24.09.2014, 10:04 Uhr

Jugend sorgt für Ärger in der Stadt

Eine Gruppe Jugendliche, vorwiegend mit Migrationshintergrund, sorgt seit mehr als einem Jahr für erheblichen Ärger in der Stadt Imst. Zahlreiche Straftaten stehen am Konto der gerade einmal strafmündigen Burschen. Zudem haben in der Vergangenheit auch Heimaufenthalte, zahlreiche persönliche Gespräche und polizeiliche Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt erzielt. "Wir haben vor diesen teils rabiaten Halbwüchsigen echte Angst, denn sie verhalten sich den Erwachsenen gegenüber sehr aggressiv, auch die Polizisten werden nur verspottet, wenn diese gerufen werden. Nicht einmal am Spielplatz hinter dem Würtembergerhaus können wir mit unseren Kindern ungestört die Nachmittage verbringen", erklärt eine verärgerte Mutter. Und sie ist nicht alleine. Neben Eigentumsdelikten stehen in der besagten Jugendgang vor allem Drohungen, Nötigung, Erpressung und Gewaltakte am Tagesprogramm. Erst unlängst wurden zwei "Anführer" am Landesgericht zu bedingen Haftstrafen samt Geldbußen verurteilt und der Vermerk "letzte Chance" beigefügt. Weil sie auch die Regeln des Imster Jugendzentrums missachteten, wurde einigen Burschen auch dort striktes Hausverbot erteilt. JZ-Leiter Philipp Scheiring kennt das Problem daher nur zu gut, hat aber mit seinem Team nun zwei Projekte ins Leben gerufen, um die Sozialisation der Problemfälle anzustoßen. "Die Jugendlichen wollen nach einem Jahr Hausverbot wieder ins Jugendzentrum kommen. Die Bedingungen lauten, drei Monate Dienst an der Allgemeinheit und keine weiteren Straftaten. So wird ein Jugendlicher ein Mosaik am Spielplatz bauen und betreuen, ein weiterer Jugendlicher soll kochen und damit die Allgemeinheit verköstigen. Wir hoffen, dass damit die Integration vorangetrieben werden kann", erklärt Scheiring. Vom Elternhaus der Problemkinder ist dagegen kaum etwas zu erwarten, sie sind teilweise nicht einmal der deutschen Sprache mächtig. Polizei-Bezirkskommandant Hubert Juen sagt: "Unsere Möglichkeiten sind begrenzt. Auch wir haben schon einige Einzelgespräche geführt, diese sind aber nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Trotzdem werden wir auch abseits der strafrechtlich relevanten Ermittlungen auch die Präventionsarbeit weiterführen." JZ-Leiter Scheiring hofft jedenfalls, dass mit den Jugendprojekten ein wenig Druck aus der Sache genommen wird und appelliert an alle, den Integrationsgedanken nicht zu vergessen, bzw. aktiv mitzutragen.
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erika huck aus Innsbruck | 26.09.2014 | 16:14   Melden
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