Eine "Fusion ohne Knalleffekt": Neue Mittelschulen in Kirchdorf werden zusammengelegt

Johann Grufeneder, Sibylle Schmid, Petra Kapeller und Bürgermeister Wolfgang Veitz (von links)
  • Johann Grufeneder, Sibylle Schmid, Petra Kapeller und Bürgermeister Wolfgang Veitz (von links)
  • hochgeladen von Martina Weymayer

KIRCHDORF. Was schon 2014 im Gemeinderat beschlossen wurde, wird ab dem kommenden Schuljahr Realität: Die beiden Neuen Mittelschulen (NMS) in Kirchdorf werden zusammengeführt. Dies bringt auch einen umfangreichen Umbau des Pflichtschulzentrums mit sich. Die Kosten lassen sich noch nicht genau beziffern, liegen aber laut Bürgermeister Wolfgang Veitz bei mindestens 15 Millionen Euro. Sobald der Bau des Pflichtschulcampus abgeschlossen ist, werden auch die zwei Volksschulen zusammengelegt. "Je eher, desto besser", so der Wunsch des Bürgermeisters. "Das hängt von den finanziellen Mitteln und der Zustimmung des Landes ab."

Architektenwettbewerb im Frühjahr

Der Bau befindet sich in der Planungsphase. Im Frühjahr folgt die Ausschreibung samt Architektenwettbewerb. Danach wolle man rasch an die Umsetzung gehen. Veitz rechnet mit mindestens drei Jahren Bauzeit, weil alles umgestaltet werden muss. "Ob ein Container­dorf aufgestellt wird oder ob wir uns andere Räumlichkeiten suchen müssen, hängt vom Bauzeitplan ab", fährt Wolfgang Veitz fort. "Ich denke, alle Schulen werden den Umbau in Kauf nehmen, auch wenn es in dieser Zeit schwierig wird. Nachher haben wir allerdings ein Pflichtschul­zentrum, das sich sehen lassen kann."

Gemeinsam mit der Machbarkeitsstudie wurde das pädagogische Konzept abgegeben. Dieses nimmt etwa Rücksicht darauf, dass künftig verstärkt projektbezogen und fächerübergreifend unterrichtet wird. Die Räume müssen daher entsprechend geplant werden.

Bezirksschulinspektorin Sibylle Schmid lobt die professionelle Zusammenarbeit im Vorfeld. "Aus meiner Sicht war die Kooperation hervorragend", sagt sie. "Auch die Gemeinde hat das immer klar kommuniziert und unterstützt."

Johann Grufeneder, Leiter der NMS 2, war von Anfang an bei den Gesprächen dabei. Er berichtet: "Durch die langjährige Vorarbeit gab es keinen Knalleffekt und nichts, was binnen kurzer Zeit aus dem Ärmel geschüttelt wurde. Alle Beteiligten waren gut informiert und involviert. Von anderen Schulen weiß ich, dass es teilweise fürchterliche Grabenkämpfe gab. Wenn man etwas positiv angeht, kann man mitgestalten. Wenn wir dahinter sind, schaffen wir eine Schule, die neuen pädagogischen Voraussetzungen Rechnung trägt. Wir können mit ruhigem Gewissen starten." Schüler, die derzeit die vierte Klasse der Volksschule besuchen, haben sich schon für die Neue Mittelschule Kirchdorf angemeldet. Auch die Eltern wurden über das neue Angebot informiert.

Schulleitung wird in den nächsten Wochen bestimmt

Johann Grufeneder selbst wird diesen Start nicht mehr als Direktor mitmachen, er geht in Pension. Petra Kapeller, Direktorin der NMS 1, hat sich für die Schulleitung beworben. Ihre Chancen stehen gut, zumal sie die einzige Bewerberin ist. Die Entscheidung trifft das Kollegium des Landesschulrats in den nächsten Wochen.

Mehr Schüler - mehr Angebote

Die Neue Mittelschule Kirchdorf wird ihren rund 400 Schülern weiterhin Schwerpunkte in den Bereichen Musik und EDV anbieten. Darüber hinaus wird es neue Möglichkeiten geben, zum Beispiel in den Bereichen "Technik" oder "kreatives Gestalten".

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