Bevölkerungsrückgang
Im Bezirk Gmünd gehen die Einwohnerzahlen zurück

Die Statistik Austria hat die Bevölkerungsentwicklung analysiert.
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Minus 222 Einwohner innerhalb von einem Jahr: Der Bezirk Gmünd verliert immer mehr Einwohner.

WALDVIERTEL. Die großen Abwanderungswellen sind vorbei und die Initiative "Wohnen im Waldviertel" meldet seit Jahren steigendes Interesse und Zuzug ins Viertel - wobei auch Krems und Teile der Wachau dazugezählt werden. Das reicht aber nicht um die Sterberate auszugleichen. In manchen Bezirken wirkt sich das dramatisch aus. Eine Analyse samt Ursachenforschung.

Der Bezirk Gmünd verlor bei den Bevölkerungszahlen stark: In nur einem Jahr schrumpfte die Zahl der Einwohner laut Statistik Austria um 222 von 36.773 auf 36.551 Menschen, was einem Rückgang von 0,6 Prozent entspricht. Boomregionen im Speckgürtel wie Wiener Neustadt, Gänserndorf oder Bruck an der Leitha wachsen hingegen jährlich und kratzen an der Zwei-Prozent-Marke. Ähnlich trist ist die Lage restlichen Waldviertel: der Bezirk Waidhofen verliert gleich 0,8 Prozent und der Bezirk Zwettl verliert 0,6 Prozent der Einwohner, also 203 bzw. 235. Horn steht mit einem Minus von 151 Einwohnern (minus 0,5 Prozent) noch am besten da.

Im Bezirk Gmünd verlieren vor allem Gemeinden im Norden, Litschau ist mit einem Minus von 3,4 besonders stark vertreten, 76 Personen kehrten im letzten Jahr dieser Gemeinde den Rücken. Aber auch Unserfrau-Altweitra verzeichnet ein Minus von 2,3 Prozent, hier ging die Bevölkerungszahl um 23 Personen zurück. In Moorbad Harbach gab es indes ein Plus von 14 Personen, das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent. In der Nachbargemeinde St. Martin hingegen war ein Minus von 1,9 Prozent zu verzeichnen.

Bezirkshauptstadt verliert 34 Personen

Die Stadt Gmünd musste einen Bevölkerungsrückgang von 34 Personen verbuchen. Bürgermeisterin Helga Rosenmayer konnte jedoch beruhigen: "Der Bevölkerungsrückgang ist nicht beängstigend, da es sich Gott sei Dank nur um einen ganz leichten Rückgang handelt. Wir sind stets bemüht, unsere Stadt so lebenswert wie möglich zu machen. Man muss immer das Beste geben für die Menschen, die hier leben, sei es betreffend Arbeitsplätze, Bildung et cetera - das ganze Spektrum. Ich hoffe, das dieser Rückgang nur von kurzer Dauer ist und es wieder bergauf geht. Ein positiver Trend ist aber, dass bereits viele junge Menschen in Gmünd Wohnungen und Wohnbauplätze suchen."

Wohnraum ist ein wesentlicher Faktor

Bauplätze und Wohnungsangebote beeinflussen die Einwohnerzahlen. In den Gemeinden Kirchberg am Walde, Großdietmanns und Amaliendorf-Aalfang konnte man auch aufgrund dessen ein Wachstum der Bevölkerung verzeichnen. Vor allem die Gemeinde Großdietmanns zählt 20 Personen mehr.

Ein weiteres Tatsache, die sich positiv auf die Bevölkerungsentwicklung auswirken kann, bieten regionale Arbeitsplätze. So konnte die Gemeinde Moorbad Harbach rund um das Kurhaus Moorbad Harbach gleich ein Bevölkerungsplus von 1,9 Prozent verbuchen. 

Autobahn soll Wende bringen

Auch wenn die Europaspange nicht unumstritten ist und sich von Waidhofen aus Widerstand in Form einer Bürgerbewegung formiert, hofft die Lokalpolitik auf die Europaspange. Auch wenn die strategische Prüfung noch läuft, wird kolportiert, dass die Autobahn bis zu 10.000 Arbeitsplätze in die Region bringen wird. So erkennt man an der aktuellen Statistik, dass Bezirke ohne hochrangige Straßen wie Waidhofen, Gmünd, Zwettl oder Lilienfeld schrumpfen, während jene Gegenden mit hochrangigem Straßenanschluss wie Bruck, Gänserndorf, Tulln, Korneuburg, Baden und Mödling deutliche Wachstumsraten verzeichnen.

Bevölkerungszuwachs- bzw. Rückgang im Bezirk
Bezirk Gmünd gesamt: -222 
Amaliendorf-Aalfang: +6
Brand-Nagelberg: -14
Eggern: -10
Eisgarn: +1
Gmünd: -34
Großdietmanns: +20
Bad Großpertholz: -8
Großschönau: -3
Moorbad Harbach: +14
Haugschlag: -4
Heidenreichstein: -19
Hirschbach: +/- 0
Hoheneich: -20
Kirchberg am Walde: +2
Litschau: -76
Reingers: -6
St. Martin: -21
Schrems: -14
Unserfrau-Altweitra: -23
Waldenstein: -5
Weitra: -8

Autor:

Angelika Cenkowitz aus Gmünd

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