Tag der Archive
Kärntens Schätze im Landesarchiv

Hüter der Schätze: Thomas Zeloth ist seit 2020 Direktor des Kärntner Landesarchives und will das Archiv zu einem Ort der Begegnung machen.
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  • Hüter der Schätze: Thomas Zeloth ist seit 2020 Direktor des Kärntner Landesarchives und will das Archiv zu einem Ort der Begegnung machen.
  • hochgeladen von Bernhard Knaus

Jedes Jahr steht der 9. Juni ganz im Zeichen des Erhalts der Wissens- und Informationssammlungen. Der Internationale Tag der Archive gilt als Aktionstag und ein Tag der Wertschätzung der Arbeit aller Archivarinnen und Archivaren.

KLAGENFURT. Es war der 9. Juni im Jahr 1948, an dem das „International Council on Archives“ (ICA) unter der Schirmherrschaft der UNESCO gegründet wurde. Das ICA ist eine internationale Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich der effektiven und optimalen Verwaltung von Archivalien und der Bewahrung des Archivguts der Welt verschieben hat. Nicht nur an diesem Aktionstag, sondern das ganze Jahr über, versucht man mit den Aktivitäten den Dialog zwischen den Betreibern und Nutzern von Archiven, Archivaren und den Entscheidungsträgern aus der Politik zu fördern bzw. zu ermöglichen.

Hüter, Heger und Pfleger

In Kärnten ist das Landesarchiv Hüter, Heger und Pfleger von alten Dokumenten, wertvollen Objekten, Büchern oder Fotografien, die in ihren Archiven lagern. Dort werden sie entsprechend aufbewahrt, gegebenenfalls restauriert und so für die Nachwelt aufgehoben. Das können ganz alltägliche Dinge sein oder aber unschätzbar wertvolle Archivalien, die nur im Ausnahmefall behutsam mit Baumwollhandschuhen berührt werden dürfen.

Gründung Landesarchiv

Die Gründung des Kärntner Landesarchives geht auf den Geschichtsvereines für Kärnten zurück. Dieser Verein wurde bereits 1844 gegründet. Da das Schriftgut der Verwaltung rasant zugenommen hatte und die öffentliche Hand diesen – bis dahin – unkontrollierten Zuwuchs nicht in den Griff bekam, ergriff der Geschichtsverein unter seinem Mentor Gottlieb Freiherr von Ankershofen die Initiative, ein „Archivum Carantanum“ (ein Kärntner Archiv) zu gründen.
Das Gründungsdatum des Landesarchives wird mit dem 1. Jänner 1904 angegeben. An diesem Tag wurde – nach intensiver Aufklärungsarbeit und Vorarbeit des Geschichtsvereins – ein eigener Vollzeit-Landesbediensteter mit der Führung eines Archives als „Landesbeamter extra statum“ betraut. August Jaksch Ritter von Wartenhorst trat an diesem Tag seinen Dienst als wirklicher Landesarchivar an und daher gilt dieser Tag als Geburtstag des Landesarchives. Es hat gemäß Landesgesetz den Auftrag, die historisch relevanten Schrift- und Bildquellen des Landes Kärnten zu sammeln, zu bewahren und zu erschließen. Dazu gehören das Schriftgut der Behörden, der Dienststellen und Einrichtungen des Landes Kärnten, seiner Gemeinden, der mittelbaren Bundesverwaltung und der Gerichtsbehörden ebenso wie Firmenarchive, Nachlässe und anderes mehr.

Übernahme während Pandemie

Seit 1. März 2020, also mitten in der Corona-Pandemie, übernahm Thomas Zeloth als Direktor die Leitung des Kärntner Landesarchives. „Dass mein Dienstantritt als Direktor genau in die Zeit der Pandemie fiel, hat mich natürlich ganz besonders betroffen“, erzählt Thomas Zeloth, „denn mein großes Ziel war – und ist es aber immer noch – das Archiv noch mehr zu öffnen und hier verstärkt ein Begegnungszentrum zu schaffen, wo die Archivare und die Forschenden bzw. Interessierten miteinander kommunizieren können.“ Eine Woche vor Inkrafttreten der Pandemie-Einschränkungen wurde noch an der Planung der Begegnungszone im Foyer gearbeitet, doch dann musste auch das Landesarchiv seine Pforten schließen. Natürlich konnten von da an auch keine Veranstaltungen in den Räumlichkeiten des Landesarchives abgehalten werden. Wobei Direktor Zeloth betont, dass die Vorhaben nur aufgeschoben aber nicht aufgehoben seien.

Veranstaltung zum Tag der Archive

Durch die nun schrittweisen Lockerungen sind aber Veranstaltungen – mit den geltenden Einschränkungen – wieder möglich. Direktor Zeloth uns sein Team nehmen den „Internationalen Tag der Archive“ zum Anlass, den Besuchern einen Blick hinter die Kulissen des Archives zu ermöglichen. Im Rahmen einer Hausführung und dem Besuch der Ausstellung „(Audio)Visuelle Medien im Wandel der Zeit“ erfährt man viele interessante Details zur Geschichte von Fotografie und Film. Verantwortlich für die Ausstellung zeichnet die stellvertretende Direktorin, Katja Almberger. „Gerade in Zeiten der teils massiven Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren haben Bilder und Filme sehr an Bedeutung gewonnen“, erklärt die Expertin, „Wir sind mit einer stetig steigenden Fülle an – bewegten – Bildern konfrontiert, egal ob im privaten oder beruflichen Bereich. Wir möchten mit unserer Ausstellung dieser gesellschaftlichen Veränderung Rechnung tragen und dem Besucher die Entwicklung der Fotografie sowie des Films seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit präsentierten.“

