14.10.2014, 15:12 Uhr

Industrie leidet unter fehlender S7

Die Arbeitgebervertreter warnen vor dem Verlust vieler Arbeitsplätze und dem Ausbleiben von Betriebsansiedelungen. (Foto: Industriellenvereinigung)

"Freiluftmuseum Südburgenland" - Im Wirtschaftspark Heiligenkreuz siedeln sich keine neuen Betriebe an

2007 Baubeginn, 2009 Eröffnung - so lautete im Jahr 2005 der Zeitplan des Verkehrsministeriums für die Schnellstraße S 7. Neun Jahre später liegt noch nicht einmal das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung vor.

Den größten Arbeitgebern im Bezirk Jennersdorf droht angesichts dessen der Geduldsfaden zu reißen. "Die Industrie wird auf die fehlende Infrastruktur reagieren müssen. Neuansiedlungen von Unternehmen wird es nicht geben", schlägt Lenzing-Geschäftsführer Bernd Zauner Alarm.

Vossen stellt die Grundsatzfrage

"Sollte sich die infrastrukturelle Lage in naher Zukunft nicht deutlich verbessern, muss sich Vossen ernsthaft die Frage stellen, ob die ständig steigenden Marktanforderungen in diesem Umfeld noch bewältigt werden können", stellt Vossen-Geschäftsführer Werner Blohmann die Rute ins Fenster.

"Längere Fahrzeiten bedeuten längere Lieferzeiten, das bedeutet weniger Wettbewerbsfähigkeit", bringt Hans Peter Katzbeck vom gleichnamigen Fenstererzeuger das Fehlen der S 7 den Punkt.

Ostbahn dringend elektrifizieren

Den Industriebetrieben fehlt nicht nur die S7, sondern auch die lange versprochene Elektrifizierung der Ostbahn zwischen St. Gotthard und Graz. "Mit der Elektrifizierung der Ostbahn hätten wir auf einen Schlag einen attraktiven Zugang zum steirischen Technologiecluster", betont Steffen Riemer vom Lichtkonzern Tridonic.

Keine Neuansiedlungen

Im Wirtschaftspark Heiligenkreuz sind neben dem Faserhersteller Lenzing eine Handvoll weiterer Unternehmen angesiedelt. Platz wäre auf dem 250.000 m2 großen Areal noch genug, aber der Zustrom neuer Betriebe stockt. "Dass der Wirtschaftspark über keine optimale Verkehrsanbindung verfügt, ist ein essentieller Nachteil für die Betriebsansiedlung", räumt Franz Kast von der Landesgesellschaft WIBAG ein.

"Die Politik muss sich entscheiden, ob man Arbeitsplätze in der Region will oder ob man aus dem Südburgenland ein großes Freiluftmuseum machen will", so das Fazit von Bernd Zauner.
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