ARCHÄOLOGEN LEGEN 2000 JAHRE ALTES HAUS FREI

Hohe Birga 01

Ein über 2000 Jahre altes Gebäude aus der Eisenzeit konnten Archäologen der Universität Innsbruck auf der Hohen Birga in Birgitz freilegen.

Bei der Hohen Birga handelt es sich um einen kleinen bewaldeten Hügel, der sowohl Schutz gegen Vermurung und Hochwässer als auch gegen mögliche menschliche Feinde bietet. Im Jahre 1937 waren dort die Überreste einer alten Siedlung, bestehend aus einigen Gehöften, entdeckt worden, aber erst nach dem Krieg konnten von 1949-1956 die archäologischen Ausgrabungen fortgesetzt werden. Dabei wurden eine Reihe von Gebäuden sowie zahlreiche Funde, wie keramische Gefäße, aber auch Schmuck und Werkzeuge aus Metall sowie Objekte aus Glas und Bein entdeckt.

In den folgenden Jahrzehnten geriet der Platz aber zunehmend in Vergessenheit, die bislang entdeckten Überreste verfielen und wucherten zu. 2001 wurde schließlich der Verein Archäotop Hohe Birga gegründet um die zugewachsenen und verwilderten Fundstätte zu sanieren und dringende Restaurierungsmaßnahmen einzuleiten.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Archäologien der Universität Innsbruck konnten daher die archäologischen Arbeiten wieder aufgenommen werden. Auf der obersten Terrasse des Hügels gelang es den Archäologen unter tatkräftiger Unterstützung zahlreicher Mitglieder des Vereines in den letzten beiden Wochen die Überreste eines in den Hang eingetieften eisenzeitlichen Hauses freizulegen. Das aus behauenen Steinen in Trockenbauweise errichtete Gebäude weist einen rechteckigen Grundriss auf und besitzt an der Westseite einen langen Korridor der in den eigentlichen Innenraum mündet berichtet der Grabungsleiter Mag. Florian Müller. Die Wände waren tw. noch bis zu 2 m hoch erhalten, das anzunehmende obere Stockwerk bestand aber wahrscheinlich aus Holz.

Zahlreiche Funde belegen die Datierung des Gebäudes in die jüngere Eisenzeit, also vor mehr als 2000 Jahren. Bei der Siedlung auf der Hohen Birga handelt es sich um die älteste und größte geschlossene rätische Siedlung in Tirol. Die Räter bewohnten seit dem Ende des 6. Jh.v.Chr. den Alpenraum vom Unterengadin im Westen bis in das Virgental im Osten und im Süden bis an den Gardasee. 15 v.Chr. begannen die Römer ihren Feldzug, um die Alpen zu erobern. Im Zuge der militärischen Besetzung des heutigen Nordtirol dürfte auch die Siedlung auf der Hohen Birga niedergebrannt worden sein.

Das Kulturdenkmal Hohe Birga wird nun nach Jahrzehnten endlich den Stellenwert bekommen, den es auch verdient betont Prof. Kurt Haselwandter, der Obmann des Vereins, die Bedeutung des Platzes. Die zahlreichen bedeutenden archäologischen Funde sollen zudem in einem eigenen Museum in Birgitz präsentiert und öffentlich zugänglich gemacht werden.

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