15.10.2014, 00:00 Uhr

Wieder Aufregung in der Lizum

Kompetenz im Snowsport und in der Wintertauglichkeit der Audi-Modell soll im "Lizum 1600" kombiniert werden. (Foto: Snowsport Tirol)

Skilehrerverband plant in der Lizum ein Erlebnispaket in Zusammenarbeit mit Partner Audi!

Der Tiroler Skilehrerverband betreibt seit dem Vorjahr sein Kompetenzzentrum "Lizum 1600" direkt an der Piste der "Herrenabfahrt" mit großem Erfolg. Der Automobilhersteller "Audi" ist ein langjähriger Partner des Verbandes. Zusammen wurde jetzt eine Idee entwickelt, mit der ein Skierlebnis mit einer Autopräsentation der besonderen Art kombiniert werden soll. "Wir konnten die Konzernverantwortlichen der Audi AG einerseits von unserem Haus und andererseits vom Skigebiet Axamer Lizum überzeugen", erklärt Christian Abenthung, Geschäftsführer des Skilehrerverbandes. "Somit starten wir heuer in Kooperation mit Audi an fünf Wochenenden eine spezielle Aktion für die Mitarbeiter der Firma, die jeweils auf maximal 40 Personen ausgelegt sein wird."

Taxifahrten

Im Fokus dieses Pakets werden das Skifahren samt dazugehörende Angebote stehen. Als eine von mehreren Programmergänzungen (Fackelwanderungen, Skitouren) sollen dazu für diese Personengruppe und damit zahlenmäßig eingeschränkt sogenannte „Taxifahrten“ mit aktuellen Audi-Modellen als Programmergänzung angeboten werden. Der Zeitraum umfasst fünf Wochenenden. Jeweils am Samstagnachmittag geht es nach Einstellung des Liftbetriebs für die Dauer von max. zwei Stunden auf die Autostrecke. Nach einer Evaluierung des Programm auf Basis der Erfahrungswerte könnten in der zweiten Phase Audi-Kunden aus ganz Europa, die ihren Neuwagen in Ingolstadt abholen, im Rahmen einer Alpenrundfahrt an einem Wochenende in die Lizum kommen und dieses Angebot nutzen.

Streckenverlauf

Christian Abenthung über die Details: "Die Strecke befindet sich zum Teil auf dem allgemein befahrenen Zufahrtsweg zur Schafalm und anschließend auf dem Weg Richtung Axams auf einer Länge von max. einem Kilometer. Dieser Weg wird nur geräumt – es erfolgen sonst selbstverständlich keinerlei Veränderungen. Es handelt sich daher nicht um eine Teststrecke, die vereist oder dergleichen ist, sondern um die zeitlich beschränkte Benützung eines bestehenden Fahrweges. Wir werden auch versuchen, die Schafalm als touristisches Angebot mit einzubeziehen."

Gemeinderat stimmt zu

Das Anliegen wurde im Gemeinderat bereits behandelt und fand dort eine denkbar knappe Mehrheit. Bgm. Rudolf Nagl macht keinen Hehl aus seiner Sympathie für das Projekt: "Der Tiroler Skilehrerverband hat sich als erstklassiger, verlässlicher Partner erwiesen, der bislang sehr viel investiert und buchstäblich für viel Bewegung in der Region gesorgt hat. Es handelt sich hier laut der vorliegenden Präsentation um keine Autorally, sondern um ein Zusatzangebot, mit dem weitere Gäste in die Axamer Lizum gebracht werden. Das ist ein Projekt, das man zulassen sollte und ich bin daher froh, dass sich der Gemeindrat mehrheitlich dafür entschieden hat."

Grüne protestieren

Der harsche Protest der Axamer Grünen, die gegen das Projekt gestimmt hatten, erfolgte umgehend: „Wir sprechen uns vehement gegen Vergnügungsfahrten auf Forststraßen aus. Diese Art von Taxi-Dienst widerspricht dem gesunden Menschenverstand,“ wettert Grünen-GR Gabriele Kapferer-Pittracher. "Die Strecke führt über die Schafalm und den sogenannten Auslassweg. Dass der Weg sogar für MountainbikerInnen gesperrt ist, eine Rodelbahn kreuzt und eine Wildfütterung passiert, spielt für Bürgermeister Nagl offenbar keine Rolle. Alle Bedenken werden unter dem Vorwand einer bedingungslosen Tourismusförderung beiseite geschoben,“ so Kapferer-Pittracher. Weiter: „Das sind keine Argumente, um wie in den 70er-Jahren zu agieren. Gefragt sind kreative und nachhaltige touristische Konzepte.“
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