Lebensader Hahntennjoch
Mehr als eine Straße, eine Verbindung zwischen zwei Regionen

Vertreter aus dem Außerfern gesellten sich mit mitgebrachten "Sauknödeln" zur Imster Delegation.
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  • Vertreter aus dem Außerfern gesellten sich mit mitgebrachten "Sauknödeln" zur Imster Delegation.
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Zur Sonderausstellung „Das Hahntennjoch: Naturweg – Kulturweg - Rennstrecke“ wird seit vergangenem Freitag ins "Museum im Ballhaus" in Imst und in die "Wunderkammer" in Elbigenalp geladen. 

IMST/ELBIGENALP. Die Berichterstattung bezüglich des Hahntennjoch drehte sich in jüngster Vergangenheit hauptsächlich um die Dezibelbeschränkung bei Motorrädern, die zu Tausenden über die beliebte Straße brettern.
Für die Bevölkerung des Lechtals und seiner Seitentäler hingegen ist die Hahntennjochstraße eine Lebensader und die kürzeste Verbindung nach Imst und in die Landeshauptstadt. Ein gefährlicher Weg, der früher auch in den Wintermonaten genutzt wurde und viele Opfer gefordert hat.
Kein Wunder, dass bestimmte Abschnitte als verwunschen galten und so manche Sage ihren Ursprung in dieser Gegend hat. Die Ausstellungen im Imster Ballhausmuseum und der Wunderkammer in Elbigenalp geben der Baugeschichte, aber auch der einzigartigen Natur abseits der Straße, Raum. Zu sehen sind Relikte, Fotos, Landkarten, aber auch Filme rund ums "Joch".

Radfahrer am Hahntennjoch
  • Radfahrer am Hahntennjoch
  • Foto: Imst Tourismus/ Rudi Wyhlidal
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Naherholung und Sportlerparadies

Ambitionierte Radsportbegeisterte bewältigen 34 kurvige Kilometer von Imst nach Elmen auf der schmalen Straße mit gut 1000 Höhenmetern allein durch ihre Muskelkraft.
Direkt neben der Straße weiden Kühe, deren Milch auf der Imster Sennape Maldon zu Butter und Käse verarbeitet wird.
Im hochalpinen Wandergebiet befinden sich mit der Hanuer Hütte und der Anhalter Hütte zwei Alpenvereinsstützpunkte, die auch Ausgangspunkt für die Besteigung anspruchsvoller Gipfel oder Station auf mehrtägigen Wanderungen sind. Der Naturraum Hahntennjoch beherbergt auf seinen fruchtbaren Kalkböden seltene Pflanzen und Tiere, im Lechtal kann im Naturpark Tiroler Lech die letzte Wildflusslandschaft im nördlichen Alpenraum erkundet werden.

Rast am Salvesenbrünnl 1925: Maria und Anselm Perl mit ihrem Lastesel aus Boden treffen auf 4 Wanderer
  • Rast am Salvesenbrünnl 1925: Maria und Anselm Perl mit ihrem Lastesel aus Boden treffen auf 4 Wanderer
  • Foto: Rosi Perl
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Geschichte des Überganges reicht weit zurück

Das „Joch“ wird schon seit Jahrhunderten als Übergang zwischen dem Inn- und dem Lechtal genutzt. Davon zeugen frühe kulturhistorische Funde, wie das „Parzinnmänchen“, ein Adorant aus dem 5. Jh. v. Chr. Das Original, 1902 gefunden, befindet sich im Tiroler Landesmuseum, eine Kopie davon ist im Rahmen der Ausstellung in beiden Häusern zu sehen. Auch der Bergbau hat mit dem Abbau von Galmei und Blei seine Spuren in der Region hinterlassen und findet entsprechend Platz in den Ausstellungen.

Der Bau der Straße findet unter schwierigsten Bedingungen statt
  • Der Bau der Straße findet unter schwierigsten Bedingungen statt
  • Foto: Archiv Stadt Imst
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Langwierige Bauphase

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird unter schwierigsten Bedingungen mit dem Bau einer Straße begonnen, erste Arbeiten erfolgen ausschließlich händisch. Die anfängliche Planung, beim Linserhof eine Abzweigung nach Tarrenz zu bauen, wurde schließlich verworfen.
1969, also fast zwanzig Jahre nach Baubeginn von Imster Seite, findet die feierliche Eröffnung der Schotterstraße durch Landeshauptmann Eduard Wallnöfer statt, letzte Belags- und Sicherungsarbeiten finden erst 1977 ihren Abschluss.

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