgemeinde Koppl - Sammlung Generali Foundation übersiedelt damit endgültig nach Salzburg

KOPPL (lin). Das Salzburger Museum der Moderne (MdM) bekommt ein neues Lager. Jahrelang hat das Museum darum gekämpft, jetzt erfolgte der Spatenstich für ein Hightech-Kunstdepot. Gebaut wird in der Stadtrandgemeinde Koppl, Ortsteil Guggenthal. Der 4.600 Quadratmeter große Bau soll Ende 2017 bezugsfertig sein.

"Quantensprung für die Kunst"


Dann soll die Sammlung Generali Foundation mit ihren 2.500 Werken internationaler Gegenwartskunst auch physisch vollständig nach Salzburg übersiedeln. Die Sammlung ist dem MdM im Jahr 2014 als Dauerleihgabe überlassen worden, seither sind die Werke auf insgesamt sechs Lager-Standorte in Salzburg und Wien aufgeteilt. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) und Museumsdirektorin Sabine Breitwieser sprachen heute von "Quantensprung" beziehungsweise "Meilenstein" für die Bildende Kunst des Landes. Laut Breitwieser können die Werke jetzt nicht nur wesentlich schonender gelagert, sondern auch kostengünstiger und flexibler in themenorientierte Ausstellungen des MdM integriert und damit öffentlich sichtbar gemacht werden. "Damit erfährt diese Sammlung eine enorme Aufwertung", sagte die Museumsdirektorin.

Das neue Kunstdepot wird aus 3.396 Quadratmetern reiner Lagerfläche und 1.230 Quadratmetern Serviceräumen und Werkstätten bestehen. Technisch spielt es alle Stücke, so wird die Temperatur maximal um ein Grad schwanken. Die Fotosammlungen können bei zwölf Grad deponiert, und die Metallskulpturen extrem trocken gelagert werden. Darüber hinaus ist der dreigeschoßige Hightech-Bau ein Niedrigenergiehaus, das sich zu hundert Prozent selbst versorgt und keine Betriebskosten verursacht.

Billig ist es trotzdem nicht, die Baukosten sind mit knapp acht Mio. Euro veranschlagt. Das Gebäude bleibt im Eigentum einer privaten Investorengesellschaft, die es an das MdM vermietet. Der Vertrag läuft 40 Jahre lang, die Miete beträgt pro Jahr 350.000 Euro. An diesen Mietkosten wird sich auch die Generali Foundation sowie der Bund beteiligen, dessen Fotosammlung ja ebenfalls vom MdM betreut wird. Außerdem spart sich das MdM 160.000 Euro Miete für seine sechs verschiedenen Depots. Das Land hat seine Subventionen für das Museum aufgestockt, sodass das operative Ausstellungs-Budget durch das neue Depot nicht belastet wird
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.