13.09.2017, 09:54 Uhr

Die Siemensäcker in Frauenhand

Die Historikerin Gerti Zupanich und Bezirksrätin Gabriele Tupy setzen sich für die Benennung von zukünftigen Verkehrsflächen mit Frauennamen ein.

Im Stadterweiterungsgebiet Siemensäcker werden drei Viertel der Verkehrsflächen nach Frauen benannt. Der Gemeinderat prüft den Vorschlag.

FLORIDSDORF. Hätten Sie es gewusst? Von den über 1.000 Verkehrsflächen im 21. Bezirk sind nur 30 nach Frauen benannt. Dieses ernüchternde Ergebnis brachte eine Recherche der Floridsdorfer Grünen zu Verkehrsflächenbenennungen in Floridsdorf im vergangenen Februar.

Für das Stadterweiterungsgebiet Siemensäcker wurde daher ein Antrag in der Kulturkommission eingebracht, neue Verkehrsflächen verstärkt nach Frauen zu benennen. Dieser Antrag wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung von allen Fraktionen einstimmig beschlossen.

Gemeinderat prüft Vorschlag

Der Bezirk schlägt nun dem Gemeinderat vor, von vier neuen Verkehrsflächen drei nach bedeutenden Frauen und eine nach einem männlichen Widerstandkämpfer zu benennen. Bei den Siemensäckern wird es demnach zukünftig folgende Plätze und Straßen geben:
• Anna-Boschek-Platz (nach einer der ersten acht Nationalratsabgeordneten)
• Claudia-Dietl-Platz (Architektin und Frauenrechtlerin)
• Selma-Steinmetz-Gasse (jüdische Lehrerin und Widerstandskämpferin)
• Ferdinand-Platzer-Gasse (Widerstandskämpfer)
Bezirksrätin Gabriele Tupy, Grüne: „Nachdem der Antrag mehrfach geprüft wurde, kann aus Erfahrung davon ausgegangen werden, dass der Gemeinderat dem Vorschlag des Bezirks folgt.“ In Wien werden Straßen und Plätze nur dann nach Personen benannt, wenn diese schon verstorben sind und es keine Ausschließungsgründe gibt, wie eine Verwechslungsgefahr, Probleme in der Vergangenheit der Person oder eine bereits vorhandene Nutzung des Namens im öffentlichen Raum.
„Die Benennung von Verkehrsflächen ist zwar historisch gewachsen, im 21. Jahrhundert sollte es aber zu mehr Gendergerechtigkeit kommen“, so die Floridsdorfer Historikerin Gerti Zupanich. Tupy: „Durch das Sichtbarmachen von Frauen im öffentlichen Bereich kann man Einstellungen und das Denken ändern.“
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