07.06.2017, 18:30 Uhr

Seniorentagesstätte Ferlach wird stillgelegt

Sinnvolle Beschäftigung vom Spaziergang übers Basteln und Gedächtnistraining wird in der Seniorentagesstätte geboten. Nun wird die Ferlacher Institution stillgelegt (Foto: Pixabay)

Zu niedrige Auslastung verbunden mit zu hohen Kosten erzwingt Stilllegung der Tagesstätte im Bezirksaltenwohnheim Ferlach. An neuem Konzept wird gearbeitet.

FERLACH (vp). Eine Ferlacherin erzählte der WOCHE von einem kürzlich erhaltenen Brief, in dem der Sozialhilfeverband Klagenfurt-Land mitteilt, dass die Seniorentagesstätte in Ferlach nicht weiterbetrieben wird. Ihr Mann ist dort etwa zwei Mal die Woche "super betreut". "Er geht sehr gerne hin."
Sie bedauert, einen neuen Platz suchen zu müssen - am nähesten wären Klagenfurt oder Maria Elend. "Da müsste ich so weit fahren, wenn es überhaupt einen Platz gibt. Momentan läuft die Betreuung aber noch", sagt sie.

Sinnvolle Beschäftigung

In der Tagesstätte Ferlach im Bezirksaltenwohnheim werden Senioren mit sinnvollen Aktivitäten beschäftigt, um einen weitgehend normalen Tagesablauf zu schaffen, pflegende Angehörige zu entlasten oder den Umzug in ein Pflegeheim zu vermeiden bzw. zu verzögern. Angeboten werden Aktivitäten vom Gedächtnistraining übers Basteln und Kochen bis hin zu Spaziergängen oder Festen.

Niedrige Auslastung

"Die Tagesstätte wird nicht geschlossen, sondern stillgelegt", bestätigt Bezirkshauptmann Johannes Leitner, Geschäftsführer des Sozialhilfeverbandes, der die Bezirksaltenwohnheime Tigring und Ferlach und die Tagesstätte in Ferlach betreibt. "Die Genehmigung für den Betrieb ist nach wie vor aufrecht. Allerdings wird die Tagesstätte zu wenig genutzt. Die Auslastung ist zu niedrig, die Kosten zu hoch", so Leitner zur Situation.

Neues Konzept

Durchschnittlich fünf Personen werde betreut, so Leitner - und das auch nicht täglich. Für bis zu zehn Personen gibt es aber Kapazität. Leitner: "Die 24 Stunden-Betreuung daheim ist eine starke Konkurrenz." Obwohl das Angebot natürlich ein ganz anderes sei.
Die Stilllegung wird dafür genutzt, ein neues Konzept für die Zukunft zu erarbeiten, um die Nachfrage zu steigern. Auch Ideen der Mitarbeiter sollen einfließen.
Leitner: "Wir wollen nicht zusperren. Das jetzige Angebot lassen wir auslaufen, es ist nicht von heute auf morgen alles stillgelegt."

Mangel an diplomierten Pflegekräften

Was die zwei Wohnheime betrifft, sei die Bettenauslastung gut. Da kämpfe man allerdings mit einem anderen Problem. "Ich weiß nicht, woran es liegt, aber es ist unglaublich schwer, diplomierte Pflegebetreuer als Mitarbeiter zu finden. Das ist ein großes Problem." Natürlich sei das Gehaltsschema in Krankenhäusern besser, allerdings würde sich der Beruf im Altenheim für Einsteiger bestens eignen.
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