Altschlierbacher Talks 2024
Lebensvorteil Allgemeinbildung?
- Bernhard Rieger, Sabine Zerobin, Birgit Appelt, Oliver Wegscheider, Moderatorin Elisabeth Wasserbauer, Elias Hörzing, Jasmin Riegler (v.li.).
- Foto: Anna Schierl
- hochgeladen von Franz Staudinger
Ob die (allgemeinbildende) Schule angemessen auf das „Leben danach“ vorbereitet hat, welche Kompetenzen in einer zusehends von künstlicher Intelligenz beherrschten Welt wichtig sind und ob trotz achtjähriger Allgemeinbildung in gewissen Bereichen Lücken zu füllen waren – über diese und mehr Fragen unterhielten sich Absolventen des Stiftsgymnasiums Schlierbach.
SCHLIERBACH. Aus den unterschiedlichsten beruflichen Branchen waren ehemalige Schüler im Zuge der diesjährigen Altschlierbacher Talks mit dabei. Die vom Altschlierbacherverein auf die Beine gestellte Podiumsdiskussionsreihe, die letztes Jahr ihre Premiere feierte, ging am 20. September 2024 mit dem Thema „Lebensvorteil Allgemeinbildung?“ im wieder gut gefüllten Bernardisaal in die zweite Runde.
Das Lernen lernen, Gemeinschaft leben, einen Kampfgeist entwickeln – diese Fähigkeiten, die sie sich in der Schulzeit am Gymnasium Schlierbach erworben hatten, wurden von den Podiumsgästen als unerlässlich für das Berufsleben genannt. Sie halfen immer dann, wenn es galt, Probleme zu lösen, Kompromisse einzugehen, oder wenn Durchhaltevermögen gefragt war. Zudem eröffnete das breitgefächerte Wissen viele beruflichen Türen und ermöglichte – wenn nötig – eine Umorientierung in Studium oder Arbeitswelt. Die erworbenen fachlichen Kenntnisse zusammen mit sozialen Kompetenzen sind nach Meinung der Absolvent*innen auch essenziell dafür, dass wir in der schnelllebigen und zunehmend KI-gesteuerten Welt befähigt bleiben, Sachverhalte kritisch zu hinterfragen und zwischen Fakt und Falschinformation zu unterscheiden.
Keine Kompetenz ohne Allgemeinbildung
Gefehlt hat den Absolventen für ihren beruflichen Werdegang in der schulischen Ausbildung übrigens kaum etwas, und wenn, dann wurde es schnell nachgeholt – auch das eine Kompetenz, deren Erlangung auf Allgemeinbildung zurückzuführen sei.
Neben den gebotenen Einblicken in die persönlichen Erfahrungen der Absolventen regte die Diskussion somit sehr zum Nachdenken über den Stellenwert einer umfassenden Allgemeinbildung an. Dies zeigte sich auch bei den Wortmeldungen aus dem Publikum. Hier wurde unter anderem die spannende Frage aufgeworfen, ob angesichts des gegenwärtigen Zustands der Welt das Konzept „Allgemeinbildung“ als gescheitert angesehen werden müsse. Seitens des Podiums wurde diesbezüglich an lebenslanges Weiterbilden appelliert.
Mit Empfehlungen für Schule und Schüler beschloss das Podium die diesjährigen Altschlierbacher Talks: Die Schule soll die Breite und das Niveau der Bildung unbedingt beibehalten, kritisches Denken nicht zu kurz kommen lassen und die Schüler durch praxisnahe Themen auf das Leben nach der Schule vorbereiten. Die Schüler wiederum sollen wissen, dass der Lehrplan sehr wohl einen Sinn hat und die Erkenntnis, welche Fächer man später einmal brauchen kann, nicht während der Schulzeit kommt.
Mit Freude blicken die Schlierbacher den Altschlierbacher Talks im Jubiläumsjahr 2025 entgegen, zu denen bereits jetzt herzlich eingeladen wird. Altschlierbacher wie Schriftsteller Thomas Arzt, Gabriel Felbermayr (WIFO), Doris Helmberger-Fleckl (Die Furche), Simone Stribl (ORF) sowie „Hausherr“ Abt Nikolaus haben der Einladung aufs Podium bereits zugesagt.
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