Naherholungsgebiet Kreuzbergl
Bürger sorgen sich um den Wald am Kreuzbergl

Großflächige Baumschlägerungen am Kreuzbergl - gerechtfertigt oder nicht?
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  • Großflächige Baumschlägerungen am Kreuzbergl - gerechtfertigt oder nicht?
  • Foto: Müllner
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Besorgte Bürger befürchten nicht notwendige Rodungen im Kreuzbergl-Wald.

KREUZBERGL (chl). In der Redaktion der WOCHE Klagenfurt sowie bei Umwelt-Stadtrat Frank Frey häuften sich zuletzt wieder einmal die besorgte Zuschriften und Anfragen bezüglich Schlägerungsarbeiten in der Stadt. Ingeborg Müllner wendete sich mit folgender Beobachtung an die WOCHE: „Vor einigen Tagen waren wir am Kreuzbergl, wo wir sehr viel wandern und konnten wegen Schlägerungsarbeiten nicht mehr weiter. Auf der Schießstätte und dem Karawankenblick war alles abgesperrt und riesige Maschinen am Werk, um Bäume zu fällen. Es sind große Teile einfach gerodet und es liegen riesige Berge an Holz am Boden.“ Laut Müllner und einer befreundeten Expertin handle es sich bei den Schlägerungen nicht um reine Schadholz-Entnahme.
Bei Anrufen im Magistrat wurde Müllner von einer Stelle an die andere verwiesen „und zum Schluss auch angeschnauzt“.

Zuständigkeit geklärt

Ehemann Dieter Müllner wendete sich schließlich per E-Mail an Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz, die ans Facility-Management unter Stadtrat Markus Geiger verwies, aus dessen Büro wiederum die Bürgermeisterin die Information erhielt, „dass die Schlägerungsarbeiten auf Grund von Schädlingsbefall unbedingt notwendig waren“.
Zur Erklärung: Geiger ist als Verantwortlicher des Facility-Managements nicht nur für die stadteigenen Gebäude zuständig, sondern auch für die stadteigenen Waldflächen.

Ziel: ein Mischwald

Auf Anfrage der WOCHE erklärt Geiger: „Aufgrund der phytosanitären Vorschriften sind bei Schädlingsbefall wie etwa durch den Borkenkäfer Abstände einzuhalten. Das heißt: Dass in einem Umkreis von eineinhalb Baumlängen rund um den Erkrankungsherd alle Bäume weg müssen. Ähnliches gilt für das Eschensterben. Dadurch entstehen mitunter große Radien von beispielsweise 30 Metern, die geschlägert werden müssen.“ Der Radius erweitert sich entsprechend, wenn zum Beispiel 15 oder 20 Meter von dem einen erkrankten Baum entfernt ein weiterer steht.
Aktuell sei man bereits beim Aufforsten der Flächen. Viele Schädlingsbefälle entstehen dadurch, dass früher Monokulturen, vor allem die schnell wachsende Fichte, das Gebot der Stunde waren. „Heute weiß man, dass ein Mischwald viel gesünder und effizienter ist. Dementsprechend gehen wir bei der Aufforstung auch vor und setzen Bäume in Richtung Mischwald nach“, informiert Geiger.
Da es sich beim Kreuzbergl um einen viel genutzten Erholungsraum handelt, seien auch besondere Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf die Sicherheit der Waldnutzer notwendig.

Kreuzbergl zum Stadtgarten?

Auf Nachfrage bei Umwelt- und Stadtgarten-Referent Stadtrat Frank Frey bestätigte dieser, dass er in diesem Fall nicht der zuständige Referent sei und auch nicht eingebunden war. Er habe sich gemeinsam mit Experten des Stadtgartens vor Ort selbst ein Bild gemacht und kann das Ausmaß der Schlägerungen zum Teil nicht nachvollziehen. Mittlerweile aber sei er mit Geiger und Mathiaschitz in Gesprächen, um das Ausmaß der aktuellen Schlägerungsarbeiten zu hinterfragen, aber auch, um das Stadtgartenamt bei ähnlichen Angelegenheiten künftig von vorne herein miteinzubeziehen. Frey: "Wir werden schauen, dass das Kreuzbergl in die Obhut des Stadtgartens kommt. Schließlich handelt es sich dabei um ein wichtiges Naherholungsgebiet der Klagenfurter.

Fotos: Ingeborg Müllner

Autor:

Christian Lehner aus Klagenfurt

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