11.10.2017, 08:56 Uhr

Eine Schule fürs Leben

Lehrausgänge, wie hier zur Firma Moden Kolm, gehören fix zum Schulalltag. (Foto: Privat)
FREISTADT, UNTERWEISSENBACH. Die Polytechnischen Schulen bereiten nicht nur für den Beruf, sondern auch fürs Leben vor. "Von ihrer persönlichen Situation ausgehend sind die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und für eine weitere Ausbildung zu motivieren und zu befähigen", so die Leiterin der NMS und
PTS Unterweißenbach, Hildegard Biermeier.
Der Unterricht hat zum Ziel, dass die Schüler für das weitere Leben bedeutsame Fähigkeiten und Kenntnisse vertiefen und erweitern, sich mit wesentlichen Fragen ihres zukünftigen Lebens auseinandersetzen, ihre Kreativität entwickeln, ihr Urteils- und Entscheidungsvermögen ausbauen, persönliche und berufliche Handlungsfähigkeit (Selbst, Sozial- und Sachkompetenz) entwickeln und sich auf Mobilität und lebensbegleitendes Lernen einstellen.
Soweit ein Auszug aus dem Schulorganisationsgesetz. Aber wie sieht es konkret in der Praxis, im täglichen Schulalltag aus?
Hildegard Biermeier: "Kann eine einjährige Schulform, die vor allem in den Städten nicht unbedingt den allerbesten Ruf genießt, dem gerecht werden? Können diese doch sehr hoch gesteckten Ziele auch in der Praxis umgesetzt werden? Ja! Dies ist möglich! Die Polytechnische Schule Unterweißenbach beweist seit vielen Jahren, dass dieser Schultyp durchaus eine Erfolgsgeschichte ist. Zahlreiche Abgänger können dies bestätigen. Nicht nur ihre beruflichen Erfolge und Werdegänge, die ja sicherlich auf ihren persönlichen Stärken aufbauen, können sich absolut sehen lassen!"

Sehr groß geschrieben wird an der Polytechnischen Schule die Erziehung zur Selbständigkeit. Vor allem in den Fachbereichen, die in kleinen Gruppen unterrichtet werden, kann im praktischen Tun selbständiges Handeln und Agieren ständig erprobt werden: in der Lehrküche, in der Metall- oder Mechatronikwerkstatt, im Übungsbüro, oder beim Arbeiten in der Bau- Holz- Werkstätte, bei den verschiedensten Projekten außerhalb des Schulgebäudes (Altersheim, Baustelle, Modefirma, Behindertenwerkstätte, Veranstaltungen) etc.
Das Fach Kommunikation dient der Vorbereitung und trägt wesentlich dazu bei, dass die Schüler hre Handlungskompetenz im Umgang mit anderen Menschen erweitern und perfektionieren.
Im Fach Berufsorientierung/Lebenskunde können sich die Jugendlichen ebenfalls mit vielen Fragen ihres zukünftigen Lebens auseinandersetzen. Experten etwa von der Schuldnerberatung, Aids – Hilfe, Polizei, Arzt oder Sozialversicherung geben diesem Schwerpunkt noch mehr Gewicht.
Biermeier: "Nicht zu vergessen das Fach Religion, das ethische Werte vermittelt und dazu einen kritischen Blick auf so manche oberflächlichen Seiten unserer Gesellschaft aufzeigen kann. In Politischer Bildung wird oftmals der Grundstein für politisches Verständnis, das Interesse an Politik auf regionaler und globaler Ebene gelegt."
Diese Schulform kann, davon ist die Direktorin überzeugt,  den jungen Menschen durchaus persönliche Lebens- und Berufsperspektiven aufzeigen. "Das Leitbild der PTS Unterweißenbach zeigt deutlich, wieviel Wert an unserer Schule auf Persönlichkeitsbildung gelegt wird."

Der Direktor der PTS Freistadt, Wolfgang Korner, hebt die Vorzüge der Schule hervor.
Die intensive Berufsorientierung in den ersten Schulwochen und die anschließende Berufsvorbereitung in sieben Fachbereichen ermöglicht den Absolventen der Polytechnischen Schule einen hervorragenden Start in die Lehre (Duale Berufsausbildung). Die PTS ist das „Sprungbrett“ in die Facharbeiterausbildung. Da viele Firmen in ihrem Bereich in den nächsten Jahren einen Facharbeitermangel befürchten, sind die Karrierechancen von angehenden Lehrlingen für die Zukunft sehr gut. Außerdem steht es jedem Lehrling offen, über das Erfolgsmodell „Lehre mit Matura“ kostenlos die Reifeprüfung zu absolvieren.

Besonderer Wert wird, so Korner,  auf Vertiefung und Erweiterung der Allgemeinbildung, auf handlungsorientiertes Lernen und fächerübergreifende Zusammenhänge gelegt: "Die jungen Menschen sollen zum eigenständigen Lernen und zum Entwickeln von persönlichen Zukunftsplänen motiviert werden. In den Pflichtgegenständen Lebenskunde, Politische Bildung, bzw. Naturkunde, Ökologie und Gesundheitslehre wird großer Wert auf Persönlichkeitsbildung und soziale Kompetenz gelegt. Grundlagen des demokratischen Staates, Menschenrechte, Naturschutz, Sucht- und Gewaltprävention, Kommunikation und Teamfähigkeit sind nur einige Themen, die in fächerübergreifenden Projekten, oft mit Unterstützung externer Experten, aufgearbeitet werden. Die Schüler lernen dabei ihre Meinung sachlich einzubringen, die Sichtweisen anderer zu verstehen, sich zu bestimmten Themen auch kritisch zu äußern, mit anderen zusammenzuarbeiten, aber auch eigene Verhaltensweisen zu hinterfragen."
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