VGT deckt Skandal auf
Brutalste Schweinehaltung im Bezirk Hollabrunn
- Brutale Zustände sollen in einem der größten Schweinebetriebe Österreichs im Bezirk Hollabrunn herrschen.
- Foto: VGT - Verein gegen Tierfabriken
- hochgeladen von Alexandra Goll
Horror-Videos aus einem Schweinebetrieb im Bezirk Hollabrunn dokumentieren massive Tierschutzverstöße: Gewalt, Respektlosigkeit, kranke Tiere, illegale Praktiken, wie der exzessive Einsatz von Elektroschockern. Der VGT hat am 17.11.2025 Anzeige wegen Tierquälerei bei der BH Hollabrunn erstattet.
BEZIRK HOLLABRUNN. Die zahlreichen Bilder und das Video, das MeinBezirk.at vom "Verein gegen Tierfabriken" vorliegen, sind kaum in Worte zu fassen.
- Schweine drängen sich auf kahlem Vollspaltenboden.
- Foto: VGT - Verein gegen Tierfabriken
- hochgeladen von Alexandra Goll
Es handelt sich um schwerste Verletzungen bei Schweinen und Missstände in einer äußerst großen Schweinemast-Anlage im Bezirk Hollabrunn mit über 13.000 Schweinen, sodass der "Verein gegen Tierfabriken" umgehend reagierte und noch am Montag, 17. November 2025, bei der Bezirkshauptmannschaft in Hollabrunn Anzeige gegen den Betreiber erstattete.
Illegale Methoden
"Die Aufnahmen wurden dem 'VGT' vor Kurzem zugespielt und stammen von September und Oktober dieses Jahres", betont David Richter vom VGT, bringt wiederholt seinen Unmut über das Tierleid bei der Haltung auf Vollspaltenböden, fragwürdige Hygienezustände, Respektlosigkeit und Aggressivität zum Ausdruck und weiter: "Hervorzuheben sind Szenen, in denen ein Arbeiter wiederholt auf Schweine uriniert.
Die Videos zeigen auch exzessiven Einsatz von Elektroschockern beim Treiben der Tiere. Im Zuchtbereich zeigen die Aufnahmen, wie eine Arbeiterin mehrmals auf unterschiedliche Schweinemütter in Kastenständen einschlägt."
Elektrische Treibgeräte dürfen laut Gesetz nur in Ausnahmefällen verwendet werden. Es gibt großteils keine Beschäftigungsmöglichkeiten für die Schweine. Auch das sei illegal.
Auch die Behandlung der Ferkel ist grob: Sie werden an einzelnen Beinen hochgehoben, an Schwänzen und Ohren gezogen. Tote Ferkel liegen im Gang und werden mit den Füßen weggestoßen.
- Ferkel dürfen im Stroh schlafen - das wäre auch der Traum von den Schweinchen in diesem Betrieb im Bezirk Hollabrunn.
- Foto: pixabay
- hochgeladen von Alexandra Goll
Die laut VGT stark mit Fäkalien verschmutzte Buchten, mit Kot verunreinigte Tränken, Insektenbefall und teils heruntergekommene Stalleinrichtungen stehen im starken Widerspruch zur Selbstdarstellung des Betriebs - eines „Vorzeige-“Schweinebetriebes.
Betrieb laut Homepage Vorzeigeprojekt mit hohem Tierwohl
Der Betrieb führt laut VGT das Ama-Gütesiegel und präsentiert sich nach außen als Vorzeigehof und Vorreiter in Sachen "Tierkomfort" sowie werde die Ausgeglichenheit und Gesundheit österreichweit geschätzt. Laut Homepage seien die Arbeitsgrundsätze Tierwohl und tierartgerechte Nutztierhaltung
- Blick in die Mastbuchten eines Großbetriebs.
- Foto: VGT - Verein gegen Tierfabriken
- hochgeladen von Alexandra Goll
Das sagt der Eigentümer
Maximilian Hardegg, Eigentümer des Schweinebetriebs in Seefeld-Kadolz, weist die Vorwürfe entschieden zurück. Er bezeichnet den VGT als „eine Organisation, die Betrieben bewusst Schaden zufügen wolle“ und wirft ihr vor, durch illegale Zutritte in Ställe nicht nur Straftaten zu begehen, sondern auch Hygienestandards zu gefährden.
