02.11.2016, 07:00 Uhr

Maria Saal: Wohin soll das barrierefreie Amt?

Das Marktgemeindeamt in Maria Saal ist noch nicht barrierefrei. Ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderates für den Standort ist ausständig

Es gibt mehrere Varianten für den Standort eines barrierefreien Gemeindeamtes in Maria Saal. Bürgermeister will Varianten prüfen, plädiert allerdings für den derzeitigen Standort.

MARIA SAAL (vp). Barrierefreiheit beschäftigt die Gemeinden seit einiger Zeit enorm. Ein barrierefreies Gemeindeamt ist auch in Maria Saal in Planung, doch gibt es unterschiedliche Varianten und auch verschiedene Meinungen im Gemeinderat, so Bürgermeister Anton Schmidt (ÖVP). Ausständig ist der Grundsatzbeschluss des Gemeinderates für den Standort des Amtes.

"Ortskern erhalten"

Schmidt plädiert für den derzeitigen Standort, ein barrierefreier Umbau mit Lift sei möglich: "Das Amt muss im Ort bleiben, auch um den Ortskern zu erhalten. Das ist auch dem Land Kärnten wichtig." Im Zuge der barrierefreien Ausgestaltung müsste man auch andere Sanierungen (z. B. wärmetechnisch) durchführen.

Varianten prüfen

Im Gemeinderat kamen jedoch auch anderen Varianten auf. "Doch die sind entweder zu teuer, nicht im Ort oder die Grundbesitzer stellen sich quer", so Schmidt.
Seine Aufgabe ist nun, sich alle Varianten mit dem Bausachverständigen anzusehen und eine Art Pro- und Contra-Liste plus Finanzierungsbedarf aufzustellen - als Entscheidungsgrundlage für den Gemeinderat.
Für eine Varianten-Prüfung samt Kostenaufstellung sprechen sich auch die anderen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen aus. "Es ist noch alles offen, wir sind ganz am Anfang", so GV Peter Pucker (SPÖ).
Für die Grünen ist eine "breite Diskussion mit allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen" wichtig, so GV Ulrike Turrini-Hammerschlag: "Wir sind schon für den derzeitigen Standort, allerdings sind die geschätzten Kosten für einen Umbau hoch. Wichtig ist, am Ende eine Entscheidung zu treffen, zu der alle stehen."
Auch die FPÖ will kein Amt auf der "grünen Wise", so GV Josef Krammer. "Es gibt auch Varianten im Ort. Ein bis zwei Varianten plus der Umbau am derzeitigen Standort müssen nun samt Kostenschätzungen auf den Tisch."

Zuschüsse von Landesseite

Was eine Mitfinanzierung des geplanten Liftes beim Haus der Begegnung betrifft (die WOCHE berichtete - hier), ist noch nichts geklärt. Schmidt: "Grundsätzlich sind wir als Gemeinde bereit, mitzuhelfen. Wir prüfen nun vorher, welche Zuschüsse von Landesseite möglich wären."

Hochwasserschutz muss warten

Ein weiteres Großprojekt wurde etwas "gebremst": Es geht um den Hochwasserschutz Pörtschacher Bach, für den die Planung bereits fertig ist. Schmidt: "Durch den Einspruch eines Anrainers sind wir da etwas hängengeblieben. Eine Lösung ist aber in Sicht", hofft er auf einen Baustart im nächsten Jahr. Den Schwerpunkt bilden Retentionsmaßnahmen.
Im Rahmen dieses Projekt wird auch die Ableitung des Höllgrabenbaches, der ein Problem für Kading darstellt, in Angriff genommen.

Was sonst noch in Maria Saal geschieht...

Hochbehälter III:
Ende November wird der Hochbehälter III - ein 900.000 Euro-Projekt am Fuße des Maria Saaler Berges - fertiggestellt sein. Im Frühjahr wird er dann im Rahmen des "Tages des Wassers" eingeweiht.

Kuchlinger Brücke:
Bis 23. Dezember soll die desolate Brücke wieder befahrbar sein. Fast 400.000 Euro kostet das Projekt, das durch Mittel aus der Kommunalen Bauoffensive unterstützt wird.
Kleinere Sanierungen werden jetzt im Herbst auch im Bereich der Maria Saaler Straßen durchgeführt.

Spielplatz beim "Haus des Kindes":
In Betrieb ist bereits ein neuer Spielplatz mit zwei Fußballtoren für die Kinder des "Haus des Kindes". Dafür stellte die Wohnbaugenossenschaft "Neue Heimat" den Grund einer freien Parzelle kostenlos bereit. Die Baggerarbeiten wurden ebenfalls gratis von der Firma Patscheider durchgeführt, die Fußballtore wurden von Maria Saaler Unternehmen gesponsert.
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