Noch ist Platz

In den 13 Regal-Kilometern, die im Landesarchiv bereits mit einer enormen Menge an archivwürdigen Unterlagen befüllt sind, findet man eine Vielzahl an ganz besonderen Stücken. Eines dieser besonderen Stücke ist eine Fotografie aus dem Jahre 1848. Zu sehen ist auf der silberbeschichteten Kupferplatte Hauptmann Albin Cuzzi aus Villach in der Uniform der Nationalgarde. Da diese Bilder aus der Anfangszeit der Fotografie stammen und selten sind, sind sie auch dementsprechend wertvoll. Der benötigte bzw. vorhandene Platz ist im Kärntner Landesarchiv natürlich ein Thema. 1996 wurde die neue Heimat des Landesarchives in der St. Ruprechter Straße feierlich eröffnet. Damals belegten die Archivalien rund fünf Regal-Kilometer, zum jetzigen Zeitpunkt verfügt man nur noch über ein Viertel der ursprünglichen Regalflächen. Das gesamte Depot des Landesarchives beläuft sich auf 4150 Quadratmeter.

Archivwürdig

Es bedarf daher einer genauen und intensiven Überprüfung der „Archivwürdigkeit“ jeder einzelnen Unterlage. „Unsere wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind allesamt Experten auf ihren Gebieten. Bei Einlangen eines Schriftstückes wird es nach gewissen Kriterien überprüft und als archivwürdig eingestuft oder nicht“, klärt Direktor Zeloth auf. „Eines unserer besonderen Archivale ist die „Klagenfurter-Ratschacher-Handschrift“, erzählt Thomas Zeloth sichtlich stolz, „Diese Pergamenthandschrift entstand zwischen 1362 und 1390 und ist eine der ältesten slowenischen Pergamenthandschriften. Sie wurde sogar in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Ein weiteres besonderes Stück ist Kärntens älteste Urkunde aus dem Jahre 878, das sogenannte „Karlmann-Diplom“, um nur zwei Beispiele zu nennen.“

Digitalisierung

Gerade die seltenen und daher besonders wertvollen Archivalien werden im Kärntner Landesarchiv digitalisiert. Direktor Zeloth: „Solche oder jene, bei denen eine starke Nachfrage besteht, werden zuerst digitalisiert. Wobei wir hier keine intensive Digitalisierung betreiben, denn Speicherplatz kostet auch Geld.“ Das Landesarchiv ist momentan dabei, die rund 12000 Ansichtskarten zu digitalisieren. Abrufbar sind sie nach Abschluss der Arbeiten für jedermann über das Kärntner Landesarchiv Archivinformationssystem (KLAIS). Je weniger oft eine Unterlage im Original vorgezeigt werden muss, desto besser wirkt sich das auf den jeweiligen Zustand des Stückes aus. Aber auch die Lagerung birgt einige Gefahren in sich.

Schimmel hat keine Chance

Der latent vorhandene schlimmste „Feind“ jedes Archivales ist der Schimmelpilz. „Grundsätzlich ist in jedem Archiv der Schimmelpilz vorhanden. In unseren Räumlichkeiten wird aber penibel genau auf das Raumklima geachtet und so wird dem Schimmelpilz keine Möglichkeit geboten, sich zu vermehren“, erklärt Direktor Zeloth. „In unserem Gebäude haben wir keine mechanische Klimaanlage aber durch die raffinierte Architektur können wir das Raumklima trotzdem bestens regulieren. Wobei in den letzten Jahren nicht die hohe Luftfeuchtigkeit das Problem ist, sondern die zu trockene Luft.“ Die kann Papier austrocknen, was dazu führt, dass das Papier unflexibler und im ungünstigsten Fall brüchig wird. Das ist vor allem bei häufigen genutzten Papieren im Archiv problematisch.

Auch Stadtarchiv

Durch das Vorhandensein der geeigneten Aufbewahrungsmöglichkeiten und der Experten fungiert das Landesarchiv auch als Stadt- bzw. Gemeindearchiv von Klagenfurt und Ebenthal. Mit der Stadt Klagenfurt besteht ein Dienstleistungsvertrag, die Archivalien werden vom Landesarchiv übernommen und in den Archivbestand der Stadt Klagenfurt am Standort des Landesarchives integriert.

Rechtssicherheit

Das Kärntner Landesarchiv kümmert sich aber noch um viel mehr, als es bei einer oberflächlichen Betrachtung den Anschein hat. „Wir haben über die klassische Arbeit eines Archives aber auch noch einen gesetzlichen Auftrag, wir sichern das Recht, in dem wir rechtsgültige Dokumente für die Menschen aufbewahren. Rund 40 bis 50 Prozent unserer Besucher sind gar nicht mehr historisch interessiert, sondern sind Rechtsuchende. Bei uns werden die Grundbücher, Grundbuchurkunden und andere rechtsgültige Unterlagen, in denen zum Beispiel Weg-, Wasser- und Nutzungsrechte angeführt sind, aufbewahrt und sind daher für diese Menschen sehr wertvoll.“

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