Gehirntumor mit 28 Jahren

Friedrich Kleinhapl: „Es war ein schwerer Einschnitt.“
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  • Foto: Marco Rossi
  • hochgeladen von Alexandra Laubner

Ausnahme-Cellist Friedrich Kleinhapl über die Überwindung von Krisen

BEZIRKSZEITUNG: Was würden Sie tun, wenn Sie nicht mehr Cello spielen könnten?
FRIEDRICH KLEINHAPL: „Solche Ideen möchte ich gar nicht durchdenken. Das Cello ist nicht ein Beruf, es ist viel eher mein Leben. Und das lässt sich ja bekanntlicherweise nicht einfach austauschen. Aber ich habe viele andere Interessen und vielleicht auch die eine oder andere Begabung.“

BZ: Gab es Durststrecken im Laufe Ihrer Karriere?
KLEINHAPL: „Auf jeden Fall. Beispielsweise, als ich aufgrund meiner geringen Körpergröße in Paris meine eigene Cellotechnik gesucht habe. Das ging bis an die tiefsten Wurzeln der psychischen Existenz. Auch mein Gehirntumor vor 17 Jahren war mit Sicherheit ein schwerer Einschnitt. Als Mensch und als Musiker hat mich die Überwindung dieser Krisen aber unendlich befruchtet und bereichert.“

BZ: Sie lassen beim Spielen die Funken sprühen und sind risikobereit. Entspricht das auch der Privatperson Kleinhapl?
KLEINHAPL: „Also, wenn ich jetzt in den Spiegel schaue, sehe ich keinen feuerspeienden Psycho-Pyromanen. Ich selbst empfinde mich oft sogar als eher zurückgezogen. Von meiner Umwelt bekomme ich seit jeher ein gegenteiliges Feedback, obwohl ich immer bemüht bin, meine Energie im Zaum zu halten.“

BZ: Wenn man Ihre Biografie liest, entsteht der Eindruck, Sie seien am Zenit Ihrer Karriere. Haben Sie noch Visionen?
KLEINHAPL: „Da ich kein Prophet bin, kann ich zu meinem Zenit wenig sagen. Visionen gibt es in Hülle und Fülle. Viel eher mache ich mir Gedanken, ob ich all die Projekte und Ideen aufgrund des biologischen Zeitmangels umsetzen werde können.“

Wiener Cellist mit belgischen Wurzeln
Friedrich Kleinhapl präsentiert am 20. Oktober seine neue CD. Von London bis Caracas: Die Liste der künstlerischen Erfolge von Friedrich Kleinhapl lässt sich endlos fortsetzen. Trotzdem hält es den Cellisten in Österreich. Am 20. Oktober präsentiert der 45-Jährige die Einspielung der Beethoven-Sonaten im Musikverein. Infos auf www.kleinhapl.at

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