Zuhause für junge Mütter und ihre Kinder
30 Jahre Mutter-Kind-Haus Hollabrunn
- Das Mutter-Kind-Haus Hollabrunn feierte sein 30-jähriges Bestehen am heutigen Standort.
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Unter dem Motto „30 Jahre schützen, verbinden, wachsen“ feierte das Mutter-Kind-Haus Hollabrunn sein 30-jähriges Bestehen am heutigen Standort. Gleichzeitig wurde auf insgesamt 55 Jahre Mutter-Kind-Betreuung in Hollabrunn zurückgeblickt. Zahlreiche Gäste, Wegbegleiterinnen, ehemalige Bewohnerinnen und Vertreter aus Politik und Sozialbereich würdigten die wertvolle Arbeit der einzigen Einrichtung dieser Art in Niederösterreich.
HOLLABRUNN. „Ich durfte hier viele Wunder erleben“, begrüßte mit sichtbarer Freude Direktorin des sozialpädagogischen Betreuungszentrums Hollabrunn Jeanette Stadt die Gäste zum 30-jährigen Jubiläum des Mutter-Kind-Hauses, wo sie selbst 23 Jahre, davon 18 Jahre als Leiterin, gearbeitet hat.
Drei Jahrzehnte voller bewegender Geschichten
Besonders bewegend sei für sie eine erst kürzlich erlebte Situation gewesen: „Vor kurzem gab es zwei Geburten innerhalb von zehn Minuten. Das fügt sich als Premiere wunderbar in die Kette meiner wunderschönen Erlebnisse.“
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Das Mutter-Kind-Haus bietet Platz für acht junge Mütter mit ihren Kindern. Viele der Mädchen kommen in schwierigen und nahezu ausweglosen Lebenssituationen nach Hollabrunn. Dort erhalten sie Unterstützung, Begleitung und die Chance auf einen neuen Start.
„Eigentlich feiern wir heute zwei Geburtstage“, betonte Stadt. „30 Jahre dieses Hauses in Hollabrunn und gleichzeitig 55 Jahre Mutter-Kind-Betreuung.“
Rund 500 Kinderfüßchen im Haus
Eindrucksvolle Einblicke in den Alltag der Einrichtung gab Bereichsleiterin Agnes Harmer.
„Rund 500 Kinderfüßchen liefen bereits durch dieses Haus“, erzählte sie. „Wir begleiten bei Geburten, erleben dieses Wunder, zittern bei Prüfungen mit, wenn junge Mütter eine Schule oder Ausbildung absolvieren, und arbeiten gemeinsam an neuen Perspektiven.“
- Junge Mütter finden im Haus Schutz, Begleitung und neue Perspektiven.
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Im Mittelpunkt stehe stets die intensive Begleitung der jungen Frauen. Die Sozialpädagoginnen Julia Lipnik und Daniela Gric erklärten: „Wir versuchen intensiv zu begleiten, um die Angst zu nehmen. Dann entsteht Vertrauen und die Mädchen können gestärkt ins Muttersein starten.“
Auch Sozialpädagoge Josef Mayer unterstrich die Bedeutung der Betreuung: „Wichtig ist die Begleitung, um den Müttern ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.“
Mutmachende Geschichten der Bewohnerinnen
Besonders emotional wurde es bei den persönlichen Berichten von Bewohnerinnen. Die junge Mutter Alexia bedankte sich mit bewegenden Worten beim Team: „Es ist eine Herausforderung, aber dank aller hier machbar. Ich besuche die Schule und die Betreuer hier schreiben mir immer, damit ich beruhigt sein kann, dass mit meiner Tochter alles in Ordnung ist.“
- Musikalisch gestaltet wurde die Feier von Müttern, Kindern und Betreuern.
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Auch Christina schilderte ihre Erfahrungen sehr offen: „Ich kam vor drei Jahren als 15-Jährige mit meiner kleinen Tochter am Arm und mit viel Angst hierher. Mit viel Liebe von den Menschen hier kann ich sagen, dass dieses Haus ein Stück Zuhause geworden ist. Ich lernte hier, stärker zu sein, als ich dachte.“
Auch die Aussagen von Carola Neunteufl, Leitung Fachgebiet Soziales von der BH Hollabrunn machten deutlich, wie wichtig ein geschützter Rahmen, Vertrauen und menschliche Nähe für junge Mütter sind.
Wertschätzung von Politik und Gesellschaft
Auch seitens der Politik gab es viel Anerkennung für die Einrichtung. Landesrätin Eva Prischl zeigte sich beeindruckt von der Atmosphäre im Haus.
- Landesrätin Eva Prischl zeigte sich von der Herzlichkeit im Haus beeindruckt.
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„Beeindruckend, wie minderjährige Mütter hier Halt finden, auch wenn die Lage oft schwierig ist“, sagte sie. „Die vielen einzelnen Geschichten machen Mut und zeigen, wie wichtig diese Einrichtung ist.“ Besonders hob sie hervor, dass die Mädchen hier schrittweise ins Mutterleben hineinwachsen können, während sie gleichzeitig Ausbildungsmöglichkeiten erhalten und ihre Kinder gut betreut wissen. „Mein tiefer Respekt gilt dem wertschätzenden Umgang und der vielen Liebe, die hier spürbar ist“, so Prischl, die alle Mütter mit ihren Kindern zu einem Besuch nach St. Pölten einlud.
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Auch Landtagsabgeordneter Richard Hogl fand lobende Worte: „Hier können Kinder und Mütter gut aufwachsen, Probleme überbrücken und die Möglichkeit für ein eigenständiges Leben erhalten.“
Musikalisch gestaltet wurde der Festakt von Müttern, Kindern und Betreuern selbst. Ein sehr berührendes Gedicht wurde von der jungen Mutter Ramona vorgetragen. Das lustige Schlussgedicht als Überraschungseinlage stammte von Lehrmeister der Gärtnerei GrünReich und Dienststellenpersonalvertretung Franz Wanas.
Im Anschluss nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, das Mutter-Kind-Haus zu besichtigen und mit den Mitarbeiterinnen ins Gespräch zu kommen. Unter den Gästen waren auch Pfarrmoderator Eduard Schipfer, Vizebürgermeister Alexander Eckhardt, Bezirkshauptmann Karl-Josef Weiss, Abteilungsleiter Kinder- und Jugendhilfe Kimon Poulios, NÖ Kinder- und Jugendanwältin Birgit Tsolakidis, Bezirkspolizeikommandant Stv. Bernd Völkl, Vorsteherin Bezirksgericht Monika Lehr-Hauser, Geschäftsstellenleiter AMS Hollabrunn Peter Kirchner, Peter Kamptner von KIWANIS Hollabrunn, Manfred Breindl von LIONS Hollabrunn, Direktorin Erzbischöfl. Gymnasium Ingrid Lehner-Pfennigbauer, stellvertretend für alle weiteren Direktorinnen der NÖ Sozialpädagogischen Betreuungszentren Direktorin Astrid Strauss (NÖ SBZ Allentsteig) und die Vorgängerin der Leitung des SPBZ Hollabrunn Eva Kreiner.
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