For Forest
Der Wald im Kino, im Museum, im Theater
- Klaus Littmann im Kreise einiger "Part of For Forest"-Partner
- Foto: For Forest
- hochgeladen von Christian Lehner
Das Kunstprojekt "For Forest" belebt nicht nur das Stadion, sondern die ganze Stadt Klagenfurt.
KLAGENFURT (chl). Das Kunstprojekt "For Forest" wurde bereits seit dem Frühjahr mit Veranstaltungen vor allem in der "Villa For Forest", in Zusammenarbeit mit Raimund Spöcks Verein "Innenhof Kultur" begleitet und belebt während der Dauer der Installation im Wörthersee-Stadion die Stadt mit etlichen weiteren Side-Events.
"Ich bin hergekommen mit der Idee, im Stadion dieses Megaprojekt zu realisieren, und habe mein Projekt und mich so nach und nach bei den einzelnen Kulturinstitutionen und Vereinen vorgestellt", berichtet Littman aus den Tagen, da er noch weniger bekannt war in der Stadt.
Zwei dieser Institutionen sind die Stadtgalerie und das Museum Morderner Kunst Kärnten (MMKK).
Stadtgalerie und MMKK
Zwei Tage vor dem "For Forest"-Opening startet die korrespondierende Ausstellung "Touch Wood" in der Stadtgalerie. Die Ausstellung ist eine Kooperation von Littmann-Kulturprojekte, Stadtgalerie und MMKK, deren Teil der Werkschau zum Thema Wald ab 19. September gezeigt wird.
"Mit mehr als 70 schöpferischen Positionen werden die vielfältigen Motive und Aspekte der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Wald vorgestellt", umreißt Stadtgalerie-Leiterin Beatrix Obernosterer den Inhalt der Ausstellung.
Der Stoff wird in der Stadtgalerie chronologisch und kunsthistorisch aufbereitet anhand unterschiedlichster Werke aus den vergangenen rund 200 Jahren. Die Bilder stammen größtenteils aus den Beständen der Kunstsammlung des Landes (MMKK) und der Stadt Klagenfurt.
Das Original in der Stadtgalerie
Im "Living Studio" der Stadtgalerie zeigt zudem der ideengebende Künstler Max Peintner eine Auswahl von rund 30 utopischen Zeichnungen, inklusive der "ungebrochenen Anziehungskraft der Natur". Titel der Ausstellung: "Paradise lost: Negative Utopien", ebenfalls ab 6. September.
Mit beiden Ausstellungen schlagen die Kuratorinnen Nora Leitgeb, Christine Wetzlinger-Grundnig und Obernosterer eine Brücke zu einer Vielzahl von zeitgenössisch aktuellen und internationalen künstlerischen Beiträgen. Obernosterer: "Die Arbeiten sind in vier Schwerpunktbereiche gegliedert, die sich jeweils auf einen spezifischen Zustand des Waldes beziehen und in Relation zum Menschen stehen: als ,Ur-Wald', als ,Kultur-Wald', als ausgebeutete und zerstörte Natur und als ,Natur nach der Natur'."
Scheiter im Theater
Im Vada-Jugendstiltheater im Goethe-Park sind von 7. bis 15. September "a Haufen Scheiter" zu sehen. "Da bekanntlich kein ganzer Baum in die Räumlichkeit passt, wird das Theater mit rund 19 Festmetern Brennholz gefüllt. Das Bauwerk kann im gefüllten Zustand nicht betreten werden, jedoch können die dekorativen Hirnschnittflächen des Scheitholzes durch die Fenster und die geöffnete Türe besichtigt werden", informiert Vada-Kreativhälfte Felix Strasser. Die ironische Inszenierung zeigen Strasser und Yulia Izmaylova täglich von 15 bis 20 Uhr. Vada steht für "Verein zur Anregung des dramatischen Appetits".
Wald oder Fußball
Ebenfalls täglich, bis 22. September, erlangt die öffentliche Telefonzelle neben dem Jugendstiltheater unter dem Motto "Call For Forest" temporäre Bedeutung: "Von 18 bis 19 Uhr wird täglich ein Gespräch zwischen einer Person aus dem Publikum und einer Person des öffentlichen Lebens stattfinden. Es wird ausschließlich über solch wichtige Themen gesprochen wie Wald oder Fußball. Die Gespräche werden dokumentiert und veröffentlicht", informiert Strasser. Dass zumindest eines dieser Telefonate mit Littmann geführt werden wird, ist naheliegend, denn er bezeichnet sich selbst "großer Fan von Vada".
Suppe zum Löffeln
Im Lendhafen startete bereits vergangenen Freitag das partizipative "Lendart II"-Projekt "Suppe" von dem in Kärnten geborenen und in Wien lebenden Künstler Hand Schabus. "Schabus beschäftigt sich in seinem Projekt ,Suppe‘ mit dem Ort Lendhafen und dessen sozialer Funktion in der Stadt. Ein Haufen Brennholz wird im Hafen gelagert und eine Feuerstelle errichtet, über der mehrere Wochen Tag und Nacht eine Suppe kocht, die rund um die Uhr von allen gegessen werden kann", informiert Janine Schemmer vom Verein "Lendhauer". Schabus selbst ergänzt: "Das Feuer ist durch die Verwandlung von Holz in Hitze eine der wichtigsten Errungenschaften in der Kulturgeschichte des Menschen, bringt uns zurück zum Ausgangspunkt von Gesellschaft und ist ein Äquivalent für die Versammlung von Menschen. Die Suppe ist ein Werkzeug für das Teilen und das Verbinden, gleichsam der Klebstoff, der die Menschen in der Stadt zusammenhält." Schabus erhofft sich von "seiner Feuerstelle", dass "hier Grenzen von Gesellschaft klarer oder erweitert werden".
Kino For Forest
"Was mich besonders gefreut hat, war, dass Herr Laas als großer Kinobesitzer von sich aus mit seiner Tochter zu mir gekommen ist und meinte, er würde auch gerne etwas beitragen. Er kam mit dem wunderbaren Vorschlag, für diese knapp zwei Monate einen Kinosaal zur Verfügung zu stellen und dort Filme mit dem Themenschwerpunkt Umwelt und Natur zu zeigen. Und das bei freiem Eintritt“, berichtet Littmann von einer Begegnung, mit der er nicht gerechnet hatte.
"Part of For Forest" sind daher auch das Wulfenia-Kino und die CineCity Klagenfurt. Von 9. September bis 27. Oktober laufen Dokus und Spielfilme zum Thema. Gleich zu Beginn Werner Herzogs Jahrhundertfilm "Fitzcarraldo" (Wulfenia, 9. 9., 9.30 Uhr).
Infos und Gesamtprogramm: https://forforest.net.
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