28.09.2017, 09:57 Uhr

Geplanter Hühnerstall lässt die Wogen hochgehen

Viel Gegackere um einen geplanten Hühnerstall. (Foto: Fotolia/Gina Sanders)
BAD ZELL. Stefan Brandstötter plant, in der Ortschaft Weberberg in Bad Zell einen Hühnerstall für 39.500 Tiere zu errichten. Der Tragweiner will im Herbst 2018 mit dem Bau beginnen, etwa vier Monate später soll es dann mit der Produktion losgehen.

Im Vorfeld hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die vehement gegen Brandstötters Vorhaben auftritt. "Umliegende Bewohner befürchten unter anderem massive Geruchsemissionen und eine Kontaminierung des Bodens", sagt Bürgermeister Hubert Tischler (ÖVP). Dass die Gemeinde mit der Thematik befasst ist, liegt daran, dass Brandstötter für seinen Betrieb, der als Grünland ausgewiesen ist, eine Sonderwidmung ("Betrieb der bodenunabhängigen Massenhaltung landwirtschaftlicher Nutztiere") benötigt. Der Ball liegt also bei der Kommune. Und dort herrscht Uneinigkeit, selbst innerhalb einzelner Fraktionen. Die einen stehen auf der Seite jener, die industrielle Massentierhaltung generell ablehnen, die anderen zeigen sich solidarisch mit dem potenziellen Betreiber.

Tatsache ist, dass alle im Vorfeld eingeholten Gutachten des Landes Oberösterreich positiv sind. "Der Standort ist absolut machbar", heißt es auch vonseiten der Landwirtschaftskammer. Die einzige Geruchsbelästigung entstehe zweimal im Jahr bei der Mistausbringung. Der Betreiber werde aber ohnedies dazu verpflichtet, diese Tätigkeit sorgsam, schnell und zur richtigen Zeit zu verrichten.

Stefan Brandstötter verteidigt im Gespräch mit der BezirksRundschau Freistadt sein Vorhaben: "Der Stall wird nach modernen Kriterien gebaut." In der Fachsprache heißt das "BTS" (Besonders Tierfreundliches Stallhaltungssystem). Diese Art der Tierhaltung erfüllt höhere Anforderungen als die geltende Tierschutzverordnung. "Die Hühner haben Tageslicht im Stall, in dem es sogar eine Fußbodenheizung gibt, und genügend Auslauf im Wintergarten. Sie haben sicher keinen Stress."

Ein weiteres Argument der Gegner ist das Ausmaß des Hühnerstalls in einer Dimension von etwa 100 mal 50 Metern. "Viele fragen sich, ob das ins Landschaftsbild passt", sagt der Bürgermeister. Brandstötter hält dem entgegen: "Wir alle wollen regionale Produkte, aber niemand will die Produktion im eigenen Ort. Wo sollen wir produzieren? Vielleicht am Mond?"
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Gudrun Ritz aus Urfahr-Umgebung | 05.11.2017 | 12:41   Melden
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