Impfungen
Gemeinde Poggersdorf protestiert: Impfungen im Gemeindeamt werden eingestellt

Ärger um Zeckenimpfung in den Gemeindeämtern: Poggersdorfer Bürgermeister kritisiert, dass die Bezirkshauptmannschaft dieses Service einstellt
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Die Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt-Land stellt Zeckenimpfung in den Gemeindeämtern ein. Poggersdorfer Bürgermeister Marbek protestiert und fordert Aufrechterhaltung. 

POGGERSDORF (vep). Protest und Unverständnis kommt heute vom Bürgermeister der Marktgemeinde Poggersdorf, Arnold Marbek
. Die Zeckenschutzimpfungen in den Gemeindeämtern werden eingestellt; das sei nun in einem Schreiben der Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt/Land mitgeteilt worden. 
"Gerade die aktuelle Situation mit den Masernfällen in Österreich sollte eigentlich Anlass genug sein, um die Impfmöglichkeiten auszubauen und nicht einzuschränken", meint Marbek. Die Einstellung wäre der falsche Weg und kontraproduktiv. Vor allem müsse man laut Marbek auch an die ältere Generation denken und auf diesen Personenkreis verstärkt Rücksicht nehmen, weil diese teilweise nicht mobil sind und Wege ins Gesundheitsamt mühevoll und beschwerlich wären.

Leitner: "Haben derzeit zu wenig Amtsärzte!"

Bezirkshauptmann Johannes Leitner begründet den gesetzten Schritt folgend: "Wir haben derzeit lediglich einen statt drei Amtsärzten. Das bedeutet, es ist nur die Pflicht möglich, nicht die Kür. Freiwillige Leistungen müssen wir reduzieren. Wir bemühen uns seit Monaten um Nachbesetzungen, doch für diese Stellen erhalten wir keine Bewerbungen." 

"Der Sprengelarzt könnte das auch übernehmen"

Weiters beschwichtigt Leitner: "Jeder Hausarzt kann die Zeckenimpfung durchführen. Die Bürgermeister in den Gemeinden haben außerdem jeweils einen Sprengelarzt zu bestellen. Auch dieser könnte die Tätigkeit künftig übernehmen, wenn es dem Bürgermeister so wichtig ist, dass dieser Impftag im Gemeindeamt bestehen bleibt." Das Argument Marbeks mit der eingeschränkten Mobilität älterer Menschen versteht Leitner nicht so recht: "Mit Verlaub, aber die Menschen müssen zum Impfen ins Gemeindeamt ja genauso hinkommen, wie zum Hausarzt oder anderswo."

In Moosburg bezirksübergreifend gearbeitet

Es gebe laut Leitner auch andere, oft alternative Lösungen. Er gibt ein Beispiel: "In Moosburg haben wir bezirksübergreifend gearbeitet. Dort wurde ein solcher FSME-Impftag in Kooperation der BH Feldkirchen abgewickelt." 

Marbek fordert Erhaltung und Ausbau der Impfmöglichkeiten

Bürgermeister Marbek bedauere jedenfalls, "dass mit derartigen unüberlegten Schritten der ländliche Raum weiter ausgehöhlt und unattraktiv gemacht wird, wo die Leidtragenden die Bevölkerung ist." Er fordert für seine Gemeinde die Aufrechterhaltung und den Ausbau der Impfmöglichkeiten vor Ort im Gemeindeamt.

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