Beamte als Ersthelfer

Gruppeninspektor Erich Maurer, Kommandant Helmut Amenitsch, Rettungs- sanitäter Sascha Ostrowerhow sowie Notfallsanitäter Gerd Fojan
  • Gruppeninspektor Erich Maurer, Kommandant Helmut Amenitsch, Rettungs- sanitäter Sascha Ostrowerhow sowie Notfallsanitäter Gerd Fojan
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Die Exekutive ist meist als Erster bei Verkehrsunfällen vor Ort und leitet die Maßnahmen zur Rettung ein.

Feistritz/Drau. Wenn sich beispielsweise ein Verkehrsunfall ereignet, werden nicht nur Rettungskräfte und Feuerwehr, sondern automatisch auch die Polizei informiert. „In den meisten Fällen ist es auch die Exekutive, die als erstes am Unfallort eintrifft“, weiß der Kommandant der Polizeiinspektion Feistritz/Drau Helmut Amenitsch. „Beim Eintreffen werden von den Beamten die ersten und notwendigsten Maßnahmen zur Rettung der Verletzten getroffen. Aufgrund dieser Ausnahmesituation sind anwesende Angehörige meist nicht in der Lage, Erste Hilfe zu leisten oder eben nur mangelhaft.“

Psychische Belastung

Bereits während der Anfahrt zum Unfallort sind die Exekutivbeamten psychisch belastet: „Wir wissen einfach nicht was auf uns zukommt. Selten haben wir Informationen darüber, ob die Verletzten männlich oder weiblich sind, bzw. ob auch Kinder in den Unfall verwickelt sind“, erklärt Amenitsch. „Wir haben schon alles gesehen: Verbrennungen, abgetrennte Gliedmaßen sowie Kreislaufzusammenbrüche mit Atemstillstand“, berichtet er weiter. An Ort und Stelle werden sofort erste Hilfsmaßnahmen getroffen, bis professionelle Hilfe kommt. „Die Zusammenarbeit von Exekutive und Rettungskräften funktioniert sehr gut“, betont der Kommandant.

„Minuten werden zur Ewigkeit“

Eine Problematik, mit denen die Beamten am Unfallort konfrontiert werden, ist, wenn Verletzte eingeklemmt sind: „Es ist das Schlimmste, wenn man versucht zu helfen, es aber nicht kann. Die Minuten bis zum Eintreffen der Feuerwehr, die die Verletzten befreit, kommen einem wie eine Ewigkeit vor.“
Während einer der beiden Beamten mit der Versorgung der Verletzten beginnt, weist der andere die eintreffenden Rettungskräfte ein: „Bei einem Einsatz mit dem Rettungshubschrauber müssen ein geeigneter Landeplatz gefunden und in vielen Fällen auch die Straße gesperrt werden.“

Amenitsch, der in seiner 30-jährigen Tätigkeit als Polizist schon vieles erlebt hat, erinnert sich an seinen schlimmsten Einsatz: „Ein Verkehrsunfall auf der Autobahn mit vier Toten. Die eingeklemmte Lenkerin verstarb damals vor Ort.“

Polizisten als Lebensretter

Amenitsch berichtet über Einsätze, die positiv ausgegangen sind: „Beamte konnten zum Beispiel ein 13 Monate altes Baby mit Atemstillstand erfolgreich reanimieren.“
„Es wird von den Beamten erwartet, dass diese emotionslos agieren, das ist jedoch nie der Fall. Man versucht eine gewisse Distanz aufzubauen, man darf nicht jeden Unfall zu sehr an sich heranlassen“, so Amenitsch. Durch persönliche Gespräche mit Kollegen wird vieles verarbeitet.

Autor:

Julia Baumgartner aus Klagenfurt

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