Wie Menschen mit Behinderung in ihrem Dorf eine passende Arbeit finden – am Beispiel Sölden

In Sölden arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand.
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  • In Sölden arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand.
  • Foto: Falkner /Gemeinde Sölden
  • hochgeladen von Petra Schöpf

SÖLDEN Seit Jänner arbeitet Ewald Falkner im Seniorenheim seiner Gemeinde. Mit Hausmeister Thomas Falkner sorgt er für sichere, schneefreie Wege, stellt im Saal die Stühle auf oder erledigt Botengänge. „Die beiden sind ein gutes G’spann“, beobachtet Heimleiterin Ingrid Holzknecht. Sie schätzt ihn als gewissenhaften Mitarbeiter, der mitdenkt. „Er fährt allein mit der Kehrmaschine durch die Garage, entsorgt montagfrüh selbständig den Biomüll, denkt mit – und erinnert mich, wenn ich was vergessen hab!“, lobt ihn auch der Hausmeister.
Der Schritt nach 20 Jahren in der Lebenshilfe in eine Anstellung kostete den 48-Jährigen anfangs Überwindung. Doch heute ist er froh, hier einen guten Chef und eine Aufgabe zu haben – und nicht mehr täglich zwei Stunden pendeln zu müssen. „Nur schade, dass meine verstorbene Mutter nicht mehr sieht, was ich hier für einen super Job mache“, meint Ewald Falkner und man spürt, dass ihm die neue Arbeit viel bedeutet.

Gutes Miteinander im Dorf
„Wir wollten Ewald Falkner dort einsetzen, wo er am besten geeignet ist. Das braucht auch Mitarbeiter, die das richtige Gespür haben“, erklärt Bürgermeister Ernst Schöpf. „Ewald ist einer der Führung braucht, aber tadellos seine Arbeit macht und uns auch andernorts mithilft.“ Wenn der Bauhof im Winter eine Aushilfe braucht oder der Schulwart die Faschingsvorbereitungen in Obergurgl nicht alleine schafft, springt Ewald Falkner wie sein Kollege ein. „Die Arbeit geht in der Gemeinde nicht aus. Und als Assistent des Hausmeisters ist Ewald am richtigen Platz“, freut sich der Bürgermeister über das gute Miteinander: „Ein gelungenes Beispiel wie man Menschen mit Behinderung im Heimatdorf einbindet.
„Wir ermutigen und begleiten Menschen mit Behinderung, einen Platz inmitten der Gesellschaft zu finden“, erklärt Lebenshilfe-GF Georg Willeit. Dass Ewald Falkner in seiner Gemeinde Arbeit und Anerkennung findet, hat für Willeit Modell-Charakter für andere Gemeinden in Tirol.

Hintergrund
Ab 25 Beschäftigten muss jeder Betrieb eine Person mit Behinderung beschäftigen. So sagt es das österreichische Behinderteneinstellungsgesetz. „Damit diese Idee der Gleichberechtigung auch gelebt wird, braucht es aufgeschlossene Führungskräfte und Mitarbeiter wie hier in Sölden – und da und dort Unterstützung durch unsere Arbeitsassistenten“, so Lebenshilfe-GF Georg Willeit.

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