Hardegg betont, dass sein Betrieb erst vor drei Wochen unangemeldet und umfassend kontrolliert worden sei – mit einem, wie er sagt, „perfekten Zeugnis“. Man lege großen Wert auf die Schulung der Mitarbeiter, um einen tierartgerechten Umgang sicherzustellen. Fehler könnten dennoch nicht ausgeschlossen werden: „Wir haben rund 1.000 Muttertiere, und zwischen 25.000 und 28.000 Ferkel kommen jährlich zur Welt. Da kann man nicht garantieren, dass jedes einzelne Tier verletzungsfrei bleibt.“
Derzeit werde geprüft, ob alle Szenen des vorliegenden Videomaterials tatsächlich seinem Betrieb zugeordnet werden können. Hardegg betont, der VGT arbeite „nicht seriös“, bestätigt aber zugleich, dass manche gezeigten Bilder „nicht akzeptabel“ seien. Er bestreitet den Einsatz von Elektroschockern im Betrieb und erklärt, dass Einzelhaltung nur in medizinisch begründeten Fällen erfolge. Sauen würden lediglich zum Abferkeln einzeln untergebracht und anschließend wieder in Gruppen integriert. Auch das Kopieren von Schwänzen komme nur selten und ausschließlich unter tierärztlicher Aufsicht vor.
Zum Video vom Gut Hardegg
Behörde leitet Ermittlungen ein
Die Behörde bestätigt, dass der Betrieb erneut geprüft wird. „Am heutigen Tag wird der Stall durch zwei Amtstierärzte im Vier-Augen-Prinzip kontrolliert und erforderliche Maßnahmen unverzüglich gesetzt“, erklärt Bezirkshauptmann Karl-Josef Weiss. Aufgrund der Anzeige des VGT wurden sowohl verwaltungsstrafrechtliche als auch tierschutzrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Zudem werde geprüft, ob strafgesetzliche Tatbestände vorliegen; sollten sich solche Hinweise bestätigen, werde der Akt an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.
FPÖ-LR Rosenkranz zum Fall von Tierquälerei in Schweinebetrieb
„Was hier passiert ist, ist ein unfassbarer Skandal – und so etwas gehört sofort abgestellt. Die zuständigen Behörden werden sich diesen Betrieb jetzt ganz genau vorknöpfen und wenn die Vorwürfe stimmen, dafür sorgen, dass diesem Treiben rasch und konsequent ein Ende gesetzt wird“, reagiert Landesrat Susanne Rosenkranz auf die Berichterstattung der Kronenzeitung zum ungeheuerlichen Fall von Tierquälerei in einem Mastbetrieb in Hollabrunn.
„Ich möchte eines ganz klar festhalten: Unsere Schweinebetriebe in Niederösterreich schauen auf ihre Tiere. Schwarze Schafe müssen ausfindig gemacht werden, damit nicht ein ganzer Berufsstand schlecht geredet wird. Die allermeisten Landwirte arbeiten hochprofessionell und verantwortungsvoll und achten auf das Tierwohl. Dieser Fall, der Gott sei Dank durch das vorliegende Material öffentlich geworden ist, ist ein trauriges und beschämendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass die Behörden jederzeit einschreiten können – dort, wo es notwendig ist, und ohne Zögern. Ich danke dem VGT ausdrücklich dafür, dass diese ungeheure Tierquälerei ans Licht gebracht wurde. Wir stehen auf der Seite der Tiere – und auf der Seite jener Bauern, die täglich dafür sorgen, dass Landwirtschaft und Tierwohl im Einklang stehen. Solche Zustände sind rigoros abzustellen - Tierquälerei hat in Niederösterreich keinen Platz“, hält Rosenkranz fest.
Grüner Landtagsabgeordneter ist erschüttert
Für den Grünen Hollabrunner Landtagsabgeordneten Georg Ecker ist dieser Fall unfassbar: "Dass ein derartiger Vorfall – trotz der zahlreichen Skandale der vergangenen Jahre – in Niederösterreich noch immer möglich ist, ist erschütternd. Die Worte der Landesregierung sind definitiv zu wenig. Es braucht Antworten statt dem Mauern im Tierschutzbereich in Niederösterreich. Die offensichtlichen Lücken im Kontrollsystem müssen konsequent behoben werden“.
- Achtung - Aufnahmen zeigen Gewalt und Tierleid.
- Foto: Verein gegen Tierfabriken
- hochgeladen von Patricia Reiterer
Hier geht es zum Aufdeckervideo vom VGT.Austria - aber Achtung, nichts für schwache Gemüter
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