Hunde
Gesellschaftlicher Wandel oder: Das andere Ende der Leine...

Mittlerweile vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo eine Schlagzeile zum Thema Hund erscheint: Hundeführerschein, Sachkundenachweis, sogenannte Listenhunde, Hundebisse, Hunde in der Stadt - die Liste lässt sich beliebig erweitern. Doch wie steht es tatsächlich um die Mensch-Hund-Beziehung? Gibt es immer noch Menschen, die meinen, ihr Tier ohne nennenswerte eigene Entwicklung "abrichten" oder "erziehen" zu können?

Gesellschaft im Wandel

Es ist noch nicht allzu lange her, als das Entfernen von Hundekot keineswegs üblich war. Ganz im Gegenteil: All diejenigen, die Hundehalter (mehr oder weniger freundlich) darauf angesprochen haben, ob es nicht möglich wäre, die Hinterlassenschaften ihres vierbeinigen Lieblings vom Gehsteig zu entfernen, wurden bestenfalls ignoriert und schlimmstenfalls angepöbelt. Oder mit einem mitleiden Lächeln bedacht und als Spinner, Weltverbesserer oder "Ökos" bezeichnet.

Heute ist das anders. Das "Sacki fürs Gacki" ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wer heute meint, dafür als Hundehalter/in nicht zuständig zu sein, wird von seinen Mitmenschen (mehr oder weniger freundlich) darauf hingewiesen, dass das Nichtentfernen von Hundekot im öffentlichen Raum ein absolutes No Go ist.

Sitz, Platz, Fuß?

Doch wie sieht es mit der Hundeerziehung aus? Bedarf es auch hier eines gesellschaftlichen Wandels oder ist längst klar, dass ein sozialverträglicher und gut "erzogener" Hund einer ist, dessen Herrchen oder Frauchen sich darüber klar ist, dass dazu auch einiges an Selbstreflexion notwendig sein wird? 

Von der Hundeerziehung zur Mensch-Hund-Beziehung!

Um einen Hund zu einem echten Sozialpartner zu machen, bedarf es neben einer gehörigen Portion persönlichen Engagements auch ein gewisses Maß an öffentlicher Bewusstseinsbildung. Somit sind nicht nur Hundehalterinnen und Hundehalter, sondern auch Hundeschulen und alle, die sich mit dem Thema Mensch-Hund-Kommunikation auseinander setzen, aufgerufen, ihr Angebot zu erweitern. Ergänzend dazu gibt es mittlerweile immer mehr Berater*innen, die primär das Training und Coaching von Menschen im Blick haben. Denn wer einen unsicheren Hund hat, wird ihn nicht souverän durch den Alltag führen können, wenn es am eigenen Selbstwert mangelt. Und wer einen (vermeintlich) aggressiven Hund hat, wird das - aus Sicht des Hundes adäquate und nachvollziehbare - Verhalten nicht dadurch ändern können, indem er oder sie überwiegend auf "Dominanz" setzt, sondern aufgerufen sein, sich auch ein Stück weit mit dem eigenem Konfliktverhalten und/oder entsprechenden Vermeidungsstrategien auseinander zu setzen. 

Hundetraining = Coaching für Menschen

Hunde-Er-Ziehung, wie wir sie bisher kannten, ist überholt. Das 21. Jahrhundert verlangt nicht nur dem Menschen einiges ab, sondern auch dem Tier. Das, was heute gefragt ist, ist ein ganzheitlicher Ansatz, der auch und gerade den Menschen - mit all seinen Stärken und Schwächen - in Beratung und Training einbindet. Denn der kollektive Seufzer "...das wahre Übel findet sich immer am anderen Ende der Leine" wird auf Dauer zu wenig sein.

Tiere als Teil der Gesellschaft 

Zu dieser neuen Form von Bewusstseinsbildung gehört auch, dass Menschen, die keinen Hund haben und sich auch nicht besonders für Tiere interessieren, dennoch wissen, wie man grundsätzlich mit ihnen umgeht. Schließlich würde auch niemand behaupten, dass die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung für all diejenigen uninteressant sind, die selbst keinen Führerschein haben. Auch das erweitert die Angebotspalette der Veterinäre und klassischen "Hundetrainer" um ein Vielfaches. 

Willkommen in der neuen Zeit

Ganzheitliches Hundetraining und menschliche Bewusstseinbildung gehen daher Hand in Hand. Die Akzeptanz und Kombination beider Bereiche stellt eine Entwicklung dar, von der unsere Gesellschaft noch sehr profitieren wird. Unsere Hunde werden dann zwangsläufig mitziehen. Zum Glück sind sie nicht nachtragend.

Autor:

Gerlinde Ullmann aus Horn

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