12.10.2014, 14:35 Uhr

Neuer Glanz für das Rathaus

Iris Bemoser, ausführende Restauratorin, Veronika Strasser von der MA34 und Susanne Beseler, planende Restauratorin, neben dem "Baumeister", Architekt Friedrich Freiherr von Schmidt.

Die Sanierung der Rathaus-Südfassade ist abgeschlossen. Aufgrund der zehn eingebetteten Figuren aus Savonnières-Kalkstein ein besonders kniffliges Unterfangen.

INNERE STADT. Über das Rathausdach steigen wir auf das Gerüst Richtung Lichtenfelsgasse. Unter uns tun sich markante Bauwerke der Innenstadt auf – die Karlskirche, der Theseustempel, die Hofburg, die Kuppeln des Natur- und des Kunsthistorischen Museums. Vorsichtig wagt man den Abstieg.

Ausgestellte „Bürgerberufe“

In 32m Höhe prangen nun 10 frisch restaurierte und sehr detailreichen Figuren vom Rathaus. Dargestellt werden verschiedene „Bürgerberufe“, vom Maler bis zum Schuhmacher. Zentral aufgestellt ist der „Baumeister“, in dem zugleich auch der Architekt des Rathauses, Friedrich Schmidt, passend zum neugotischen Stil mittelalterlich gewandet, abgebildet ist.

Präzisionsarbeit

"Die 4.500m² Fassade behandelte man mit einem speziellen Sandstrahler, jede Fuge wurde händisch ausgekratzt und neu gefüllt", berichtet Veronika Strasser von der MA34 Bau- und Gebäudemanagement vom Einsatz und der Leistung der Beteiligten. Für Ausbesserungsarbeiten wurde dasselbe Material wie zur Bauzeit, St. Margarethener Kalksandstein, verwendet. Ein Team aus Restauratoren, Steinmetzen und Bildhauern hat neben der Fassade auch die im 19. Jahrhundert gefertigten überlebensgroßen Statuen behutsam saniert.

Aufwändige Rekonstruktion

"Die Figuren selbst waren in sehr schlechtem Zustand, teilweise amputiert und, da sie der Fassade vorgelagert sind, ziemlich verwittert", so Strasser weiter. Hier rekonstruierte man nach den Original-Modellen, die sich im Wien Museum befinden, fehlende Teile und passte sie vor Ort ein. Unrettbare Figuren aus der Westfassade dienten kurzerhand als Ersatzteillager. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, wurde jede Figur gescannt. Nun werden mittels 3D-Drucker neue Modelle hergestellt.
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