Igls: Der K(n)ackpunkt Toilettenpapier

INNSBRUCK. Da im Stadtteil Igls der städtische Kindergarten im Sommer nicht geöffnet hat, haben die IglerInnen einen eigenen Verein gegründet, der nun die Sommerbetreuung organisiert. Die Stadt stellt dem Verein dafür die Räume des Kindergartens zur Verfügung. Wer nun aber das Klopapier zahlt, darüber musste erst noch diskutiert werden.

„Pionier zu sein, ist nicht immer ganz einfach“, bringt es Margit Raich, Obfrau vom neugegründeten Verein Kindersommer Igls, auf den Punkt. So wie jeder, der neue Ideen umsetzt, war auch der Kindersommer Igls oft mit unvorhersehbaren Hürden konfrontiert. Beispielsweise rechnete wohl keiner der Vereinsmitglieder damit, dass darüber verhandelt werden muss, wer Klopapier, Getränke, Taschentücher, Papier und Filzstifte bezahlen muss. „Wir haben in diesen Dingen auf die Unterstützung der Stadt gehofft. Jetzt müssen wir diese Verbrauchsmaterialen selbst organisieren. Wie bei vielen anderen Hürden wird uns auch hier etwas einfallen“, berichtet Margit Raich gelassen.

Gerüchte darüber, dass auch Spielsachen des Kindergartens nicht benutzt werden dürfen, lässt Margit Raich gar nicht erst gelten: „Wir wollen so wenig vom Inventar des Kindergartens nutzen wie es geht. Außerdem haben wir vor, mehr Zeit mit den Kindern draußen zu verbringen, da kommt die Frage des Spielzeugs gar nicht erst auf“, so Raich.

Küche nur mit Einschulung
Ein weiterer Knackpunkt war die Benützung der Küche. „Die Küche ist eine Gastroküche. Für diese gibt es Hygienebestimmungen, in die das Personal eingeschult werden muss“, begründet Vizebgm. Christoph Kaufmann. Nun sei man dabei zu verhandeln, dass zumindest die Spülmaschine und das Geschirr benutzt werden dürfen. „Dürfen wir die Geräte nicht verwenden, müssen wir eben wieder kreative Lösungswege suchen“, so Raich, die wohl keine Hürde mehr schocken kann.

Auch für den Mittagstisch wurde ein Sponsor gefunden. Das Parkhotel in Igls wird für die Kinder kochen. „Um Geräte zum Warmhalten der Speisen haben wir uns schon selbst gekümmert. Wir werden versuchen, den Preis in Richtung vier Euro zu bewegen“ ist Raich zuversichtlich. Von einigen Zweifeln oder Aussagen wie: „In dem Verein sind nur Frauen, das kann gar nicht gut gehen“, lässt sich Margit Raich nicht unterkriegen. Die 59 Kinder, die bereits für die Betreuung angemeldet sind, sprechen für sich.

„Tolles Angebot geschaffen“
Vizebgm. Christoph Kaufmann stellt nach anfänglicher Skepsis ein gutes Zeugnis aus: „ Ich glaube wirklich, dass in Igls ein tolles Angebot geschaffen wird. Die Mütter des Vereins machen einen sehr engagierten Eindruck“, und auch eine finanzielle Beteiligung von Seiten der Stadt schließt Kaufmann nicht aus. Der Verein freut sich natürlich über jede Unterstützung: kindersommer.info.

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