Doppeljubiläum gefeiert
150 Jahre gelebte Geschichte im Heimathaus Windischgarsten
- Mit Bernhard Rieser (Windischgarsten), Maria Benedetter (Rosenau) und Kurt Pawluk (Roßleithen) konnte Vereinsobfrau Brigitte Schöngruber (4.v.r.) gleich drei Bürgermeister bei der Jubiläumsfeier willkommen heißen.
- Foto: Weymayer
- hochgeladen von Martina Weymayer
Das Heimathaus in der Marktgemeinde Windischgarsten wurde bereits im Jahr 1876 gegründet. Es gehört zu den ältesten seiner Art in Oberösterreich.
WINDISCHGARSTEN. Am 1. August wurde das 250-jährige Bestehen gebührend gefeiert. Dabei gab es noch einen zweiten Grund, die Gläser zu erheben, denn der Heimat- und Museumsverein ist heuer 40 Jahre alt. Seit dem vergangenen Jahr steht Brigitte Schöngruber als Obfrau an der Spitze. Zum offiziellen Festakt erschien sie stilecht in einem Kostüm aus dem 19. Jahrhundert.
Zu den Gratulanten zählte auch Bürgermeister Bernhard Rieser. „Ich bin stolz darauf, dass wir in Windischgarsten dieses Heimathaus beherbergen“, betonte er. Sein Dank galt dem neuen Vorstand rund um Brigitte Schöngruber. Fürs Bewahren der Geschichte(n) und für eine erfolgreiche Zukunft brauche es die Mischung aus Verjüngung und dem Erfahrungsschatz der älteren Generation, so Rieser.
Eines der traditionsreichsten Häuser im Land
Das Museum in Windischgarsten zählt zu den ältesten Heimathäusern des Bundeslandes. Gegründet wurde es 1876 von Baron Wilhelm von Schwarz-Senborn. Er war Studienkollege von Emil Zeller und unterstützte diesen finanziell bei der Eröffnung der ersten Apotheke in Windischgarsten. 1873 leitete Schwarz-Senborn die Wiener Weltausstellung. Ein Cholera-Ausbruch hielt jedoch viele Besucher fern, ein finanzieller Flop war die Folge. Danach zog er sich aus Wien zurück, verbrachte seine Urlaube im Garstnertal und gründete hier unter anderem das Heimatmuseum und eine Bibliothek.
Sonderschau zeigt Exponate aus der Gründungszeit
Eine aktuelle Sonderschau zeigt Exponate aus dieser frühen Gründungszeit. Darunter befinden sich unter anderem ein Narwalzahn und eins der ersten Telegramme, das nach Windischgarsten geschickt wurde.
Heute umfasst die Sammlung des Heimathauses mehr als 2.000 Objekte. Zu den bedeutendsten zählt die „Windischgarstner Kanne“ aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Daneben beherbergt das Museum eine Vielzahl an Besonderheiten und Kuriositäten – zum Beispiel ist die sogenannte „Geduldsflasche“, im Volksmund auch „Eing'richt's“ genannt. Wer jetzt nicht sofort ein klares Bild davon hat, sollte bei nächster Gelegenheit selbst im Heimthaus vorbeischauen. Es lohnt sich!
Das Heimathaus ist bis Ende Oktober jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr sowie jeden Mittwoch, 15 bis 17 Uhr, geöffnet.
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