27.06.2017, 13:59 Uhr

Wassergenossenschaften: Idealisten im Dienste der Wasserversorgung

Rund 6.000 Haushalte versorgen die 77 Wassergenossenschaften der Bezirke Güssing und Jennersdorf. Darunter ist auch jene für Gritsch-Dorf unter ihrem Obmann Manfred Redl.

Große Teile der Wasserversorgung in den Bezirken Jennersdorf und Güssing sind genossenschaftlich organisiert.

"Alle Haushalte kennen sich untereinander gut, und wir können einen günstigen Wasserpreis anbieten." Was Obmann Manfred Redl über die Wassergenossenschaft Gritsch erzählt, gilt wohl für viele der privaten Genossenschaften, die in den südburgenländischen Dörfern für die Trinkwasserversorgung zuständig sind.

Eigenversorgung aus Tradition

Entstanden sind sie in den Nachkriegsjahrzehnten, als die Wasserversorgung von Hausbrunnen auf Wasserleitungen umgestellt wurde. "Die Bewohner haben mit Spaten sämtliche Leitungen händisch gegraben", erzählt Redl.

Nachdem in den 90er Jahren die überregionalen Wasserverbände mit ihren Ringleitungen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit gegründet wurden, sank die Zahl der örtlichen Genossenschaften sukzessive. Trotzdem gibt es noch immer viele von ihnen.

Sechs bis 276 Mitglieder

Im Bezirk Güssing sind es 42, im Bezirk Jennersdorf 35. Die Zahl der angeschlossenen Haushalte reicht von sieben (Minihof-Liebau) bis 240 (Deutsch Kaltenbrunn-Bergen). Im Bezirk Güssing hat die größte Genossenschaft 276 Mitglieder, die kleinste sechs. 3.468 Mitglieder gibt es im gesamten Bezirk.

Einige verfügen über eigene Brunnen, einige - wie Gritsch - beziehen das Wasser aus Gemeindebrunnen. Anbindungen an die regionalen Versorgungsverbände gewährleisten, dass auch in trockenen Zeiten genug Wasser aus den Hähnen rinnt.

Ehrenamtlich

Was die Genossenschaften verbindet, ist die Ehrenamtlichkeit ihrer Funktionäre. "Es ist ein gutes Stück Idealismus dabei", so Manfred Redl, der seine Freizeit ebenso zur Verfügung stellt wie die Genossenschaftskassierin, die jedes Jahr die 30 Haushalte abklappert, um den Wasserverbrauch abzulesen und die Gebühren zu kassieren.

Dass diese Ehrenamtlichkeit so wie in vielen Vereinen an Grenzen stößt, ist auch Manfred Redl klar. "Hätte ich vor zwei Jahren den Obmann nicht genommen, dann hätte sich die Genossenschaft wohl aufgelöst."
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