St. Oswald bei Freistadt
ÖVP schießt sich auf Bürgermeister Michael Spörker ein
- Gemeindeamt St. Oswald bei Freistadt
- Foto: MeinBezirk/Roland Wolf
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In der Parteizeitung „Hallo St. Oswald“ holte die ÖVP St. Oswald zu einem Rundumschlag gegen Bürgermeister Michael Spörker (FPÖ) aus. Dieser zeigt sich überrascht von der Intensität des Angriffs, betont aber gleichzeitig: „Meine Hand Richtung ÖVP bleibt ausgestreckt.“
ST. OSWALD/FR. Er interessiere sich nicht für Information und Transparenz, inszeniere sich zunehmend selbst, sei arrogant, trage zur Spaltung im Gemeinderat bei und mache Politik gegen und nicht für die Menschen. Auf einem zweiseitigen – mit zahlreichen Emojis versehenen – Bericht holt die ÖVP in ihrer Parteizeitung „Hallo St. Oswald“ zum Rundumschlag gegen Bürgermeister Michael Spörker (FPÖ). Unterzeichnet ist der aggressive Text mit „Fraktion ÖVP St. Oswald“.
ÖVP nagt an Wahlniederlage 2021
Spörker zeigt sich im Gespräch mit MeinBezirk Freistadt „überrascht von der Intensität der Angriffe“. Als Autor des Schreibens vermutet er Fraktionsobmann Jürgen Hennerbichler. „Das ist genau sein Stil“, sagt Spörker. Warum ihn die ÖVP zur Zielscheibe auserkoren hat, liegt für den einzigen blauen Bürgermeister im Bezirk Freistadt auf der Hand: „Die ÖVP nagt noch immer an ihrer Wahlniederlage 2021. Noch dazu ist Jürgen Hennerbichler der Neffe von Walter Kreisel.“ Dieser war bei der Bürgermeisterwahl vor dreieinhalb Jahren mit Pauken und Trompeten gescheitert. Er war damals so bedient, dass er nicht einmal mehr in die Stichwahl gegen Spörker ging.
Schuss ins eigene Knie?
Die Rückmeldungen, die das offizielle St. Oswald bisher auf das ÖVP-Pamphlet erhielt, sprechen dafür, dass sich die ÖVP St. Oswald selbst ins Knie geschossen haben könnte. So wendet sich ein konservativer Wähler an die Mitglieder der ÖVP-Fraktion: „Beenden Sie bitte Ihre destruktive Haltung und arbeiten Sie alle gemeinsam für uns!“ Ob er auf Gemeindeebene weiterhin ÖVP wählen werde, das werde die Zukunft zeigen. Ein „irritierter St. Oswalder Bürger“ schreibt: „Werte ÖVP-Fraktion, ich wünsche mir sachliche Gemeindepolitik und kein unwürdiges Anpatzen anderer Verantwortungsträger in der Gemeinde.“
ÖVP glänzt oft mit Abwesenheit
Zu einzelnen in der ÖVP-Zeitung angesprochenen Themen nimmt Spörker Stellung. „Besonders wichtig ist mir der Punkt 'mangelnde Transparenz“, da hier auch Amtsleiter Thomas Zellner angegriffen wird. Ich halte fest, dass wir sehr darum bemüht sind, allen Fraktionen alle Informationen zukommen zu lassen. Leider ist es so, dass die ÖVP bei informellen Treffen der Fraktionsobleute oft durch Abwesenheit glänzt.“ Dass es in manchen Bereichen zu Gebührenerhöhungen gekommen sei, verhehlt Spörker nicht. „Dabei sind uns als Gemeinde die Hände gebunden. Mir wär’s auch lieber, Tarife zu senken, anstatt sie zu erhöhen. Aber das geht sich halt bei der aktuellen Budgetlage nicht aus.“ Der Bürgermeister verweist unter anderem auf steigende Personalkosten, Krankenanstaltenbeiträge und Sozialausgaben bei gleichzeitig sinkenden Bundesertragsanteilen.
„Hand bleibt ausgestreckt“
Spörker ist an eine ÖVP im Schmollwinkel längst gewöhnt: „Sie ist praktisch gegen alles.“ Als Beispiel führt er ihr Nein zum Finanzierungsplan für die dringend notwendige Sanierung der Volksschule an. Ob die ÖVP zugestimmt hätte, wenn er, Spörker, ÖVP-Bürgermeister sei? „Mit Sicherheit!“ Während Spörker die konstruktive Zusammenarbeit mit der SPÖ lobt, sagt er mit aller Deutlichkeit: „Das Verhältnis zur ÖVP ist nicht gut.“ Dennoch lasse er seine Hand ausgestreckt.
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Hinweis I: Der Gemeinderat St. Oswald setzt sich aus 25 Mandataren zusammen: 10 ÖVP, 8 FPÖ und 7 SPÖ.
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Hinweis II: ÖVP-Fraktionsobmann Jürgen Hennerbichler konnte oder wollte uns in einem Telefongespräch nicht sagen, wer den Bericht in „Hallo St. Oswald“ verfasst hat.
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