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Umfrage: Regionalität liegt voll im Trend

Gremialobmann Stefan Mair, Sabine Beinschab (Research Affairs) und Simon Franzoi (WKT, v.l.) wissen um den Wert regionaler Lebensmittel.
  • Gremialobmann Stefan Mair, Sabine Beinschab (Research Affairs) und Simon Franzoi (WKT, v.l.) wissen um den Wert regionaler Lebensmittel.
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  • hochgeladen von Michael Kendlbacher

Aus der Studie geht hervor, dass bei jedem 2. Befragten Regionalität auch oft automatisch mit Bio in Verbindung gebracht wird.

INNSBRUCK-LAND. Die Regionalität eines Produktes ist für VerbraucherInnen ein ganz zentraler Faktor beim täglichen Einkauf. Laut einer Studie, die kürzlich vom Tiroler Lebensmittelhandel bei Research Affairs, Wien in Auftrag gegeben wurde, steht Regionalität nach Qualität, gutem, authentischen Geschmack und Gesundheit an vierter Stelle der wichtigsten Kriterien beim Einkauf von Lebensmitteln.

84 Prozent der Befragten gaben an, dass es für sie wichtig ist, beim Kauf von regionalen Produkten in erster Linie einheimische Bauern und Produzenten zu unterstützen. Auch dass die Umweltbelastung durch die kürzeren Transportwege geringer ist, wird ganz klar als großer Vorteil begrüßt. Besonders achten die Konsumentinnen und Konsumenten bei Produkten wie Eiern, Gemüse, Milchprodukten, Obst und Frischfleisch auf regionale, beziehungsweise sogar auf biologische Herkunft.

Was macht die Qualität?

„Diese Produkte werden zwar auch gerne direkt beim Bauern oder auf den vielen Tiroler Wochenmärkten gekauft, jedoch wird der Großteil der Einkäufe im Alltag in den Supermärkten erledigt“, erklärt Gremialobmann Stefan Mair. Bei Getränken, Fertiggerichten, sowie Süßigkeiten und Naschereien spielt Regionalität hingegen die geringste Rolle. „Aus der Region“ bedeutet für die Befragten: „Je näher, desto besser!“. Je nach Produkt kann der Begriff „regional“ aber sehr unterschiedlich ausgelegt werden. Bei Milchprodukten beispielsweise wünscht man sich Produkte aus dem Bundesland, bei Kartoffeln denkt man österreichweit. „Auffallend ist, dass insbesondere Marken geschätzt werden, die durch ihren Namen einen Bezug zu Tirol herstellen. Hier wird ganz besondere Glaubhaftigkeit unterstellt“, ergänzt Mair.

Regional und/oder Bio?

Aus der Studie geht hervor, dass bei jedem 2. Befragten Regionalität auch oft automatisch mit Bio in Verbindung gebracht wird. Es wird im Zuge der Interviews aber auch deutlich, dass der genaue Unterschied zwischen regional und Bio teilweise gar nicht ausreichend bekannt ist. Daher messen zwei Drittel der Befragten dem Thema Regionalität einen höheren Stellenwert bei als Bio. Hauptsächlich verbindet man Bio mit „ungespritzten“ Lebensmitteln und damit, dass Betriebe spezielle Kriterien erfüllen müssen, um entsprechend zertifiziert zu werden. Das Thema Tierwohl wird in diesem Zusammenhang nur vereinzelt angesprochen. Doch auch wenn die Meinungen über Bio polarisieren, geht aus der Befragung deutlich hervor, dass über 70 Prozent der Verbraucher aus den verschiedensten Gründen eine grundsätzlich positive Einstellung zum Thema haben.

Wünsche an den Handel

Der größte Teil aller Befragten zeigt sich mit dem Angebot regionaler Lebensmittel im Handel zufrieden. Dennoch wird ausdrücklich gewünscht, dass der Handel von sich aus mehr transparente Informationen über die Herkunft der Produkte zur Verfügung stellt. Viele sind der Meinung, dass man sich jedoch genau mit Lebensmitteln beschäftigen muss, um herauszufinden, woher diese wirklich kommen. Daraus resultiert der Wunsch, dass regionale Lebensmittel besser gekennzeichnet und damit schneller erkennbar gemacht werden.

Potential für die Zukunft

„Mit den Ergebnissen der Umfrage wird sehr deutlich, dass regionale Lebensmittel auch zukünftig ein immer höher werdendes Potential im Handel haben und damit immer bedeutsamer werden“, fasst Sabine Beinschab, Geschäftsführerin von Research Affairs zusammen. „Daher wäre es wünschenswert, dass bereits im Kindesalter in Kindergärten und Schulen damit begonnen wird, die Bewusstseinsbildung im Hinblick auf qualitativ gute Lebensmittel zu fördern. Dabei könnten digitale Hilfsmittel eingesetzt werden. Beispielsweise kann man mittels QR-Codes informieren, woher ein Lebensmittel stammt, wie weit es gereist ist und vieles mehr“. Abschließend richtet Simon Franzoi, als Referent in der Tiroler Wirtschaftskammer für den Lebensmittelhandel zuständig, den eindringlichen Appell an die Konsumenten, auch weiterhin vorwiegend regionale Lebensmittel in den Einkaufwagen zu legen: "Das dient der regionalen Wertschöpfung, sichert Arbeitsplätze und hilft der heimischen Landwirtschaft."

Mehr dazu

https://www.meinbezirk.at/tag/wko

Autor:

Michael Kendlbacher aus Hall-Rum

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