„Gesunde Nachbarschaft mit Familienpaten“: Projektpartner ziehen erfolgreiches Resümee

BEZIRK. Der Familienalltag hat sich stark verändert. Viele Mütter sind berufstätig und die Arbeitswelt fordert einen möglichst uneingeschränkten und mobilen Zugang. Die Erziehungsaufgabe tragen überwiegend immer noch Frauen. Dabei fühlen sie sich oft alleine gelassen.
In ganz Österreich hat der Fonds Gesundes Österreich Projekte initiiert, die die soziale Teilhabe und Unterstützung in der Nachbarschaft fördern. Das Projekt „Gesunde Nachbarschaft mit Familienpaten“ ist eines dieser Leitprojekte, das in den vergangen 21 Monaten in den Bezirken Kirchdorf, Steyr-Land und Steyr von der Arbeitsgemeinschaft der SPES-Zukunftsakademie und des Vereins für prophy-laktische Gesundheitsarbeit (PGA) umgesetzt wurde.

21 Monate Projektlaufzeit, 43 betreute Gemeinden, 8 zertifizierte Koordinatorinnen, 15 zertifizierte Familienpaten, sieben Familien, die zurzeit Unterstützung bekommen und eine Vision: In jeder Gemeinde freiwillig engagierte Familienpaten zu etablieren, die Familien vor Ort Hilfe im Alltag anbieten und die Eigenkompetenz aber auch die sozialen Netzwerke der Familien stärken. Die ARGE SPES-PGA kann auf eine erfolgreiche Projektlaufzeit zurückblicken.

„Die Pflege einer guten und gesunden Nachbarschaft beansprucht Zeit. Die Gemeinschaft durch ein niederschwelliges Angebot zu stärken, trägt maßgeblich zur Gesundheitsförderung bei. Rückblickend macht es uns stolz, dass der Verein PGA seine Expertise als langjähriger Gesundheitsexperte einbrin-gen und so Familien in ihrem Alltag entlasten konnte. Es ist uns wichtig, dass Angebote dieser Art auch in Zukunft in unterschiedlichsten Regionen in Oberösterreich installiert werden“, erklärt Doris Formann, Geschäftsführerin des PGA.

Die zertifizierten Familienpaten bieten Hilfe und erleichtern Familien mit ihrer Unterstützung deren Alltag. Die Familienpaten sind in der Projektregion zurzeit bei sieben Familien im Einsatz. Dabei sind Themen wie
Kinderbetreuung aufgrund gesundheitlicher Probleme,
Einbindung des Kindes in die Nachbarschaft,
neue Bezugspersonen für das Kind finden,
Entlastung der Mutter mit kleinen Kindern sowie
ein starkes Netzwerk aufbauen, gefragt.

Es gibt zahlreiche Anfragen von Familien, in deren Region momentan kein Familienpate zur Verfügung steht. Das zeigt, dass das Interesse weit über die Projektregion hinausgeht und das Thema zurzeit sehr brisant ist.

Rückblick & Meilensteine

Während der Projektlaufzeit von Oktober 2015 bis Juni 2017 wurden acht Projektkoordinatorinnen ausgebildet. Die Schulung erfolgte durch das Netzwerk „Familienpaten Bayern“, das ihr Curriculum zur Verfügung gestellt hat. Die zertifizierten Koordinatorinnen gaben ihr Wissen an zwei Schulungsdurchgängen an 15 Familienpaten weiter. So wurde in Summe während dieser drei Schulungsdurchgänge in insgesamt 828 Schulungsstunden Themen wie Standards der Freiwilligenarbeit, Heimat, Identität, Werte, Nähe und Grenzen sowie die Phasen der Familienpatenschaft behandelt.

Es wurden Nachbarschaftsinitiativen entwickelt, um die Gemeinschaft zu stärken und Familien zu vernetzen. Solche Aktivitäten waren z. B. gemeinsames Kochen, wandern, Kaffeerunden, Organisation eines Flohmarkts, basteln, Spiele-Abende, vorlesen, Kinderturnen. Im Rahmen des Projekts wurden sechs Veranstaltungen organisiert. Darunter eine große Fachtagung mit renommierten Vortragenden sowie ein Danke-Fest für die freiwillig engagierten Familienpaten.

„Es waren intensive 21 Monate und rückblickend haben wir sehr viel erreicht. Wir von der SPES Familien-Akademie sind nach wie vor ein Ansprechpartner für Familien, die Unterstützung suchen, sowie für Personen, die sich gerne ehrenamtlich als Familienpaten engagieren möchten“, erklärt Elisabeth Kumpl-Frommel, Projektleiterin der SPES Familien-Akademie.

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