Unbändige Kraft: Hochwasser am Kamp

Stabile Mauern sind klassische, technische Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser.
  • Stabile Mauern sind klassische, technische Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser.
  • hochgeladen von Kerstin Höfler

Die Bewältigung außerordentlicher Krisensituationen und der Zusammenhalt der österreichischen Bevölkerung zeigen sich in diesen Tagen aktueller denn je. Beim Jahrhunderthochwasser von 2002 packten viele Helfer tatkräftig mit an und versorgten die betroffenen Gebiete.

Der Kamp gilt heute als gelungenes Beispiel für Deregulierung und natürlichen Hochwasserschutz. Im August 2002 zeigte sich ein anderes Bild: Innerhalb weniger Tage regnete es so viel wie normalerweise in einem halben Jahr. Die enormen Regenfälle verkraftete der Kamp nicht. Beim damaligen Hochwasser stand das Wasser meterweit über dem Durchschnittspegel, überflutete dutzende Straßen, Häuser und Gärten. In Kamegg reichte das Wasser 5 Meter über den Pegel. Für das enge, dicht bewohnte Kamptal brachte die Jahrhundertflut Schäden in Millionenhöhe.
Bundesheer, Feuerwehr und zahlreiche freiwillige Helfer versorgten die betroffenen Regionen rund um die Uhr. „Man begann mit den Sicherungsarbeiten, ab diesen Zeitpunkt bekam die Feuerwehr Thunau Hilfe von etlichen Zivilpersonen. Die Organisation Feuerwehr intern klappte wunderbar (Versorgung, Einsatzleitung)“, heißt es seitens der FF Thunau.

Ausbau der Hochwasserschutz-Maßnahmen

Nach diesen tragischen Ereignissen von 2002 war klar, dass die Raumplanung rund um den Kamp überdacht werden musste. Landesregierung, Wiener Universität für Bodenkultur, EVN (Vertreter der Stauseen) und die Gemeinden erarbeiteten zusammen ein neues Entwicklungskonzept für das Kamptal. Das Land kaufte 160 Hektar Ackerland, um Rückhaltebecken, Verbreiterungen des Flussbetts oder Überflutungszonen zu schaffen. Rinder- und Schafherden verhindern die Überwucherung dieser Flächen. Zusätzlich wurde ein Bauverbot außerhalb der zusammenhängenden Siedlungsgebiete verhängt. In den größeren Siedlungen wird auf Hochwasserschutz durch klassische Barrieren gesetzt. Beispielsweise wurden in Gars am Kamp 2 große Hochwasserschutzprojekte durchgeführt. Bei der ehemaligen Spiegelfabrik wurde ein baulicher Hochwasserschutz, unter anderem für die Sicherung der Gebäudesubstanz, errichtet. Im Betriebsgebiet Zitternberg wurden Regionalfördermittel von 754.800 € für einen Hochwasserschutzdamm genehmigt.

Übrigens kam es bereits 1803 zu einer historischen Überflutung am Kamp. Im unteren Abschnitt waren die enormen Fluten sogar großflächiger als jene von 2002 und erstreckten sich fast bis zum Wagram. Da der Kamp damals noch weitgehend unreguliert war, stauten sich die Hochwässer der Donau bis zum Kamp zurück, was schlussendlich die Abflusskapazität verminderte.

Autor:

Kerstin Höfler aus Horn

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