Baustellenreportage
Glungezer: Die Geburt einer Bahn

Bagger, Bagger, Bagger: Die Baustelle der neuen Glungezer-Gondelbahn schreitet voran. Bürgermeister Martin Wegscheider und GF der Glungezerbahn sind mit dem Fortschritt zufrieden.
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  • Bagger, Bagger, Bagger: Die Baustelle der neuen Glungezer-Gondelbahn schreitet voran. Bürgermeister Martin Wegscheider und GF der Glungezerbahn sind mit dem Fortschritt zufrieden.
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TULFES. Endlich wird gebaut! Die Erleichterung war groß, als nach zehn Jahren der Vorbereitungsarbeit im August des heurigen Jahres die ersten Baumaschinen am Glungezer aufgefahren wurden.
In der Bauphase 1 entsteht die neue Gondel bis zur Mittelstation Halsmarter, danach sollen noch zwei Bauphasen folgen. Dass Bürgermeister Martin Wegscheider mit dem Geschäftsführer der Glungezerbahnen Walter Höllwarth mit Gelassenheit die Baustelle besichtigt, hat einen guten Grund. "Der Herrgott hat uns den vergangenen Winter geschickt", sagt Wegscheider, "wir haben sogar ein Plus geschrieben." Öfters bestärken sie sich gegenseitig im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN: "Wenn es am Glungezer Schnee gibt, kommen auch die Gäste." Daher ist in der zweiten Bauphase die Beschneiungsanlage dran. Die Finanzierung – für das Gesamtprojekt 16,5 Mio. Euro – stemmen 20 Gemeinden zusammen. Dazu kommt auch ein Zuschuss vom TVB und dem Land Tirol. Den größten Brocken übernimmt die Besitzerin, die Gemeinde Tulfes, mit drei Millionen Euro.

Anpacken, wo's geht

Gespart wird dort, wo man kann. Wegscheider ist voller Lob für die Mitarbeiter der Bahn: "Was unsere Jungs an Eigenleistung bringen, ist phänomenal." Dort, wo es geht, wird mit angepackt, gebuddelt und geschraubt. Auch der Bürgermeister selbst sitzt hinter den Maschinen und mulcht die Abfahrten. Die Grundierung der Trafostation an der Talstation sei Handarbeit der Glungezermitarbeiter gewesen. Bürgermeister und Geschäftsführer sind mit dem Fortschritt zufrieden und zeigen auf die Stelle, wo künftig der Bus umdrehen wird. "Der große Vorteil", erklärt Höllwarth, "ist, dass die Öffifahrer direkt bei der Gondel aussteigen und nicht mehr weit gehen müssen."
Insgesamt werden 10 Stützen für die neue Gondelbahn aufgestellt. Die größten wurden mit einem Spezialhubschrauber – dem Super Puma – von Heli Tirol platziert. Die höchste Stütze wiegt 18 Tonnen und ist 13 Meter hoch.

Weihnachtsgeschenk

Anfang Dezember soll die Bahn fertig sein. Es folgen 2-3 Wochen Probelauf, bis sie für die Öffentlichkeit geöffnet wird. Am 22. Dezember – als Weihnachtsgeschenk sozusagen – soll es dann endlich losgehen. Bisher schaut es gut aus, bestätigen die Verantwortlichen. Man sei nicht nur im Kosten-, sondern auch im Zeitplan. Ob man davor Angst hat, dass einen das Schicksal der Patscherkofelbahn – mit Überkosten in Millionenhöhe – ereilen wird? "Das kann nicht passieren", meint Wegscheider, "insgesamt gibt es drei Ansprechpartner bei der Glungezerbahn. Wir haben alles im Griff." Mehrkosten soll es also nicht geben, mit einer leichten Erhöhung der Ticketpreise um ein bis zwei Euro müssen die Bahnnutzer künftig trotzdem rechnen. "Auch so werden wir das billigste Skigebiet in der Umgebung sein", bestärkt Höllwarth abschließend.

Autor:

Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck

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