Wildunfälle: Gefahr im Herbst

Rudolf Pithan, Jagdleiter Erich Pithan, Jagdgesellschaft Maigen, Christian Meierhofer (Straßenmeisterei Eggenburg)
  • Rudolf Pithan, Jagdleiter Erich Pithan, Jagdgesellschaft Maigen, Christian Meierhofer (Straßenmeisterei Eggenburg)
  • Foto: privat
  • hochgeladen von H. Schwameis

BEZIRK. Schon bei einer Kollision mit einem kleinen Tier bei nicht zu hohem Tempo kann ein Unfall fatale Folgen für die Insassen des Fahrzeuges haben. Vor allem im Herbst, auf bestimmten Strecken gilt jetzt: Aufpassen! Forscher arbeiten an Unfallvermeidungsstrategien.
Die Jagdgesellschaft Maigen hat am Projekt "Wildtiere und Verkehr Niederösterreich" der Universität für Bodenkultur, Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, teilgenommen.
Dabei wurden Verkehrssicherheitsmaßnahmen in Form der Montage von ca. 50 optischen Wildwarngeräten beiderseits der Landesstraße L1200 in Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei Eggenburg und Mitgliedern der Jagdgesellschaft Maigen Ende September angebracht. Auf diesem Straßenabschnitt waren in den vergangenen Jahren sehr viele Verkehrsunfälle mit Rehwild und Hasen zu beklagen, weshalb sich die Jägerschaft zur Teilnahme an dem Projekt entschlossen hat.
Die Kosten für die Wildwarngeräte von 300 € hat die Jagdgesellschaft Maigen getragen.
Seit 2008 gibt es das Projekt, 62 NÖ Jagdreviere sind dabei (drei aus dem Bezirk Horn), 50.000 Wildreflektoren sind montiert. "Auf diesen Strecken sind die Wildunfälle deutlich zurückgegangen", bestätigt Projektleiter Mag. Wolfgang Steiner von der BOKU.

Geschwindigkeit drosseln
"Wir haben zahlreiche Wildunfälle im Bezirk, das ganze Jahr, vor allem aber in der Herbst- und Winterzeit, wo wir frühere Dämmerung und längere Dunkelheit haben, da ist der Wildwechsel viel stärker und setzt früher ein", weiß Bezirkspolizeikommandant Oberst Brinnich. Daher kann er nur raten, im Bereich von Wäldern und der Wildwarntafeln das Tempo deutlich zu reduzieren. "Das hat zwei Effekte: Erstens kann man dadurch einen Unfall überhaupt verhindern, weil der Lenker rechtzeitig bremsen kann, oder die Folgen eines Unfalls sind wesentlich geringer, wenn ich mit einer geringeren Geschwindigkeit ein Wild erfasse."
Nach der Straßenverkehrsordnung ist vorgesehen, dass man bei einem Sachschadenunfall - das ist auch ein Wildunfall - bei der Polizei eine Meldung machen muss.
"Ein großer Vorteil ist auch, dass diese Warnmaßnahmen (bestimmte Reflektoren oder Einrichtungen an Straßenstellen) das Wild abschrecken, die Straße zu überqueren, wenn ein Fahrzeug kommt", so Brinnich.
672 Unfälle mit Rehwild, 33 mit Schwarzwild und 653 mit Feldhasen wurden 2014 im Bezirk Horn gemeldet.
Mehr dazu auf www.meinbezirk.at/horn.

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