St. Peter bei Waldburg
Von der Keramikmanufaktur zur Ferienunterkunft
- Das Ferienhaus Reikerstorfer befindet sich unmittelbar in der Natur – hier ist Ruhe garantiert.
- Foto: Reikerstorfer
- hochgeladen von Jennifer Wiesmüller
Das Ferienhaus Reikerstorfer in der Ortschaft St. Peter in Waldburg lockt jährlich viele Ruhesuchende in die Region. Einige von ihnen ahnen wohl nicht, dass das Anwesen hier über eine lange künstlerische Geschichte verfügt.
WALDBURG. Ein ganzes Buch müsste man über das Haus mit der Nummer 30 in St. Peter schreiben, wenn es nicht schon eines geben würde. Die Geschichte des Anwesens ist lang. Trotzdem kennt sie Herbert Reikerstorfer – der hier mit seiner Tochter Claudia Reikerstorfer lebt – in- und auswendig. Vor dem Ersten Weltkrieg war das Haus im Besitz der Brauerei St. Peter, später befand sich hier eine Geschirrfabrik, bevor sie schließlich zu einer Keramikmanufaktur wurde. Die Vorfahren von Herbert Reikerstorfers verstorbener Ehefrau haben die Keramikmanufaktur zuletzt geführt, und obwohl es ihnen der Zweite Weltkrieg nicht gerade leicht machte, wurde noch bis ins Jahr 1959 Keramikkunst verkauft.
Letzte Erinnerungsstücke
"Das Plastik kam auf", erzählt Herbert Reikerstorfer. "Und der Geschmack der Leute änderte sich, so entschied man, die Keramikmanufaktur zu schließen. Die Besitzer waren schon etwas älter und wollten nicht in eine moderne Produktion investieren." Noch heute erinnert eine Dauerausstellung im Mühlviertler Schlossmuseum in Freistadt an das künstlerische Treiben, das damals in St. Peter stattgefunden hat. Und auch die Familie Reikerstorfer selbst bewahrt eine Sammlung mit einigen Schätzen aus den vergangenen Zeiten bei sich Zuhause auf. Ein mehrere Hundert Seiten langes Buch lässt die Geschichte des Hauses außerdem nicht vergessen.
"Ein bisschen wie ein Teil unserer Familie"
Um ihre Wohnräume ideal zu nutzen, entschied sich die Familie Reikerstorfer im Jahr 1975 dazu, die separate Wohnung auf ihrem Anwesen, in der damals die Besitzer der Keramikmanufaktur lebten, umzugestalten und als Ferienhaus zu vermieten. "Wir wollten, dass es bewohnt wird", erzählt Claudia Reikerstorfer. Die Unterkunft punktet mit einem urigen Flair und umfasst ein Schlafzimmer, Küche, Bad, WC, Vorraum, Jägerstube und Bauernstube. Auch ein eigener Garten steht den Gästen bei der Familie Reikerstorfer zur Verfügung.
"In den Anfängen hatten wir vorwiegend Familien mit Kindern zu Gast, jetzt sind es hauptsächlich Menschen aus der Stadt, die hier herkommen, weil sie Ruhe suchen."
Neben Ruhe verspricht der Aufenthalt im Ferienhaus Reikerstorfer außerdem auch jede Menge Natur, einen beeindruckenden Ausblick auf die Bezirkshauptstadt Freistadt und ehrliche Gastfreundschaft. "Wenn wir Menschen hier bei uns haben, dann sind sie während dieser Zeit fast ein bisschen ein Teil unserer Familie."
Kraft tanken in St. Peter
Die Familie Reikerstorfer hat einige Stammgäste, die jedes Jahr wieder kommen. "Eine Musikerin aus Duisburg ist jeden Sommer für vier Wochen bei uns, weil sie sich nach Ruhe sehnt." Auch von einem Ehepaar aus Wiesbaden, das schon mehr als zehnmal hier war, aber mittlerweile altersbedingt nicht mehr reisen kann, erzählen Herbert Reikerstorfer und seine Tochter.
"Unsere Gäste sind hauptsächlich aus Deutschland und auch aus Österreich. Wir hatten aber auch schon Franzosen und Spanier hier."
Wer bei der Familie Reikerstorfer in Waldburg eincheckt, der nimmt Zeit mit, denn die Unterkunft wird nicht für Kurztrips, sondern erst ab drei Nächten vermietet – nach Hause zurückkommt man dafür dann mit einem Koffer voller Entspannung und Erholung.
Aktuelle Nachrichten aus Freistadt auf
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.