Ein Blick in die Zukunft der Abfallwirtschaft
„Raus aus der Nebelzone“ bei Greiner in Kremsmünster
- Die ReferentInnen des Abends mit Vertretern der Wirtschaft, Landtagspräsident Max Hiegelsberger (3. von links), IV-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch (rechts) und Moderatorin Christine Haiden (2. von rechts): (von links): Christian Paulik, Rebeka Früholz, Greiner AG Vorstandsvorsitzende Saori Dubourg, Katrin Fradler, Rudolf Wölfer von Borouge International und Gernot Zitzenbacher.
- Foto: Land OÖ/Daniela Sternberger
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Am 18. Mai 2026 lud der Oö. Landtag zum dritten und für dieses Jahr letzten Termin der Veranstaltungsreihe „Raus aus der Nebelzone – Wissenschaft bringt Orientierung“ nach Kremsmünster ein.
KREMSMÜNSTER. Der Campus der Greiner AG bot den idealen Rahmen für das Thema „Kreislaufwirtschaft – Welt ohne Müll“. Ein hochkarätiges Publikum folgte der Einladung des Landtags und erhielt einen spannenden Einblick in die aktuellen Herausforderungen und Forschungsfelder im Bereich des Recyclings und der Wiederaufbereitung von Kunststoffen, Batterien und Holz. Landtagspräsident Max Hiegelsberger, der die Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen hat, bedankte sich in seinen Begrüßungsworten bei Greiner AG CEO Saori Dubourg und betonte die Innovationskraft der heimischen Unternehmen:
„Am Beispiel Greiner AG sieht man ganz klar, wie sehr die Lebensqualität in unseren Regionen von guten Arbeitsplätzen und erfolgreichen Unternehmen profitiert. Unsere Veranstaltungsreihe »Raus aus der Nebelzone« zeigt auf, dass nur eine enge Zusammenarbeit zwischen industriellen Anwendern und der Forschung den Standort, wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand absichern kann. Wissenschaft ist eine feste Säule unseres Erfolgsmodells in Oberösterreich.“
Kreislaufdenken als neue Rohstoffquelle
Zu Beginn der kompakten Abendveranstaltung mit 90 Minuten Länge konnte Moderatorin Christine Haiden auch den Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich, Joachim Haindl-Grutsch, begrüßen. Die Industriellenvereinigung ist ebenso wie die Upper Austria Research Partner des OÖ. Landtags bei der Veranstaltungsreihe „Raus aus der Nebelzone“. „Eine Welt ohne Müll ist keine Welt ohne Material, ohne Industrie und ohne Wachstum, sondern eine Welt von Kreislaufprozessen, Innovationen und der intelligenten Nutzung von Ressourcen. Es ist unser Ziel, nach dem Vorbild der Natur Produkte so zu designen, dass am Ende der Nutzungsdauer das Material wieder zum Rohstoff für etwas Neues werden kann. Indem wir die Stoffkreisläufe möglichst schließen, schaffen wir neue Potenziale für Wertschöpfung, Wachstum und Nachhaltigkeit“ so Haindl-Grutsch in seinem Anfangsstatement.
Den Hauptteil des Abends gestalteten wie gewohnt die Forschenden selbst und demonstrierten anhand ihrer Forschungsprojekte, wie Reststoffe wie Plastikmüll wiederaufbereitet und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können. Die Präsentationen sind in Kürze auf der Veranstaltungshomepage verfügbar: www.ooe-landtag.at/wissenschaft
- Landtagspräsident Max Hiegelsberger bei seinem Eingangsstatement.
- Foto: Land OÖ/Daniela Sternberger
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Unternehmen gestalten Materialrevolution
In der abschließenden Talkrunde fanden Gastgeberin Saori Dubourg (Vorstandsvorsitzende Greiner AG) und Rudolf Wölfer (Head of IHQ & IC Management Borouge International) klare Worte. Die nächste industrielle Revolution muss nicht nur digital, sondern auch materiell sein. Europa bietet sich die Chance, führend zu sein in der fortschrittlichen Materialwirtschaft. So wird seitens der Europäischen Union der Advanced Material Act kommen, um Europas Unabhängigkeit von Rohstoffimporten zu stärken. Dies kann sich zu einem klaren Wettbewerbsvorteil für Europa entwickeln, da früher oder später weltweit die Stoffkreisläufe geschlossen werden müssen.
ESC-Becher als Beispiel
Als praktisches Beispiel brachten die beiden Wirtschaftsvertreterinnen den Becher des gerade stattgefundenen Eurovision Songcontests mit. Dieser wurde in einer Kooperation zwischen der Greiner AG und Borouge International aus recyclierten Produkten hergestellt. Vom Design der Produkte bis hin zur Wiederaufbereitung braucht es ein neues Bewusstsein für Materialien. Nur so kann auch ein entscheidender Beitrag zur Vermeidung des menschengemachten Klimawandels geleistet werden.
„Die Anerkennung der Wissenschaft und wissenschaftlicher Fakten in der Bevölkerung ist auch für unsere Demokratie von großer Bedeutung. Wissenschaftliche Erkenntnisse von Falschbehauptungen und Fake News zu trennen, wird immer mehr zu einer entscheidenden Kompetenz. Wissenschaftliche Erkenntnisse können nicht den Platz von demokratisch legitimierten Entscheidungen einnehmen. Zielführende politische Debatten brauchen aber umgekehrt eine allgemein anerkannte Wissensbasis, ansonsten sind keine Lösungen möglich“, so Landtagspräsident Max Hiegelsberger.
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