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Ein Wolf hat Rinder in Jerzens schwer verletzt

Obwohl es sich um eine ausgewachsene Mutterkuh handelte, hat vermutlich der
Bär angegriffen. | Foto: Karl Schrott
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    Bär angegriffen.
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IMST. Geklärt ist nun, welcher Tierart die Übergriffe auf Rinder im Riegetal in Jerzens (Bezirk Imst) zuzuschreiben sind. Bei der schwerverletzten Mutterkuh wurde ein Wolf aus der italienischen Population nachgewiesen. Am Dienstag, den 17. August wurden im Gemeindegebiet von Jerzens (Bezirk Imst) eine schwerverletzte Mutterkuh sowie ein einjähriger, ebenfalls schwerverletzter Ochse, der möglicherweise auch abgestürzt ist, aufgefunden.

Dieser musste an Ort und Stelle mit einem Gnadenschuss erlöst und ins Tal geflogen werden. Heute, Mittwoch, hat der örtlich zuständige Amtstierarzt beide Tiere begutachtet. Es besteht der Verdacht auf die Beteiligung eines großen Beutegreifers. Näheres werden die Ergebnisse der genetischen Untersuchung ergeben. Aufgrund dieses Ereignisses werden noch im Laufe des heutigen Tages alle Rinder von der betreffenden Alm sowie Zuchtpferde von der angrenzenden Alm abgetrieben.

Vier tote Schafe

Im Gemeindegebiet von Jerzens wurden bereits am 24. Juli vier tote Schafe aufgefunden. Die genetischen Untersuchungen erbrachten bislang jedoch keinen Nachweis eines großen Beutegreifers. In St. Leonhard im Pitztal wurde bei einem Riss vom 6. Juli die DNA eines Bären nachgewiesen. Der Hirte Klaus Schrott schilderte die Lage im Riegetal. „Als ich am Dienstagmorgen zu den Rindern schauen gegangen bin, sind nicht wie sonst alle auf meine Lockrufe hin zu mir gekommen. Zwei Tiere habe ich schwer verletzt hinter Steinen gefunden. Die ausgewachsene Mutterkuh – die Leitkuh der Herde - und der einjährige Ochs hatten offene Wunden am ganzen Körper und zitterten stark. Den Ochsen mussten wir noch am selben Tag erlösen. Die Kuh konnten wir heute ins Tal bringen und hoffen, dass wir sie gesund pflegen können, auch wenn es derzeit nicht danach ausschaut. Sie hat gekämpft und alles gegeben, um ihre Herde zu verteidigen. Natürlich war ich schon den ganzen Sommer sehr beunruhigt, man hat ja mitbekommen, wie es auf den umliegenden Schafalmen zugeht. Als diese Abgetrieben sind, habe ich mir vor allem um die Kälber auf meiner Alm Sorgen gemacht. Dass auch eine ausgewachsene Kuh ins Beuteschema des Raubtieres passt, ist ein weiterer Schock. Natürlich wollten wir unsere Tiere weiter dieser Gefahr aussetzen und haben die Herde heute von der Alm gebracht. Mit so einem Bären in der Region ist die Almwirtschaft schlicht nicht möglich.“

Befürchtungen bestätigt

„Wir sehen unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Raubtiere finden ihre Beute. Sind keine Schafe auf den Almen, gehen sie auf die Rinder los. Sind die Almen leer, wandern sie ins Tal. Dass neben der Bedrohung durch Wölfe nun auch noch Bären hinzukommen, ist furchtbar. Nächsten Montag tritt die im Julilandtag beschlossene gesetzliche Anpassung in Kraft. Ich erwarte mir, dass nun, wie es den Bauern versprochen wurde, die entsprechenden Maßnahmen zum Fortbestand unserer Almwirtschaft und der kleinbäuerlichen Struktur ergriffen und Abschüsse ermöglicht werden“, kommentiert Vereinsobmann Josef Hechenberger die jüngsten Ereignisse.
 Ebenfalls heute, Mittwoch, hat der zuständige Amtstierarzt auf einer Alm in Hochoetz (Bezirk Imst) drei tote Schafe begutachtet. Auch hier besteht der Verdacht auf die Beteiligung eines großen Beutegreifers. Proben wurden entnommen. Diese werden zur genetischen Untersuchung nach Wien geschickt. Im Ötztal und auch im Gemeindegebiet von Silz wurden in den vergangenen Wochen immer wieder tote Schafe aufgefunden und mehrfach die DNA von Wölfen nachgewiesen. In Umhausen wurde Ende Mai auch ein Bär genetisch bestätigt.

Obwohl es sich um eine ausgewachsene Mutterkuh handelte, hat vermutlich der
Bär angegriffen. | Foto: Karl Schrott
Die Leitkuh hat alles gegeben, um ihre Herde vor dem Großraubwild zu verteidigen. | Foto: Karl Schrott
Dieser einjährige Ochs musste notgeschlachtet werden. | Foto: Karl Schrott
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