09.04.2017, 09:41 Uhr

ÖBB-CityJet lässt sich von Gmünd nach Wien zu viel Zeit

660 Millionen Euro sollen in den Ausbau der Franz-Josef-Bahn (FJB) fließen. Dass es auch ohne große Investitionen und Baumaßnahmen möglich wäre, die Züge zwischen Gmünd und Wien zu beschleunigen, hat der NÖ Wirtschaftspressedienst bei einer Testfahrt Anfang April herausgefunden.

Die dafür gewählte Verbindung war der Regionalexpress (REX) 2111, der in Gmünd um 6:12 abfährt und Wien Franz-Josef-Bahnhof nach 2:13 Fahrt um 8:25 erreicht. Durch einen technischen Defekt verzögerte sich die Abfahrt in Gmünd um sieben Minuten und die zwei CityJet-Triebwagen verließen den Bahnhof erst um 6:19.

Bereits nach vier Zwischenhalten war der REX bei der Abfahrt in Schwarzenau mit nur mehr sechs Minuten Verspätung unterwegs. Nach exakt einer Stunde Fahrt betrug die Verspätung in Eggenburg nur mehr drei Minuten. Im Bahnhof Absdorf-Hippersdorf war der Zug überhaupt wieder pünktlich. Dem nicht genug, mussten die Fahrgäste zwischen Absdorf-Hippersdorf und Tulln erneut eine Verspätung von eineinhalb Minuten in Kauf nehmen, die durch einen kreuzenden Güterzug verursacht wurde. Auch diese 90 Sekunden waren bis zum Endbahnhof Wien FJB wieder egalisiert.

Damit könnte der REX 2111 die 167 Tarifkilometer vom Gmünd bis Wien statt wie im Fahrplan vorgesehen in 2:13 ohne weiteren auch in 2:05 zurücklegen. Der Anschluss an das Wiener U-Bahnnetz wäre mit Umsteigen im Bahnhof Heiligenstadt überhaupt in nur 1:58 machbar.

Von den neuen CityJet-Garnituren sind die Reisenden auch abseits des langsamen Fahrplans auf der FJB nur bedingt begeistert. Während der kalten Jahreszeit wird vor allem die geringe Heizleistung der Triebwagen kritisiert. Durch die zahlreichen Aufbauten am Dach sind die Fahrzeuge zudem ausgesprochen seitenwindanfällig und neigen dabei zu spürbaren Wankbewegungen. Die Sitzteilung nimmt, wie schon bei den ÖBB-Wendezügen, keinerlei Rücksicht auf die Fensterteilung. Dadurch gibt es Sitzplätze, von denen der Fahrgast aus einfach nur auf die Innenverkleidung des Triebwagens schauen kann. Durch den sogenannten 0:0-Betrieb sind die Triebwagen außerdem ohne Schaffner unterwegs, wodurch das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zunehmend abnimmt. (haw)
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