Nationalpark Kalkalpen
Waldrapp-Aktionstag in der Volksschule Molln

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700 wildlebende Waldrappe gab es 2019 nur mehr weltweit. In einer kleinen Kolonie im Almtal leben derzeit rund 40 Vögel.

MOLLN. Bis ins 17. Jahrhundert waren Waldrappe in Mitteleuropa noch weit verbreitet, sind dann allerdings durch intensive Bejagung ausgestorben. In den 1990er Jahren wurde an der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal (eine Core Facility der Universität Wien) eine Gruppe von Waldrappen gegründet. Sie nutzen im benachbarten Cumberland Wildpark Grünau eine Freiflug-Voliere, die sie jederzeit verlassen können. Diese Freiheit kosten sie auch aus und machen häufig, speziell im Sommer und Herbst, ausgedehnte Ausflüge ins Steyrtal. Auf den frisch gemähten Wiesen rund um Molln stochern sie mit ihrem langen roten Schnabel im Boden nach Insekten, Larven, Würmern, Schnecken und Spinnen.

Um Kinder der Region über diesen speziellen Vogel zu informieren, fand unter der Leitung der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle (KLF) Grünau am 31. Jänner 2020 in Kooperation mit dem Nationalpark Kalkalpen das NATURSCHAUSPIEL „Forschung macht Schule – Flattern und Schnattern im Almtal“ zum Thema Waldrapp mit den dritten Klassen der Nationalpark Partnerschule VS Molln statt. Dabei zeigte sich, dass fast alle Kinder der Volksschule Molln die exotisch aussehenden Vögel in ihrer Umgebung bereits beobachtet haben und den Forscherinnen begeistert darüber berichteten. In einer lebhaften Frage-Antwort Stunde erzählte Mag. Gudrun Gegendorfer von der Grünauer Forschungsstelle, warum Waldrappe vom Aussterben bedroht sind, dass sie über 20 Jahre alt werden können, Männchen und Weibchen partnerschaftlich brüten und die Waldrappe bevorzugt in Kolonien leben.

Waldrapp-Stationen

Anschließend konnten die Kinder bei vier Waldrapp-Stationen unter der Anleitung von Mitarbeiterinnen der Grünauer Forschungsstelle selber aktiv sein. Sie lernten auf einer Weltkarte die Verbreitung verschiedener Verwandter der Ibisvögel kennen und durften Plüschvögel mit unterschiedlichen Farben nach Originalvorlagen der Grünauer Verhaltensforscher beringen. Männliche und weibliche Waldrappe sehen nämlich äußerlich gleich aus, umso wichtiger sind die Farbringe an den Füßen für die individuelle Unterscheidung der Tiere und ihre Wiedererkennung. Die Waldrapp-Forschung wird von der Grünauer Außenstelle der Universität Wien bereits seit vielen Jahren betrieben. Die freifliegende Waldrapp-Kolonie der Konrad-Lorenz- Forschungsstelle dient als Modell für Studien zur Nahrungsökologie und dem Sozialverhalten dieser Vogelart.
Die Kinder und Lehrerinnen der Volksschule Molln wurden schließlich noch eingeladen, die Grünauer Forscher*innen in der Praxis bei der Auswertung von Waldrapp-Kurzvideos zu unterstützen, die das Verhalten der Vögel an ihren Nestern zeigen (Projekt NestCams). Interessierte Hobbyforscher können gerne mitmachen.

Die Aufnahmen der Nestkameras von Waldrappen und Graugänsen findet man online unter: https://www.zooniverse.org/projects/spotteron/nestcams

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