02.11.2016, 16:42 Uhr

Benannt nach dem Heiligen Martin

Auf der Anhöhe einer Hügelkette - diese begrenzt das Raabtal nach Süden hin - steht die Kirche von Sankt Martin an der Raab. (Foto: Ernst Mayer)

Patron des Burgenlandes und der Diözese wurde vor 1.700 Jahren geboren

Die Frage, ob der Heilige Martin von Tours im Jahr 316 oder 317 geboren wurde, ist auch für gewiefte Historiker nicht eindeutig zu beantworten. In jedem Fall hat sich die Diözese Eisenstadt entschlossen, im heurigen Jahr 2016 den Landespatron des Burgenlandes und seine Geburt vor 1.700 Jahren hochleben zu lassen.

Der im Raum des heutigen Steinamanger Geborene ist aber auch Gemeinde- und Pfarrpatron von St. Martin an der Raab und Namensgeber für den Ort. Die Lage der Kirche entspricht jedenfalls der Weisung des ersten Arpadenkönigs Stephan dem Heiligen (969 - 1038). Diese Weisung besagt, dass je zehn Siedlungen eine Pfarre zu errichten und eine Kirche aufzubauen sowie aufrecht zu erhalten haben.

Auch der Friedhof rund um die Kirche weist auf eine Gründung der Pfarre im Mittelalter hin. 1213, bei einer Grenzbegehung des 1183 gegründeten Zisterzienserklosters St. Gotthard, scheint unter den Zeugen auch ein "Petrus, Priester von St. Martin" auf.

Es ist nicht auszuschließen, dass dieser Petrus einer der ersten Seelsorger von St. Martin war. Mehrere Kirchenhistoriker weisen auf die Tatsache hin, dass an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert, als nämlich die Burg Dobra in Neuhaus am Klausenbach gebaut worden ist, "am einzigen Raabübergang bei Neumarkt" eine Pfarre für diese Herrschaft gegründet worden ist.

Dazu würde auch eine Eintragung im Protokollbuch der Pfarre - allerdings aus späterer Zeit passen, in der die Existenz der Kirche seit 1274 angegeben ist.

Außer St. Martin an der Raab tragen noch zwei weitere Orte im Burgenland den Namen des großen Heiligen: Markt St. Martin (Bezirk Oberpullendorf) und St. Martin in der Wart (Bezirk Oberwart).

Auszug aus dem Visitationsprotokoll von 1698:

"… Diese Kirche steht also auf einem mählich ansteigenden oben flachen Hügel an einem auffälligen Platze zu Ehren des Hl. Bischofs Martin v. Tours, vor langer Zeit von rechtgläubigen Katholiken erbaut …"

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