Sommerkino
Kino Freistadt hat Film aus dem Jahr 1917 ausgegraben

Schnipsel aus dem Film „Freistadt 1917“  | Foto: Filmarchiv Austria
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  • Schnipsel aus dem Film „Freistadt 1917“
  • Foto: Filmarchiv Austria
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Das Sommerkino in der Salzgasse in Freistadt startet heuer mit einem echten Hit! Am Sonntag, 9. August, wird bei Einbruch der Dunkelheit der Film „Freistadt 1917“ gezeigt. 

FREISTADT. „Dieser Film ist ein besonderer Schatz“, sagt Nikolaus Wostry, Geschäftsführer des Filmarchivs Austria. Produziert wurde das Freistädter Stadtporträt aus dem Ersten Weltkrieg von der Wiener Sascha Filmindustrie AG. „Der mit schönen Farbtönen gestaltete Film zeigt das durchaus bürgerlich anmutende Leben innerhalb und außerhalb der bis heute fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtbefestigung“, sagt Wostry. Zu sehen sind unter anderem Spaziergänger auf der Promenade, Szenen vor dem Böhmertor und eine Bootsfahrt am Frauenteich.

Zufallsfund beim Aufräumen

Dass der Film überhaupt gezeigt werden kann, ist einem Zufallsfund im Jahr 2025 zu verdanken, wie Paul Wilfing, der Geschäftsführer des Kinos Freistadt, erzählt: „Als wir im Vorjahr unser Archiv aus dem Keller geholt und in einem neuen Büro untergebracht haben, ist ein Mitarbeiter auf eine alte ‚Akte‘ gestoßen.“ Vermutlich war der Film schon seit einer kleinen Ewigkeit im Besitz des Kinos und wurde in den 1980er Jahren von der Badgasse an den heutigen Standort in der Salzgasse mit übersiedelt.

Aufwendige Digitalisierung

Wilfing setzte sich sogleich mit dem Filmarchiv Austria in Verbindung. Dort war man über die Rarität mehr als verzückt, denn Oberösterreich ist zwar mit Fotos aus dieser Zeit gut dokumentiert, aber bewegte Bilder, die älter als 100 Jahr sind, gibt es kaum. In einer aufwendigen Arbeit wurde der Film digitalisiert. „Das war kein leichtes Unterfangen“, sagt Wostry. Denn der Filmträger besteht aus Nitrozellulose. Dieses Material ist leicht entzündlich, wird leicht spröde und schrumpft. „Dazu braucht man ganz spezielle Abtastgeräte.“

Ausschnitte aus 1930 und 1931

Die Digitalisierung ist letztendlich perfekt gelungen. Der Stummfilm wurde zusätzlich mit Farbbädern behandelt, um eine besondere Stimmung zu erzeugen und mit Musik hinterlegt. Nicht alle Sequenzen des halbstündigen Filmschatzes stammen aus dem Jahr 1917. Es gibt auch Ausschnitte der 800-Jahr-Feier von Freistadt (1930) und Bilder einer gewerblichen Ausstellung (1931). Trotz seines Alters ist der Film in bemerkenswert guter Qualität erhalten. „Sascha Film war bekannt für seine hochwertigen Aufnahmen“, sagt Wostry, der am 9. August bei der öffentlichen Premiere in Freistadt ebenso dabei sein wird wie Heimatforscher Fritz Fellner.

Sommerkino in der Salzgasse:

  • 9. August: Freistadt 1917
  • 10. August: Ab durch die Mitte – mit Vollgas durch Paris
  • 11. August: Hubert von Goisern – akustische Übergriffe
  • 12. August: Ticket ins Leben
  • 13. August: Die noch unbekannten Tage
  • 14. August: Steckerlfischfiasko
  • 15. August: Glennkill – ein Schafskrimi
  • 16. August: Oh la la 2 – neue Tests, neues Chaos
  • 17. August: Klassentreffen – alles beim Alten
  • 18. August: Steckerlfischfiasko
  • 19. August: Frühstück bei Audrey
  • 20. August: Vier minus drei
  • 21. August: Der Teufel trägt Prada 2
  • 22. August: Das Kuahstadt-Dilemma
  • 23. August: Steckerlfischfiasko
  • 24. August: Aufputzt is
  • 25. August: Ein Münchner im Himmel
  • 26. bis 29. August: Festival „Der neue Heimatfilm“

Hinweis: Die Filme starten bei Einbruch der Dunkelheit, bei Schlechtwetter werden sie ab 20.30 Uhr im Kino Freistadt gezeigt.

Schnipsel aus dem Film „Freistadt 1917“  | Foto: Filmarchiv Austria
Nikolaus Wostry, Geschäftsführer des Filmarchivs Austria | Foto: Filmarchiv Austria
Paul Wilfing, Geschäftsführer des Kinos Freistadt | Foto: MeinBezirk/Roland Wolf
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