14.02.2018, 08:58 Uhr

Jedem Wein sein Tresor in der Winebank

Wein-Fan Gerhard Strasser ist Geschäftsführer und Clubleiter der Winebank Wien.

In einer unscheinbaren Bürogemeinschaft in der Grünangergasse findet man den wohl größten Weinkeller Wiens.

INNERE STADT. Wohin mit den edlen Tropfen, wenn man zu Hause keinen Platz hat? Man könnte sie zu Verwandten und Freunden auslagern, aber dass sie dort sicher sind, ist auch selten garantiert. Alternativ könnte man sie in den Safe in der Grünangergasse 8 bringen. Dort findet man in einem ehemaligen Luftschutzbunker zwei Stockwerke unter der Erde eine Bank, die auf Wein spezialisiert ist. Über den Zugang muss man sich keine Sorgen machen. Der ist von 0 bis 24 Uhr möglich.

Die Winebank Wien bietet Platz für 190 Mieter mit einer Vorliebe für guten Wein. Das Konzept kommt aus Deutschland, wurde aber von Gerhard Strasser in die Innenstadt gebracht. "Wir haben den Winebank-Gründer in Deutschland besucht, weil wir eine Nutzung für den renovierten Keller gesucht haben, und die Idee hat uns gefallen", erzählt er. Mit einer Wiener Künstlerin, einem oberösterreichischen Schlosser und viel Handarbeit wurden die Safes und der Keller gestaltet. "Wir wollten zwar eine moderne Einrichtung, aber sie sollte in das alte Gewölbe passen", so Strasser. Das erkennt man auch mit einem Blick auf die Schließfächer: Statt von klassischen Metallgittern werden die Flaschen von einer metallenen Weinrebe geschützt.

Käse zum Wein

Nachdem er die Grundsteine gelegt hatte, suchte Strasser nach Partnern. "Wir haben schon einige Winzer bei uns, die ihre Weine für Clubmitglieder zur Verfügung stellen." Abgerechnet wird mit einer Stricherlliste. Vertrauen wird hier großgeschrieben. "Also bis jetzt ist noch nichts passiert", scherzt Strasser. Neben den Partner-Winzern gibt es auch Kulinarisches in der Bank. Anton Sutterlüty lagert und produziert seine Käsesorten im umgebauten Keller. Zwölf oder 24 Monate gereifter Käse steht den Bankern ebenso zur Verfügung wie die Salami von Buongustaio. Auch hier gibt es die Stricherlliste. "Wir wollten ein Gesamtpaket für unsere Banker schnüren. Da muss man auch an das leibliche Wohl denken", so Strasser.

Clubhaus im Keller

Weil auch sehr teure und seltene Weine oder Whiskeys in der Winebank lagern, ist der Zutritt nur über eine Clubmitgliedschaft möglich. "Wie in einer Bank braucht man eine Schlüsselkarte, um sich Zutritt zu verschaffen", erklärt Strasser. Das ist auch nötig, denn manche Flaschen sprengen die 5.000-Euro-Marke. "Der Inhalt unserer Safes ist zwar versichert, aber da geht man lieber auf Nummer sicher." Ein paar Safes sind noch frei. Alle Infos gibt es unter www.winebank.de/wien
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